
Liebe – das ewige Thema der Kunst. Zwei Filme, die formal kaum unterschiedlicher sein könnten, drehen sich um außergewöhnliche Beziehungen. „Pillion“ erzählt die tragikomische S/M-Liebe zwischen zwei verschiedenen Kragenweiten. In „Rose“ macht sich Sandra Hüller per Hose zum Mann, was nach der Hochzeit für Wirbel von historischem Ausmaß sorgt. Und in der Serie „The Testaments: Die Zeuginnen“, der Fortsetzung von „The Handmaid’s Tale“, finden die Töchter von June innerhalb von 10 Episoden bei Disney+ zusammen.
© Weltkino
Natürlich weiß Colin, dass Ray nicht seine Kragenweite ist. Dennoch verliebt er sich Hals über Kopf in den geheimnisvollen, sexy Biker. Und das zum eigenen Erstaunen sogar erfolgreich. „50 Shades of Grey“ in der Schwulen-Community? Ja, aber Pillion ist weit mehr als das. Basierend auf dem Roman „Box Hill“ von Alex Mars-Jones hat der britische Regisseur Harry Light ein Spielfilmdebüt hingelegt, das jeder versteht, der schon einmal naiv in die große Liebe gestolpert ist, egal zu wem oder was. Romanze, Tragik und Komik schmiegen sich an Harry Melling und Alexander Skarsgård wie Latex an Haut.
Alexander Skarsgård
© Chris Harris
Alexander ist der älteste der sechs Söhne und der einen Tochter von Schauspieler Stellan Skarsgård. Geboren 1976 in Stockholm, steht er zwar schon mit sieben vor der Kamera, ist aber vom Rummel dahinter abgeschreckt und versucht sich anderweitig. Anfang der 2000er kehrt er zum Schauspiel zurück und landet als Nordmann-Vampir in der Serie „True Blood“ einen ersten großen Erfolg. Seitdem taucht Skarsgård, der so sexy wie selbstironisch ist, in amerikanischen Serien („Little Big Lies“, 2018) ebenso regelmäßig auf wie in europäischen Kinofilmen („Melancholia“, 2011, „The Moment“, 2026).
Filmgenre: Romantische Komödie
Länge: 107 Minuten
Regie: Harry Lighton
Mit: Harry Melling, Alexander Skarsgård, Douglas Hodge, Lesley Sharp
Altersfreigabe: ab 16
Verleih: Weltkino Filmverleih
Start: 26.3.2026
© Piffl Medien GmbH
„In der Hose war mehr Freiheit“, war einer der prägendsten Sätze auf der Wettbewerbsleinwand der diesjährigen Berlinale. Gekommen ist er aus dem Mund von Sandra Hüller, die als Titelheldin „Rose“ im 30-jährigen Krieg verbotenerweise in eben jenes Kleidungsstück schlüpft. Damit genießt sie alle Privilegien eines Mannes - Selbstbestimmung, Erbberechtigung und Besitz – und macht sie geltend, als sie nach dem Krieg in ihr Heimatdorf zurückkehrt. Der österreichische Regisseur Markus Schleinzer reduziert „Rose“ auf Schwarz-weiße Bilder und geschliffene Dialoge ohne große Geste.
Sandra Hüller
© Schubert, ROW Pictures, Walker+Worm Film, Gerald Kerkletz
In „Rose“ trägt Sandra Hüller das Mysterium ihrer Figur als Narbe im Gesicht und als Beinkleid am Körper. Für beides bedankt sie sich, als ihr bei der Berlinale der Silberne Bär für die beste Hauptdarstellung verliehen wird. Ihren ersten Bären bekommt sie genau 20 Jahre zuvor für die weibliche Hauptrolle in dem Exorzismus-Drama „Requiem“. In den Jahren dazwischen geht die Karriere der 1978 in Suhl geborenen Hüller steil nach oben und wird international. So ist sie ab Mitte März auch an der Seite von Ryan Gosling in „Der Astronaut – Project Hail Mary“ zu sehen.
Filmgenre: Tragödie
Länge: 104 Minuten
Regie: Markus Schleinzer
Mit: Sandra Hüller, Caro Braun, Godehard Giese, Maria Dragus, Robert Gwisdek
Altersfreigabe: ab 12
Verleih: Piffl Medien GmbH
Start: 30.4.2026
© disney+/Hulu
Im Finale der sechsten Staffel von „The Handmaid’s Tale: Der Report der Magd“ beginnt June in Freiheit die Geschichte von ihrer Zeit als Desfred aufzuschreiben. Der Kampf gegen die Versklavung der Frau im Patriachat von Gilead ist aber noch lange nicht vorbei. Vielmehr wird er weitergeführt von Junes Töchtern, Hannah und Nichole, die von einander nichts wissen, bis sie sich mit Hilfe von Tante Lydia treffen. Autorin Margaret Atwood war so begeistert von der Serien-Verfilmung ihres Romans „The Handmaid’s Tale“, dass sie 2019 mit „The Testaments: Die Zeuginnen“ eine Fortsetzung schrieb, die nun ihrerseits von „Handmaid“-Showrunner Bruce Miller für das Fernsehen adaptiert wurde.
Genre: Thriller Drama
Länge: 10 Episoden a 60 Minuten
Entwickler: Bruce Miller
Mit: Chase Infinity, Lucy Halliday, Eva Foote, Ann Dowd, Rowan Blanchard
Altersfreigabe: ab 16
Streaming: Hulu, Disney+
Ab: 8.4.2026
© Schnau Software
2021 sorgte das Deutsche Historische Museum für Aufsehen, als es unter dem Titel „Der Kapitalismus und das deutsche Gefühl“ die Leben von Karl Marx und Richard Wagner verglich. Erstaunlich war für viele Besucher schon allein der Umstand, dass beide Zeitgenossen waren. Solche Aha-Erlebnisse finden sich zuhauf auf der Web-Page „Timeliner“. Der kalifornische Entwickler Dan Schnau lässt dort den User die Lebensspannen von 225 historischen Persönlichkeiten jeweils paarweise übereinanderlegen – angefangen von Johannes Gutenberg bis hin zu Malala Yousafzai.

Art: Dienst, Geschichte
Entwickler: Dan Schnau
Für: jede Art von Browser
Adresse: timeliner.cc











