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Foto: gettyImage ©ipsimus
Lesedauer: 2 Minuten
Inklusion
Respekt, wer´s richtig sagt
von Nadine Mallmann

Inklusion bedeutet, Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit zu respektieren und ihnen gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen – auch im Arbeitsalltag und in der Zusammenarbeit im Team. Dabei spielt Sprache eine zentrale Rolle. Hier findet ihr Tipps für Formulierungen.

 „Es geht nicht darum, den Menschen zu verändern, sondern das System. Die Menschen sind gut so, wie sie sind. Jede:r hat das Recht, „normal“ und respektvoll behandelt zu werden.“ Das ist der Leitspruch von Scott McDonald, Vorsitzender der Gesamtschwerbehindertenvertretung der REWE und PENNY Markt GmbH. Zu einem respektvollen Umgang gehört überdies, wie man mit- und übereinander spricht. Denn Sprache zeigt immer auch, wie wir denken – und manchmal schlicht, wie gedankenlos wir sind.

Wir sind nicht alle gleich. Aber gleichwertig.

Inklusion bedeutet: Alle Menschen – unabhängig von ihren Unterschieden – haben an allen Bereichen des Lebens teil. Ob  Schule, Arbeit, Freizeit – oder öffentlicher Nahverkehr. 

Kein Mensch ist wie der andere. Aber jeder Mensch ist gleichwertig, also genauso viel wert wie ein anderer. Ob mit oder ohne Behinderung: Unterschiede werden anerkannt und respektiert. Das drückt sich nicht nur in barrierefreien Zugängen, Blindenschrift am Fahrstuhl oder Berücksichtigung beim Bewerbungsgespräch aus, sondern am sicht- und hörbarsten über Sprache.

Vielleicht ist nicht der Rollstuhl die “Fessel”, sondern die Treppe?

„Menschen mit Behinderung“ statt „der Behinderte“ 
(stellt den Menschen in den Vordergrund, vermeidet Reduktion auf ein Merkmal) 

„Person im Rollstuhl“ statt „an den Rollstuhl gefesselt“ 
(neutral, sachlich; vermeidet falsche und negative Darstellung) 

 „hat eine Seh- und/oder Hörbeeinträchtigung“ oder „ist taubblind“ 
statt problematisierender oder dramatisierender Formulierungen 
(sachlich und beschreibend; Selbstbezeichnungen respektieren) 

„barrierefrei“ / „zugänglich für alle“ statt „trotz Behinderung erreichbar“ 
(stellt nicht die Behinderung, sondern die Gestaltung der Umgebung in den Mittelpunkt) 

„inklusive Schule / Arbeitsplatz“ statt „normal“ vs. „nicht normal“ 
(vermeidet wertende Unterscheidungen) 

 „Unterstützungsbedarf“ statt „Problem“ 
(sachlich, nicht defizitorientiert) 

„hat …“ statt „leidet an …“ 
(nicht jede Behinderung oder Beeinträchtigung wird als Leid empfunden)

Nachfragen und miteinander sprechen 

Tipps fürs Gespräch 

1. Fragt nach, wenn ihr unsicher seid („Wie möchtest du angesprochen werden?“)
2. Sprecht nicht über- sondern miteinander
3. Hebt eine Behinderung nicht unnötig hervor („dafür, dass du....,  war das echt gut“)
4. Respektiert Selbstbezeichnungen (so nutzen manche Menschen mit Behinderung bewusst das Wort „behindert“) 

Inklusion bedeutet: 

Alle gehören dazu. Nicht irgendwann. Nicht unter bestimmten Bedingungen. Sondern von Anfang an. Weil Teilhabe kein „nice to have“ ist, sondern ein „must be“. Deshalb achten wir in unserer Kommunikation auf barrierefreie Inhalte, Untertitel bei Videos und eine klare Sprache.  

Aber unterm Strich: Respekt und Haltung zählen mehr als perfekte Worte. Eine offene und wertschätzende Haltung verzeiht manch unperfekte Formulierung. 

#Inklusion #FürAlle #Barrierefrei 

Inklusion
„Eine echte Bereicherung für uns”
Isabella Messner arbeitet in einem BILLA-Markt in Österreich, Victoria Köhler absolviert ihre Ausbildung bei DERTOUR in Frankfurt/Main. Isabella ist eine Frau mit Down-Syndrom. Victoria eine Frau mit AUDHS. Auf den ersten Blick zwei unterschiedliche Leben. Was sie aber gemeinsam haben: Sie sind jung, fühlen sich bei der REWE Group gut aufgehoben – und haben einen super Draht zu ihrer Chefin. Und sie sind zwei von Tausenden von Kolleginnen und Kollegen mit Schwerbehinderung.
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Kommentare

Hier erscheinen sowohl deutsche als auch englische Kommentare.

S. Gräfe
vor 15 Tagen und 9 Stunden

"Vielleicht ist nicht der Rollstuhl die "Fessel", sondern....."

Bei dieser Aussage kann man "vielleicht" streichen. Das ist ein Fakt.

Ansonsten lese ich den Beitrag mit Bauchweh.

Neue Formulierungen machen das Problem nicht kleiner und in meinen Augen auch nicht besser.

Damit werden die eigentlichen Probleme nicht angegangen.

Ich durfte die Erfahrung machen, derjenige mit den "tollen verbesserten Formulierungen" war im Endeffekt

wesentlich herablassender als jemand, der die Sache unkorrekt aber mit Empathie anging.

Außerdem können und müssen Behinderte durchaus missliebige Punkte klarstellen. Sie haben ebenso wie Normalos ein eigenständiges Leben!

 

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Bettina Redaktion
vor 12 Tagen und 7 Stunden

Danke für deinen offenen Kommentar. Ich glaube, wir liegen gar nicht weit auseinander. Wir wollten mit dem Artikel nicht vermitteln, dass die „richtigen“ Formulierungen automatisch zu einem respektvollen und besseren Miteinander führen. Im Gegenteil: Deshalb betonen wir am Ende ausdrücklich, dass Haltung und Respekt wichtiger sind als perfekte Worte. Die Formulierungsbeispiele verstehen wir als Anregungen. Denn auch wenn Sprache viel darüber aussagt, wie wir die Welt sehen - entscheidend bleibt, wie respektvoll wir handeln und miteinander umgehen.

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