
Inklusion bedeutet, Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit zu respektieren und ihnen gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen – auch im Arbeitsalltag und in der Zusammenarbeit im Team. Dabei spielt Sprache eine zentrale Rolle. Hier findet ihr Tipps für Formulierungen.
„Es geht nicht darum, den Menschen zu verändern, sondern das System. Die Menschen sind gut so, wie sie sind. Jede:r hat das Recht, „normal“ und respektvoll behandelt zu werden.“ Das ist der Leitspruch von Scott McDonald, Vorsitzender der Gesamtschwerbehindertenvertretung der REWE und PENNY Markt GmbH. Zu einem respektvollen Umgang gehört überdies, wie man mit- und übereinander spricht. Denn Sprache zeigt immer auch, wie wir denken – und manchmal schlicht, wie gedankenlos wir sind.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen – unabhängig von ihren Unterschieden – haben an allen Bereichen des Lebens teil. Ob Schule, Arbeit, Freizeit – oder öffentlicher Nahverkehr.
Kein Mensch ist wie der andere. Aber jeder Mensch ist gleichwertig, also genauso viel wert wie ein anderer. Ob mit oder ohne Behinderung: Unterschiede werden anerkannt und respektiert. Das drückt sich nicht nur in barrierefreien Zugängen, Blindenschrift am Fahrstuhl oder Berücksichtigung beim Bewerbungsgespräch aus, sondern am sicht- und hörbarsten über Sprache.

„Menschen mit Behinderung“ statt „der Behinderte“
(stellt den Menschen in den Vordergrund, vermeidet Reduktion auf ein Merkmal)
„Person im Rollstuhl“ statt „an den Rollstuhl gefesselt“
(neutral, sachlich; vermeidet falsche und negative Darstellung)
„hat eine Seh- und/oder Hörbeeinträchtigung“ oder „ist taubblind“
statt problematisierender oder dramatisierender Formulierungen
(sachlich und beschreibend; Selbstbezeichnungen respektieren)
„barrierefrei“ / „zugänglich für alle“ statt „trotz Behinderung erreichbar“
(stellt nicht die Behinderung, sondern die Gestaltung der Umgebung in den Mittelpunkt)
„inklusive Schule / Arbeitsplatz“ statt „normal“ vs. „nicht normal“
(vermeidet wertende Unterscheidungen)
„Unterstützungsbedarf“ statt „Problem“
(sachlich, nicht defizitorientiert)
„hat …“ statt „leidet an …“
(nicht jede Behinderung oder Beeinträchtigung wird als Leid empfunden)
Tipps fürs Gespräch
1. Fragt nach, wenn ihr unsicher seid („Wie möchtest du angesprochen werden?“)
2. Sprecht nicht über- sondern miteinander
3. Hebt eine Behinderung nicht unnötig hervor („dafür, dass du...., war das echt gut“)
4. Respektiert Selbstbezeichnungen (so nutzen manche Menschen mit Behinderung bewusst das Wort „behindert“)
Inklusion bedeutet:
Alle gehören dazu. Nicht irgendwann. Nicht unter bestimmten Bedingungen. Sondern von Anfang an. Weil Teilhabe kein „nice to have“ ist, sondern ein „must be“. Deshalb achten wir in unserer Kommunikation auf barrierefreie Inhalte, Untertitel bei Videos und eine klare Sprache.
Aber unterm Strich: Respekt und Haltung zählen mehr als perfekte Worte. Eine offene und wertschätzende Haltung verzeiht manch unperfekte Formulierung.
#Inklusion #FürAlle #Barrierefrei












