
Sie rennen, strampeln, spielen und reden sich um ihr Leben. In „Souleymans Geschichte“ und in „Marty Supreme“ geht es um alles. Während der eine auf dem Fahrrad durch die Straßen von Paris rast, spielt sich der andere im Ping-Pong rasant an die Weltspitze. Beide Filmen basieren lose auf wahren Begebenheiten. Doch trotz ihrer Ähnlichkeiten in der Story könnten „Souleymans Geschichte“ und Marty Supreme“ in ihrer jeweils virtuosen Machart nicht unterschiedlicher sein. Seriell kann da nur die grandiose Trine Dyrholm mithalten, der die sechs Teile von „The Danish Woman“ buchstäblich auf den Leib geschrieben wurden – zu sehen auf Arte.
© Film Kino Text
In europäischen Städten begegnet man ihnen dutzende Male täglich, aber sehen tut man sie nur für ein paar Minuten, wenn sie an der Tür klingeln, um etwas zu bringen. Der französische Regisseur Boris Lojkine hat sich die Fahrradkuriere in Paris genauer angeschaut. Daraus entstanden ist der Spielfilm „Souleymans Geschichte“, der seinem guineischen Titelhelden hart auf den Fersen ist, während er Essen ausliefert, für seinen Antrag auf politisches Asyl eine teuer erkaufte Geschichte auswendig lernt und via Telefon für seine kranke Mutter in der Heimat eine Pflegestelle sucht.
© Film Kino Text
Abou Sangaré
Der 23-jährige Guineer Abou Sangaré erobert Cannes im Sturm, als dort 2024 in der Sektion Un certain regard „Souleymans Geschichte“ gezeigt wird. Er gewinnt den Preis als bester Darsteller, so wie auch den César für die beste männlichen Neuentdeckung. Trotz der Preise hat Sangaré – der seine fiktive Rolle mit der eigenen Biografie auspolsterte - nicht vor eine Schauspielkarriere einzuschlagen. Stattdessen will der in Guinea ausgebildete Automechaniker im französischen Amien eine eigene Werkstatt eröffnen. Der Ruhm in Cannes bescherte ihm 2025 eine befristete Aufenthaltsgenehmigung.
Filmgenre: Großstadtdrama
Länge: 94 Minuten
Regie: Boris Lojkine
Mit: Abou Sangaré, Alpha Oumar Sow, Nina Meurisse, Emmanuel Yovanie
Altersfreigabe: ab 12
Verleih: Film Kino Text
© Tobis Film
In Marty Mauser steckt mehr als ein Schuhverkäufer. Das weiß nicht nur er, sondern jeder, der ihn jemals an der Tischtennisplatte sah. Als 1952 die Weltmeisterschaft in Tokio ansteht, will es Marty der ganzen Welt zu beweisen. Vorausgesetzt, er findet einen Sponsor. „Marty Supreme“ wird schon jetzt als der große Abräumer der Film-Trophäen 2026 gehandelt. Und das zu Recht. Timothy Chalamet hat sich auf semi-professionellen Level trainiert, Gwyneth Paltrow ist dafür aus der Leinwand-Frührente zurückgekehrt und Regisseur Josh Safdie lässt erstmals im Alleingang die Leinwand eskalieren.
Josh Safdie
Josh Safdie, geb 1984, und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Benny wachsen in New York City auf und gründen während ihrer Studienzeit in Boston ihr ersten Filmkollektiv. Nach rund einem Dutzend Kurzfilmen wird das Regie-Duo mit der rasanten Gangsterkomödie „Good Time“ 2017 berühmt und 2019 mit dem noch schneller inszenierten Juwelenraub – ausgeführt von Adam Sandler - in „Der schwarze Diamant“ weltberühmt. 2025 gewinnt Benny Safdie für sein Solo „The Smashing Machine“ den Regie-Preis in Venedig. Bei der kommenden Oscar-Verleihung werden sich die Brüder vermutlich gegenseitig die Preise abjagen.
Filmgenre: Tragikomödie
Länge: 149 Minuten
Regie: Josh Safdie
Mit: Timothée Chalamet, Gwyneth Paltrow, Odessa A’zion, Fran Drescher
Altersfreigabe: ab 12
Verleih: Tobis Film
Start: 26.2.2026
© Slot Machine
Auf ihre isländischen Nachbarn wirkt sie wie eine frisch pensionierte Öko-Tante aus Dänemark – ein bisschen exzentrisch, aber in Grunde okay. Dabei hat Ditte Jensen ein dunkles Geheimnis: Sie war als UN-Blauhelm nicht nur an sämtlichen Brennpunkten der Welt stationiert, sie hat von dort auch eine recht resolute Art der Problemlösung mitgebracht. Diese stellt sie gerne in den Dienst ihrer Nachbarn, wenn auch ungefragt.
Ditte Jensen ist eine Paraderolle für Trine Dyrholm, die sich mit Filmen wie „In einer besseren Welt“ und „Königin“ einen Namen als schauspielerische Naturgewalt gemacht hat. In „The Danisch Woman“ darf sie das aufs Feinste ausleben.
Genre: Drama, Komödie
Länge: ca 300 Min
Regie: Benedikt Erlingsson
Mit: Trine Dyrholm, Kristín Þóra Haraldsdóttir, Edda Guðnadóttir, Jens Albinus
Altersfreigabe: ab 16
Streaming: Arte Mediathek und Arte
Ab: 29.1.2026 (Mediathek), 5.2.2026 (TV)
© Giant Squid
Der Titel „Sword of the Sea“ ist irreführend, denn die See besteht größtenteils aus Sand und das Schwert dient lediglich dazu, durch diesen Sand zu surfen. Das Irreführen aber gehört zum Konzept der gigantischen Leviathane, die es in dieser surrealen Game-Welt zu bekämpfen gilt. Dabei ist Geschick gefragter als Gewalt und der Weg spannender als das Ziel. Ohne tiefe Story, Erklärung oder Dialog erzählt sich das Abenteuer durch Formen, Farben und Musik. Ein großer Bildschirm und gute Boxen sind da fast obligatorisch.
Art: jump and surf Abenteuer
Entwickler: Giant Squid
Für: Windows 10 und PS5
Adresse: swordoftheseagame.com/










