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ArticleId: 120magazineGeflügelhalter setzen wieder vermehrt auf Gentechnik-Futter. Die Mehrheit der Verbraucher will jedoch Eier und Geflügel ohne Gentechnik. Wir erklären die Hintergründe.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/2/3/csm_22491759_mgt_standard_47701aca58.jpgGackern ohne GentechnikHintergrund zum GVO-Streit
Umfragen zeigen: 80 Prozent der Verbraucher wollen Eier und Geflügel ohne Gentechnik.
Hintergrund zum GVO-Streit
Gackern ohne Gentechnik
von Marco Sandner und Julia Klotz
Branche
REWE Group
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Eine Erklärung des Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) sorgte im Februar dieses Jahres für Aufruhr in der Branche: Hähnchenmäster und Legehennenhalter wollen wieder vermehrt auf Futtermittel umsteigen, die gentechnisch veränderte Organismen (GVO) enthalten. Eine Ausnahme: die REWE Group. Ein kompliziertes Thema, das bei vielen Menschen auf Unverständnis stößt. Lesen Sie hier die Hintergründe.

Nach einer aktuellen Veröffentlichung von Greenpeace ist die REWE Group neben Tegut aktuell das einzige Handelsunternehmen in Deutschland, das weiterhin bei der Eigenmarkenproduktion von Hähnchenfrischfleisch und Eiern auf gentechnisch unverändertes Soja setzt. Und damit eine große Ausnahme am Markt: Denn Anfang des Jahres erklärte der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG): Hähnchenmäster und Legehennenhalter wollen wieder auf Futtermittel umsteigen, die gentechnisch veränderte Organismen (GVO) enthalten. Die Begründung: Es sei nicht genügend gentechnikfreies Soja am Weltmarkt zu beschaffen. Viele der Lieferungen aus Übersee seien zudem stark verunreinigt mit Gentechnik-Soja.

Unter gentechnischer Veränderung versteht man die gezielte Veränderung von Erbgut. Oft wird in diesem Zusammenhang von „Agrogentechnik“ oder „Grüner Gentechnik“ gesprochen, die sich auf die Erbgut-Veränderung von Pflanzen bezieht, um diese vor allem resistent gegen Insekten oder tolerant gegenüber bestimmten Unkrautbekämpfungsmitteln zu machen. Mit diesem Eingriff in die Natur kann die Produktivität in der Landwirtschaft, nach Ansicht der Gentechnik-Befürworter, erheblich gesteigert werden.

Als eine der wichtigsten Eiweißquellen für Kraftfutter in der Massentierhaltung dient heutzutage Soja. Jährlich werden dem WWF zufolge in Deutschland rund 4,5 Millionen Tonnen Sojaschrot in der Futtermittelindustrie eingesetzt. Hauptherkunftsländer sind vor allem die USA, Brasilien oder Argentinien. In Lateinamerika sind  bereits über 70 Prozent der Sojaplantagen mit transgenem Saatgut bestückt. In Argentinien sind über 90 Prozent der Sojapflanzen gentechnisch verändert.

REWE Group setzt auf GVO-freie Futtermittel

Die REWE Group beschäftigt sich seit Jahren sehr intensiv mit den Fragen der Nutztierfütterung und vertritt den Standpunkt, dass es nachhaltiger ist, speziell die aus Südamerika stammenden Eiweißfuttermittel schrittweise durch europäische und gentechnikfreie Eiweißquellen zu ersetzen. Aus diesem Grund hat die REWE Group im September 2013 die „Leitlinie für Soja als Futtermittel“ veröffentlicht. Die in der Sojaleitlinie geforderten Veränderungen sind unter anderem im Rahmen eines PRO PLANET-Projektes für Hähnchen schon weit fortgeschritten. Hier wurde bereits die Fütterung sämtlicher Hähnchen im Frischebereich auf eine reduzierte Verfütterung von gentechnikfreiem südamerikanischem Soja umgestellt.

Nina Flechtker leitet bei der REWE Group das PRO PLANET-Hähnchenprojekt. Sie ist überzeugt, dass der Fokus auf europäische Eiweißquellen für Futtermittel viele Vorteile für Mensch und Natur mit sich bringt: „Neben der Gentechnikfreiheit schaffen wir mit unseren Maßnahmen Anreize, dass wertvolle Eiweißpflanzen wie Ackerbohnen, Futtererbsen, Lupinen und Sojabohnen zukünftig vermehrt in unseren mitteleuropäischen Anbauregionen kultiviert werden. Das stärkt die Nachhaltigkeit der europäischen Landwirtschaft, da die durch Leguminosen erweiterten Fruchtfolgen die Artenvielfalt und Bodenqualität stärken.“, kann Flechtker bestätigen. „Aus diesem Grund sind wir auch Gründungsmitglied des Donau Soja Vereins, der den gentechnikfreien Sojabohnenanbau in der europäischen Donauregion fördert“, so Flechtker weiter. Hinzu kommt, dass beim Anbau von gentechnikfreiem Soja weniger Pflanzenschutzmittel benötigt wird als bei dem überwiegend in Monokultur angebauten transgenen Soja.

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