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© 2025 Maybe Movies, Ikki Films, 2 Minutes, France 3 Cinéma, Puffin Pictures, 22D Music
Lesedauer: 3 Minuten
Filme & Co. im Juni
Surreales aus Fernost
von Edda Bauer

Träume und verschobene Realität - mal leuchtend bunt, mal schaurig düster – als Verbindung zwischen Fernost und Frankreich trifft man nicht oft im Kino. Umso mehr sollte man als Zuschauer im Mai die Chance ergreifen, um sich zwei außergewöhnlich schönen Exemplaren dieser Mischung hinzugeben. Da ist zum einen der französische Animationsfilm „Die kleine Amélie oder der Charakter des Regens“ der die Geschichte eines belgischen Kleinkinds in Japan erzählt und gleichzeitig reflektiert. Zum anderen beschert der chinesische Autor und Regisseur Bi Gan seinem Publikum mit „Resurrection“ eine immersive Traumwelt, die bei den Filmfestspielen in Cannes ausgezeichnet wurde. Und der deutsch-französische Sender arte holt mit der sechsteiligen Drama-Serie „Etty“ den Zuschauer auf den Boden der politischen Tatsachen zurück.

Kino 1
Die kleine Amélie oder der Charakter des Regens

© Piece of Magic Entertainment BV „Mit 3 Jahren siehst du alles, verstehst aber nichts.“ Erst im Rückblick ergeben sich Zusammenhänge, vielleicht sogar Erklärungen. Der Zeichentrickfilm „Die kleine Amélie oder der Charakter des Regens“ erzählt die Evolution seiner ungewöhnlichen Titelheldin aus ihrer ganz persönlichen Sicht auf die Dinge. Das ist umso spannender, als dass sie mit ihrer belgischen Familie im Japan der späten 60er Jahre lebt.

Was aussieht wie eine waschechte Ghibli Produktion wurde in Frankreich virtuos gezeichnet und so liebevoll zum Leben erweckt, dass es in diesem Jahr für einen Oscar nominiert war.

© 2025 Maybe Movies, Ikki Films, 2 Minutes, France 3 Cinéma, Puffin Pictures, 22D Music Amélie Nothomb

Die wunderliche Geschichte der kleinen Amélie basiert auf dem Leben der belgischen Autorin Amélie Nothomb, die sie in dem 2000 erschienen Roman „Metaphysik der Röhren“ festhielt. Nothomb, 1966 als Fabienne-Claire im belgischen Etterbeek geboren oder nach eigenen Angaben 1967 als Amélie in Kobe, Japan, verfasst seit 1992 (fast) jedes Jahr einen Roman. Oft verarbeitet sie darin ihre eigene Biographie, etwa in „Der japanische Verlobte“ (2007) oder „Die Kunst, Champagner zu trinken“ (2014). In „Der belgische Konsul“ erzählt sie das spannende Diplomaten-Leben ihres Vaters Patrick in Tagebuch-Form.

Filmgenre: Drama, Animation
Länge: 78 Minuten
Regie: Mailys Vallade, Liane-Cho Han
Mit: -
Altersfreigabe: o.A.
Verleih: Piece of Magic Entertainment
Start: 11.6.2016

Kino 2
Resurrection

© Plaion Pictures Alles beginnt und endet im Kino. Dazwischen spult sich das Leben und der Traum einer Frau auf der Leinwand ab. „Resurrection“, zu Deutsch „Auferstehung“, ist ein chinesisch-französisches Filmepos ohne Logik, aber mit viel Symbolik, Sinnlichkeit und immensem Schauwert. Visuell angelehnt an die Stummfilme von Louis Lumière („Der begossene Gärtner“,1895) und F.W. Murnau („Nosferatu“, 1922), inspiriert aber auch von den Surrealitäten eines David Lynch („Wild at Heart“, 1990), treibt „Resurrection“ einen Bewusstseinsstrom à la James Joyes‘ Roman „Ulysses“ entlang.

© 2025 Dangmai – CG Cinema – Arte France Cinema Bi Gan

Andrei Tarkowskis Drama-Klassiker „Stalker“ (1979) gibt Bi Gan als Initialzündung für seine Filmlaufbahn an. Geboren 1989 in der chinesischen Provinz Guizhou, studiert er Literatur und Film, doch erst durch Tarkowski versteht er beides zu verbinden. Sein Spielfilmdebüt „Kaili Blues“ gewinnt 2016 nationale Preise und internationale Aufmerksamkeit. Sein Zweitling, der Thriller „Long Day’s Journey Into the Night“ feiert 2018 seine Premiere bei den Filmfestspielen in Cannes. 2025 läuft sein Traum-Thriller-Epos „Resurrection“ im Wettbewerb und wird mit dem Preis der Jury ausgezeichnet.

Filmgenre: Drama, Thriller
Länge: 160 Minuten
Regie: Bi Gan
Mit: Jackson Yee, Shu Qi, Mark Chao, Li Gengxi, Jue Huang, Yan Nan
Altersfreigabe: ab 16
Verleih: Plaion Pictures
Start: 25.6.2026

Streaming
Etty

© Reiner Bajo Weniger bekannt als die Tagebücher von Anne Frank sind die von Esther „Etty“ Hillesum, verfasst zur selben Zeit in derselben Stadt. Kurz vor der deutschen Besetzung schließt sie ihr Jurastudium ab und beginnt, auf Anraten ihres Psychotherapeuten, Tagebuch zu schreiben. Darin beschreibt sie detailliert die zunehmend antisemitische Stimmung in der Stadt und ihre persönliche Auseinandersetzung mit der jüdischen Religion. Diese Aufzeichnungen hat der israelische Regisseur Hagai Levi – u.a. Autor der Serien „In Treatment“ und „The Affair“ – zu einem Sechteiler adaptiert, der in der heutigen Zeit spielt – was erschreckend gut funktioniert.

Genre: Biographie Drama
Länge: 6 Episoden a 50 Minuten
Entwickler/Regie: Hagai Levi
Mit: Julia Windischbauer, Sebastian Koch, Claire Bender, Gijs Naber, Leopold Witte
Altersfreigabe: o.A.
Streaming: arte.tv und ARTE
Ab: 13.5. und 21.5.

Game
The Darkest Files

© Painbucket Games Um Nazis das Handwerk zu legen, wird in Action Games meist zu Panzern und Schusswaffen gegriffen. Nicht so in dem jüngst mit dem Deutschen Computerspielpreis ausgezeichneten „The Darkest Files“. Darin geht es um reale Fälle, denen die Staatsanwältin Esther Katz in den 50er Jahren nachspürt. Mit Hilfe von Akten und Zeugen gilt es NS-Verbrecher aufzufinden und gegen den Widerstand von amtlicher Seite zur Anklage vor einem deutschen Gericht zu bringen. Vorbild für Esther Katz ist der legendäre Generalstaatsanwalt Fritz Bauer.

Art: Detektivspiel
Entwickler: Paintbucket Games
Für: Windows, Xbox X/S, PS5
Adresse: paintbucket.de/projekte/the-darkest-files

Rubriken:
ServiceREWE Group
Schlagwörter:
Unterhaltung
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