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„Wir sind alle unterschiedlich, aber gleich wertvoll“
ArticleId: 3182magazineGelebte Inklusion: Seit sechs Jahren beweist Jens Müller, dass eine Lernbehinderung kein Hindernis für die Arbeit im Markt sein muss Jens Müller brennt für seine Arbeit. Das merkt man sofort, wenn man ihn darauf anspricht.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/9/9/csm__standard_teaser_Kopie_2_3c696ed584.png„Ich wollte einen Job, bei dem ich Menschen treffe“Inklusion
©Getty Images | Professor25
Diversity bei der REWE Group: Inklusion
„Ich wollte einen Job, bei dem ich Menschen treffe“
von Judith Morgenschweis

Jens Müller brennt für seine Arbeit. Das merkt man sofort, wenn man ihn darauf anspricht. Er mag den Kundenkontakt und die Abwechslung, die sein Job in der Getränkeabteilung im REWE-Markt Rahmati in Köln-Deutz bietet. Mit seiner Neugier, dem Interesse für die Produkte und seinem Ehrgeiz hat er Marktmanager Alen Mujanovic überzeugt.

Jens Müller

Vor sechs Jahren kam der 30-Jährige für ein viermonatiges Praktikum aus einer Behindertenwerkstatt in Bergisch Gladbach in den Markt. Vom ersten Tag an zeigte sich, dass ihn die Arbeit im Markt begeistert: „Ich wollte einen Job, bei dem ich Menschen treffe. Da wird es nicht langweilig“, sagt er. 

Alen Mujanovic setzte ihn in der Getränkeabteilung ein. Dort biss er sich durch – auch wenn es ihm anfangs schwerfiel, den Überblick über das Getränkesortiment zu behalten. Jens Müller hat eine Lernbehinderung, die ihm beim Lesen und Rechnen Probleme bereitet. Da hieß es zu Beginn, sich mit Zeit und Ruhe einzuarbeiten. 

Wie detailversessen sich sein Mitarbeiter mit dem Sortiment beschäftigt, erstaunt Marktleiter Mujanovic noch heute: „Vor kurzem hatte er auf einer Getränkeverpackung den Abfüller nachgesehen und sofort bemerkt, dass sich die Adresse geändert hat. Er kam direkt zu mir, um mir zu sagen, dass wir die Adresse in unseren Systemen anpassen müssen. Auf solche Dinge achtet er.“

„Mit ihm haben wir einen riesigen Fang gemacht“
Alen Mujanovic
REWE Marktmanager

Und die Getränkeabteilung ist in dem Markt eine besondere Herausforderung. Zwischen Rhein und Lanxess-Arena gelegen kommen hier viele Kunden vorbei, um sich mit Getränken zu versorgen. Besonders im Sommer ist der Absatz enorm – sofern die üblichen Veranstaltungen wie Lichterfest, Konzerte oder FC-Spiele stattfinden. Gerade in diesen Zeiten ist Jens Müller ein wertvoller und zuverlässiger Mitarbeiter - mit einer gesunden Portion Ehrgeiz. Trotz seiner Lernschwäche füllt er inzwischen die Leergutbons aus. Ja, das sei am Anfang schwer gewesen, erinnert sich Jens Müller. Aber mit viel Geduld habe er es dann hinbekommen. 

Für Marktmanager Alen Mujanovic ist der 30-Jährige ein „riesiger Fang und eine große Bereicherung für das Team.“ Das Getränketeam organisiere sich sehr selbstständig, so der Marktleiter. „Alle sehen, was zu tun ist und erledigen, was ansteht. Jens muss ich da eher mal bremsen.“

Inzwischen ist Jens Müller Vorreiter: Dank der guten Erfahrung kommen immer wieder Praktikant:innen aus der Behindertenwerkstatt in den Markt. Wenn es für beide Seiten passt, dann können auch sie in einer längeren Probezeit beweisen, dass sie gut ins Team passen.

Mindestens ebenso wertvoll wie die Arbeitskraft ist die Einstellung des 30-Jährigen: „Egal wie stressig es ist, Jens geht immer mit einem Lächeln durch den Markt“, weiß Alen Mujanovic. Kein Wunder, denn, so Jens Müller: „Es macht mir einfach Spaß.“

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