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ArticleId: 3552magazineWährend der Pandemie kam dem rein weiblichen Rangerteam der Black Mambas eine doppelt wichtige Rolle zu: Sie schützten die Nashörner vor Wilderern und sicherten als Hauptverdienerinnen den Lebensunterhalt ihrer Familien. Eine Vertreterin des Vereins berichtet.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/0/9/csm_ts_standard_ma-black-mam_1ffec0d750.jpg„Jeden Zentimeter im Auge behalten“Black Mambas
Herzensprojekt Black Mambas, Südafrika
„Jeden Zentimeter im Auge behalten“
von Bettina Rees

Während der Pandemie kam dem rein weiblichen Rangerteam der Black Mambas eine doppelt wichtige Rolle zu: Sie schützten die Nashörner vor Wilderern und sicherten als Hauptverdienerinnen den Lebensunterhalt ihrer Familien. Wie die Frauen und ihre Kinder durch diese schwierige Zeit kamen, erzählt eine Vertreterin des von der REWE Group unterstützten Projekts.

Schätzungen zufolge leben bis zu 13.000 Nashörner in Südafrikas größtem Wildschutzgebiet, dem Krüger Nationalpark. Und nirgendwo wird so viel gewildert. Die Umweltorganisation Transfrontier Africa hat 2013 die Anti-Wilderei-Einheit „Black Mambas“ gegründet, der 36 junge Frauen aus den lokalen Stammesgemeinschaften angehören. Sie durchsuchen das Schutzgebiet nach illegalen Camps, Fallen oder Feuerstellen der Wilderer.

Wie erfolgreich und wichtig die Arbeit der Black Mambas ist, lässt sich mit Zahlen belegen: Seit 2014 konnten die Frauen über 1.000 Fallen aufspüren und zerstören sowie 29 Wilderei-Camps auflösen. Insgesamt wurde die durch das Aufstellen von Fallen verursachte Wilderei um 89 Prozent reduziert, der illegale Handel mit Nashörnern ging um 67 Prozent zurück.

Durch die ausbleibenden Touristen in Folge der weltweiten Corona-Pandemie und somit fehlenden Einkommensmöglichkeiten der Menschen steigt die Wilderei momentan wieder extrem an. Der Bestand der Nashörner ist daher stark gefährdet. one fragte die Pressesprecherin von Transfrontier Africa, Valeria van der Westhuizen, wie sich die Situation auf die Black Mambas auswirkt.

Valeria van der Westhuizen, Transfrontier Africa, über Corona
Weniger Tourismus, mehr Wilderei

Valeria van der Westhuizen

one: Frau van der Westhuizen, wie hat sich Corona auf die tägliche Arbeit der Black Mambas ausgewirkt?

Valeria van der Westhuizen: Die Pandemie war für unsere Black Mambas eine große Belastung. Während der ersten Welle konnten viele von ihnen nach ihrer mehrtägigen Arbeitsschicht nicht zu ihren Familien zurückkehren, so dass sie leider mehr als 52 Tage ununterbrochen arbeiten mussten. 

Das bedeutet, dass wir eine Menge Überstunden zu bezahlen hatten, und wir sind stolz darauf, dass es uns mit Mühe doch gelungen ist, alle unsere Teammitglieder ohne Gehaltseinbußen weiter zu beschäftigen. Aber es war eine sehr schwierige Zeit. Innerhalb des Reservats mussten wir zudem die Patrouillengebiete ausweiten und die Black Mambas in mehr Gebieten einsetzen, um sicherzustellen, dass sie jeden Zentimeter des Reservats im Auge behalten.

one: Warum bedeutete die Pandemie mehr Arbeit für die Black Mambas?

Valeria van der Westhuizen: Nun, die Touristen kamen nicht mehr und es war quasi menschenleer im Reservat. Gleichzeitig aber stieg die Zahl der Menschen in den Gemeinden, die in der Pandemie Arbeit und Einkommen verloren hatten und für die Wildern eine Alternative bedeutete.

one: Wie wirkt sich die Pandemie auf die Frauen selbst aus?

Valeria van der Westhuizen: Man muss wissen, dass viele unserer Black Mambas die einzigen Ernährerinnen ihrer Familien sind. Da durch die Pandemie viele Menschen in den Gemeinden ihre Arbeit verloren hatten, wurde die Rolle unserer Black Mambas als Hauptversorgerinnen immer wichtiger. Denn durch den Verlust von Arbeitsplätzen gab es zu Hause mehr Menschen zu ernähren und zu versorgen. Es war für sie eine enorme Belastung, für einen größeren Haushalt zu sorgen und zu wissen, dass eine fünf- oder sechsköpfige Familie von ihnen abhängt. Zudem bedeutete die 52-tägige Abwesenheit von zu Hause: Die Black Mambas sahen ihre Kinder 52 Tage lang nicht, verpassten wichtige Momente in ihrem Leben und konnten an Familienfesten wie Ostern oder Geburtstagen nicht teilhaben.

Und wie bereits angedeutet, führte die pandemiebedingte Arbeitslosigkeit nicht nur zum Einkommensverlust, sondern auch zu einem erhöhten, sozialen Druck innerhalb der Gemeinschaften. Damit stieg bei vielen die Risikobereitschaft, nach Buschfleisch zu wildern.  

Die Kinder wiederum konnten nicht in die Schule gehen und waren jeden Tag zu Hause – und das 24 Stunden lang. Sie bekamen auch nicht ihre tägliche Mahlzeit, die sie normalerweise in der Schule erhalten würden. Die Bush Babies und die Mambas haben hier Abhilfe geschaffen. 

Das ist die DER Touristik Foundation

Die DER Touristik Foundation setzt sich seit 2014 als gemeinnütziger Verein dafür ein, die Lebensumstände der Menschen und die ökologischen Lebensräume in weniger entwickelten touristischen Regionen zu fördern und zu schützen.

Die weltweiten Förderprojekte werden von der DER Touristik Foundation in enger Kooperation mit anderen gemeinnützigen Vereinen, Stiftungen und Hilfsorganisationen vor Ort umgesetzt. Die Spenden fließen zu 100 Prozent in die Förderprojekte, die dem Ansatz der „Hilfe zur Selbsthilfe“ folgen.  Bislang wurden 83 Projekte in 25 Ländern auf fünf Kontinenten gefördert. Eines der Projekte ist das Black Mambas-Projekt in Südafrika.

one: Wer oder was sind die Bush Babies?

Valeria van der Westhuizen: Im Rahmen des „Bush-Babies-Programm" werden rund 870 Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren aus zehn Schulen rund um den Krüger-Nationalpark für die Themen Umweltbildung und Tierschutz sensibilisiert. Das Projekt soll den Jugendlichen vermitteln, wie sie ein nachhaltiges Leben führen und langfristig für sich und ihre Familien sorgen können. Die Schüler bekommen deshalb einmal pro Woche Unterricht in nachhaltigen Anbautechniken und Ernährungssicherheit, indem sie eigenständig einen Gemüsegarten betreiben.

 one: Wie wurde die Arbeit mit den Kindern fortgesetzt?

Valeria van der Westhuizen: Da ja die Schulen geschlossen waren, hat unser Projektleiter für die Umwelterziehung der Bush Babies, Lewyn Maefala, ein kreatives Konzept dafür entwickelt, die Kinder aus der Ferne zu unterrichten. Wir haben zudem ein Zentrum gebaut, das in zentraler Lage über Unterrichtsräume im Freien und große nachhaltige Gemüsegärten verfügt. 

 one: Wie ist die aktuelle Situation und Stimmung im Land selbst, insbesondere aufgrund der neuen Corona-Variante?

Valeria van der Westhuizen: Der Tourismussektor ist enttäuschend, da die Buchungen für Lodges immer noch sehr niedrig sind und rund 30 Prozent unter dem Vor-Corona-Niveau liegen. Die Impfungen laufen aber auf Hochtouren, so dass sich kaum jemand mehr gesundheitliche Sorgen macht.

So kommt Ihre Spende an

DER Touristik Foundation e.V. ist einer der vier Empfänger des Mitarbeiter-Spendenprojekts der REWE Group. Wer eines der Projekte mit einer monatlichen Gehaltsspende von 1, 5 oder 10 Euro unterstützen möchte, kann dies mit Hilfe des Spendenformulars in die Wege leiten. Alle wichtigen Fragen und Antworten rund um das Mitarbeiter-Spendenprojekt finden Sie hier

Mehr zum Mitarbeitendenspendenprojekt erfahren Sie im one_Podcast mit Projektleiterin Sonja Liedke.

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