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REWE Group zeigt Herz
„Wichtiger als Geld ist Gemeinsamkeit“
ArticleId: 2516magazineIn zehn Jahren haben die REWE Group und ihre Mitarbeitenden beeindruckende vier Millionen Euro für Haiti gespendet. Doch das wirklich Besondere ist das Gemeinschaftsgefühl, das aus dem Engagement entstanden ist. In one blicken wir zurück – und auf die aktuelle (Krisen-) Lage in Haiti.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/7/1/csm_TT_12_01_Charity2019_-one-teaser-standard_0546d019cb.jpg„Wir machen weiter“Zehn Jahre Hilfe für Haiti
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Weihnachtsfeier im Collège Verena
10 Jahre Hilfe für Haiti

„Wir machen weiter“

11.12.2019
von Bettina Rees

Das Besondere an der Hilfe der REWE Group für Haitis Kinder ist nicht nur, dass sie seit zehn Jahren andauert. Oder dass Unternehmen und Mitarbeiter seither knapp vier Millionen Euro gespendet haben. Das Besondere ist vielmehr das Gemeinschaftsgefühl, das aus diesem Engagement entstanden ist: Uns geht’s nur gut, wenn’s allen gut geht.

Vor knapp zehn Jahren bebte in Haiti die Erde. Nur wenige Sekunden genügten, um eine Katastrophe riesigen Ausmaßes zu beschwören. Rund 230.000 Tote, etwa 190.000 zerstörte Häuser, über eine Million Obdachlose und fast 4.000 kaputte oder schwer beschädigte Schulen. Eine davon wurde mit Hilfe von REWE Group-Spenden wieder aufgebaut: Heute steht das Collège Verena mit Kita, Grund- und weiterführender Schule wie ein Leuchtturm in einem der ärmsten Viertel Haitis: Schön, luftig, gut ausgestattet – und erdbebensicher.

Das Besondere an der Hilfe durch die REWE Group und sehr vielen ihrer Mitarbeiter: Sie ist nachhaltig. Seit fast zehn Jahren schon, also sehr zeitnah nach dem Erdbeben, unterstützen wir die Hilfsorganisation Kindernothilfe dabei, Kindern in Haiti eine Zukunftsperspektive zu geben. Die Schule Collège Verena ist dabei der größte, aber nicht der einzige Baustein. Unsere Spenden erreichten und erreichen auch Kinder, die sonst gar nicht zur Schule gehen könnten, weil sie sich als Haushaltshilfen verdingen müssen. Für diese so genannten Restavèk-Kinder gibt es nun Bildungsprojekte. Für wieder andere, die sich keine gute Ausbildung oder gar ein Studium leisten können, greift ein Stipendienprogramm.

Für unser Topthema haben wir Menschen befragt, die an den Hilfsprojekten beteiligt waren oder sind. Eigentlich sollten noch mehr Menschen aus Haiti selbst sprechen: Jugendliche, Pädagogen, Koordinatoren der Kindernothilfe. Aber viele können uns derzeit keine Antwort geben: Die politischen Unruhen sind aktuell so massiv, die Sicherheitssituation ist so prekär (siehe unten), dass es kaum möglich ist, einem geregelten Leben nach- oder in die Schule zu gehen. Geschweige denn per E-Mail auf Fragen aus Deutschland zu antworten und auf die vergangenen zehn Jahre zurückzublicken, während die Gegenwart bedrohlich ist.

Bedrohungen kennt dieses Land wie wenige andere: Politische Krisen und Naturkatastrophen geben sich auf ungute Art die Hand und machen den Menschen das Leben schwer, genauer gesagt das Leben mit Zukunftsperspektiven.

Wir danken daher an dieser Stelle allen, die vor Ort sind. Und allen, die in diesen zehn Jahren das Interesse an Haiti nicht verloren haben. Die vielleicht spenden, vielleicht ein Patenkind unterstützen, oder die vielleicht einfach versuchen, mit Hilfe unserer one_Berichterstattung den Kindern in Haiti nahe zu bleiben.

„Das Erdbeben am 12. Januar 2010 und die Zeit danach waren für meine Familie und mich ein Alptraum. Meine allerbeste Freundin starb. Ich selbst und meine kleine Schwester, wir überlebten knapp. Wir waren in unserem Haus im Stadtzentrum, das völlig zusammenbrach und zehn Menschen unter sich begrub. Zehn Nachbarn, mit denen wir viele Jahre Seite an Seite gewohnt hatten. Sie waren wie Familie für uns. Wir konnten monatelang nicht richtig schlafen, hatten Alpträume, haben getrauert und geweint, um unsere Nachbarn, meine Freundin und um andere. Bis heute kann meine Schwester nicht über das Erdbeben sprechen, ohne zu weinen. Sie war so tief traumatisiert, dass sie schlussendlich das Land verließ, um woanders ein neues ruhigeres Leben anzufangen.

Ein paar Minuten nach dem Beben retteten uns Nachbarn aus den Trümmern. Unser Leben hatten wir noch, sonst nichts mehr. Wir verließen Port-au-Prince und gingen aufs Land. Erst nachdem ich psychologische Hilfe erhalten hatte, war ich in der Lage, anderen zu helfen, und ich suchte mir eine Stelle bei einer Hilfsorganisation. Die Familien, mit denen wir arbeiteten, brauchten Hilfe. Sie waren in einem bemitleidenswerten Zustand, lebten mit ihren Kindern in Zelten. Manchmal waren auch Neugeborene darunter, das war furchtbar hart für sie. Die Hilfe durch internationale Geber hielt die Familien am Leben, ohne Unterstützung hätten sie nicht durchgehalten.“

Die Ökonomin Elmide Osse Pierre leitet das mit REWE Group-Spenden finanzierte Stipendienprogramm für Absolventen des Collège Verena.

„Durch die Unterstützung der Führungskräfte und die große Spendenbereitschaft der Mitarbeiter konnten wir in Haiti viel umsetzen, das sonst nicht möglich gewesen wäre. Seit dem Start der Partnerschaft sind fast vier Millionen Euro zusammengekommen, ein großer Teil davon aus den Gehaltsspenden unserer Mitarbeiter. Auch heute noch verfolgen viele das Geschehen in Haiti, wollen über Fortschritte und Neuigkeiten informiert werden. Insgesamt ist aus dem Projekt ein starkes Wir-Gefühl entstanden – alle sind stolz darauf, was wir gemeinsam geschafft haben und verspüren eine tiefe Verbundenheit mit ,unserer Schule` und den Projekten vor Ort.“

Daniela Büchel, Personalvorstand der REWE Group

„Als Europäer kann man sich kaum vorstellen, was das bedeutet, wenn man ein solches Bauprojekt in einem so extrem armen Viertel wie Delmas 2 umsetzen will: Die Leute wollten zum Teil mit Gewalt einen Job auf der Baustelle erhalten! Zum Glück half uns ein im Viertel sehr angesehener Bewohner, alle die nicht mitarbeiten konnten, zu besänftigen.

Auch musste ich immer wieder die Eltern versammeln und die jeweiligen Bauphasen und Probleme erklären und um mit ihrer Hilfe Diebstähle auf der Baustelle zu vermeiden. Es war ja ihre Schule und sie verteidigten sie.“

Major Sylvaine Mägli von der Heilsarmee leitete während vor und nach dem Erdbeben das Collège Verena. In ihre Zeit als Direktorin fiel auch die der Neubau der Schule.

„Für mich ist wichtig, dass Architektur sozial ist, dass sie Räume schafft, die zu den Menschen und ihren Bedürfnissen passen. Ein gutes Architekturprojekt muss die Sehnsüchte, Träume und die Lebensweise derjenigen spiegeln, die es später mit Leben füllen sollen. Und es muss die Kräfte und Fähigkeiten nutzen, die es vor Ort, bei eben diesen Menschen findet. Das war auch der Schlüssel zum Bauprojekt mit der Kindernothilfe: Wir haben uns bei der Planung des Collège Verena, das ja inmitten eines Armenviertels liegt, gefragt: Wo liegen die größten Probleme, in welchem Zusammenhang wird es entstehen, wem dient das Projekt am Ende?

Unser Ausgangspunkt waren die Stärken, die Ressourcen des Viertels und seiner Bewohner. Manchmal war es nicht leicht, herauszufinden, wo sich diese Ressourcen verbergen. Denn der Bau sollte in einem der verletzlichsten Viertel von Port-au-Prince entstehen, das durch viel Gewalt und wenig soziale Stabilität geprägt ist. Aber es gibt diese Ressourcen überall, und es war unsere Aufgabe als Planer, sie aufzuspüren und sie zu nutzen. Und tatsächlich: Je weiter wir mit Bau vorankamen, desto optimistischer wurden wir, das Projekt zu einem guten Ende bringen zu können. Ein Schlüssel hierfür war die Unterstützung, das Verständnis und der Ansporn der REWE Group. Man muss dazu wissen: Viele andere Projekte in Haiti gingen und gehen einfach davon aus, dass es dort nichts gibt (was man für die Umsetzung braucht) und dass alles von außen dort hingebracht werden muss. Diesen Ansatz halte ich für grundfalsch. Nur dadurch, dass wir die Menschen von Anfang an mit einbezogen haben, haben wir es geschafft, ein Projekt zu entwickeln, das heute alle, Schüler, Eltern, Lehrer wirklich als ihres betrachten. Es ist kein fremdes Gebäude, das ihnen von außen aufgepfropft wurde, sondern ein großartiges, sehr haitianisches Bauwerk.“

Der Architekt Alvaro Arragiada, 37, plante und realisierte den Bau des Collège Verena. Der Chilene hatte zuvor bereits mehrmals mit der Kindernothilfe an anderen Projekten zusammengearbeitet.

„Ich war immer wieder erstaunt über die Begeisterung der Kinder, in die Schule zu kommen. In Deutschland oder in der Schweiz schimpfen ja viele Kinder, dass sie jeden Tag in die Schule müssen. In Haiti aber wissen die Kinder, dass es ein Privileg ist, denn fast jedes Kind hat eine Freundin oder einen Bruder, die oder der nicht in die Schule gehen kann.

Ich erinnere mich gut an ein Mädchen aus unserer Integrationsklasse für Restavèk-Kinder. Eines Tages brachte es eine Freundin mit und sagte zu mir: "Jedes Mal, wenn ich meine Schuluniform anziehe und losgehe, weint meine Freundin. Sie möchte auch so gerne in die Schule gehen!" Nach einem Gespräch mit den „Ersatzeltern“, bei denen das Mädchen lebte und arbeitete, haben wir dieses Restavèk-Mädchen aufgenommen, obwohl es schon Januar, also mitten im Schuljahr, war. Sie war zu dem Zeitpunkt schon etwa neun Jahre alt, lernte aber in kürzester Zeit lesen und schreiben und war bald Klassenbeste!

Ich wünsche mir, dass die Bildung, die die Schüler im College Verena erhalten, ihr Leben verändert und ihnen Hoffnung auf eine Zukunft gibt.“

Major Sylvaine Mägli von der Heilsarmee leitete vor und nach dem Erdbeben das Collège Verena. In ihre Zeit als Direktorin fiel auch die der Neubau der Schule. Heute lebt sie in der Schweiz.

„Vor dem Erdbeben hatten wir viel weniger Schulräume. Morgens kamen die Kleinen aus dem Kindergarten und der Grundschule, nachmittags saßen die Sekundarschüler an den gleichen Pulten. Die Kita-Kinder durften die Räume nicht bunt dekorieren, die Großen im Gegenzug mussten sich in viel zu kleinen Bänken quetschen.
Das hat sich mit dem Neubau sehr stark verändert. Die Schule hat drei Bereiche: Kindergarten-, Grundschul- und Sekundarklassen. Der Unterschied zu vorher ist am besten in den Kindergartenklassen zu sehen. Die Kinder sitzen jetzt auf kleinen Stühlen um flache Tische herum und haben viel Platz zum Malen, Puzzlen, Basteln. Die Schulklassen sind schön und je nach Saison immer anders dekoriert. Kurz gesagt: Die Kinder fühlen sich wohl, kommen morgens fröhlich hinein und der Unterrichtsalltag ist viel kindgerechter als vorher!

Und die größeren Kinder haben nun eine viel bessere Ausstattung, die sie zum Lernen motiviert, so wie den Chemieraum. Zudem gibt es Platz für kreative und musische Angebote, wie Chorsingen, Orchester, Tanzen und viel mehr. Wichtig sind auch die größeren und getrennten Pausenhöfe. Die Kinder, die in ihrem Stadtviertel kaum Platz zur Bewegung haben, können hier nach Herzenslaune rennen, Fußball und vieles andere spielen. Dann sind sie wieder fit, um ruhig zu sitzen und dem Unterricht zu folgen.

Major Sylvaine Mägli von der Heilsarmee leitete vor und nach dem Erdbeben das Collège Verena. In ihre Zeit als Direktorin fiel auch die der Neubau der Schule. Heute lebt sie in der Schweiz.

„Das Entwicklungsland Haiti hatte es schon vor dem Beben schwer: Die wirtschaftliche und politische Situation bedeuten für die Schwächsten bitterste Armut. Die Mehrzahl der haitianischen Bevölkerung hat kaum genug Geld für Essen, geschweige denn für Schulbildung. In diesem Zusammenhang bildet das Stipendienprogramm für die Jugendlichen eine Art Waffe, mit der sie - in ihren Familien und im ganzen Land - die Armut, Arbeitslosigkeit und die allgegenwärtige Gewalt bekämpfen können.

Mein Ziel ist, dass alle Stipendiaten ihre Ausbildung oder ihr Studium nutzen, um ihrer prekären wirtschaftlichen Situation entfliehen und um selbständige und verantwortlich agierende Menschen werden. Ich möchte, dass sie als gut ausgebildete Fachleute oder Gründer wiederum anderen Jugendlichen und Familien helfen. Familien zu bilden und zu stärken ist gleichbedeutend damit, der haitianischen Gesellschaft zu helfen, Armut und Elend hinter sich zu lassen. “

Die Ökonomin Elmide Osse Pierre leitet das mit REWE Group-Spenden finanzierte Stipendienprogramm für Absolventen des Collège Verena.

„Wir fühlen uns mit Haiti und den Menschen dort sehr verbunden. Eigentlich wollten wir mit einem Kindernothilfe-Team jetzt, im Vorfeld des zehnten Jahrestags des Erdbebens, dort sein. Wegen der katastrophalen Sicherheitssituation mussten wir jedoch die Reise canceln, um unser Team nicht zu gefährden. Das ist sehr bitter.

Seit Anfang September neue Dokumente belegten, dass unter der aktuellen und unter der Vorgängerregierung 2 Milliarden US-Dollar veruntreut wurden, ist die Empörung sehr groß. Die öffentlichen Gelder waren unter anderem für die kommunale Infrastruktur bestimmt. Straßen, Schulen, Krankenhäuser sollten die Lebensbedingungen der Menschen verbessern.

Wir von der Kindernothilfe sind kein staatliches Programm, kein Projekt einer Regierung. Wir sind das Gegenteil davon. Als NGO (non governmental organisation/nicht staatliche Organisation) bilden wir das Gegenmodell zu dieser Art des Abgreifens, wie Haiti sie mit den unterschlagenen zwei Milliarden US-Dollar wieder einmal erlebt hat. Bei der Kindernothilfe ist alles transparent. Wir rechnen alle Spendengelder ab, die Bücher werden geprüft, wir legen über jeden einzelnen Cent, der geflossen ist, Rechenschaft ab. Das ist wichtig für alle, die sich mit und für uns engagieren. Wir müssen als Zivilgesellschaft zeigen, dass es anders geht.

Dort wo an der Basis Organisationen das Heft selbst in der Hand hatten, wo die Menschen sich für ihre eigenen Belange engagieren konnten, dort sind nachhaltige Projekte entstanden. Das gilt insbesondere für die Projekte, bei denen REWE Group und Kindernothilfe in den zurückliegenden zehn Jahren zusammengearbeitet haben und bis heute eng zusammenarbeiten: Die Projekte für Restavèk-Kinder, das Programm für Stipendiaten und natürlich die gewaltige Wiederaufbauanstrengung des Collège Verena.

Besonders hier wird ein weiterer Unterschied zwischen staatlichen und nicht staatlichen Projekten sichtbar: Beim Bau des Collège Verena waren alle Betroffenen, Eltern, Lehrer, Kinder und Anwohner unmittelbar beteiligt. Es ging immer auch um die Wünsche derer, die in diese Schule gehen würden. Niemals hat irgendwer von uns gesagt: Wir machen das für Euch. Es hieß immer: Das machen wir gemeinsam. Die Betroffenen wurden an allem, was während der Bauphase passierte, beteiligt.“

Jürgen Schübelin, Leiter Referat Lateinamerika und Karibik der Kindernothilfe, kam vier Tage nach dem Erdbeben für ein Jahr nach Haiti.

Jürgen Schübelin: Wir machen weiter ...
„Lobbyisten für diejenigen, die sonst keine Lobby haben: die Kinder.“

„Wir machen weiter. Denn trotz der katastrophalen Rahmenbedingungen auf Haiti: Wir wollen, wir müssen uns dort noch stärker engagieren. Zu unseren nächsten Projekten gehört, die Präventionsarbeit zu intensivieren und insbesondere Kinder darauf vorzubereiten, wie sie sich vor Erdbeben, Wirbelstürmen oder bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Sicherheit bringen.

Was wir erreicht haben in diesen zehn Jahren?Es gibt immer noch zu viele Restavèk-Kinder, die in Haushalten schuften statt zur Schule zu gehen. Aber international erhält das Thema viel mehr Aufmerksamkeit als früher. Das ist ein wichtiger erster Schritt.

Ausserdem: Hilfsprojekte der REWE Group

Wie Jürgen Schübelin unmittelbar nach dem Erdbeben 2010 ein Jahr in Hait verbrachte und u. a. beim Aufbau das von der REWE Group Collège Véréna unterstützte.

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Die Kinder in den von der REWE Group geförderten Projekten haben endlich Zugang zu Schulbildung. Und das ist die einzige Voraussetzung dafür, dass sie eine Zukunftsperspektive haben. Denn nur wer in Haiti lesen und schreiben kann, nur wer wenigstens ein Grundgerüst an Bildung mitbringt, nur der oder die hat eine Chance, auf dem regulären Arbeitsmarkt ein echtes Auskommen zu finden. Ein Auskommen, das auch die Familie ernährt. Es geht darum, rauszukommen. Es geht um eine Perspektive für diejenigen, die sonst keine Lobby haben: es geht um Kinder.“

Jürgen Schübelin, Leiter Referat Lateinamerika und Karibik der Kindernothilfe, kam vier Tage nach dem Erdbeben für ein Jahr nach Haiti

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Die aktuelle Lage

Seit mittlerweile Mitte September ist das öffentliche Leben in Haiti durch die zweite heftige Protestwelle in diesem Jahr praktisch komplett lahmgelegt. Auslöser: Ein 600seitiger Bericht des nationalen Rechnungshofes mit Belegen für die Veruntreuung von über zwei Milliarden US-Dollar aus dem Petrocaribe-Hilfsfonds durch die Regierung des amtierenden Präsident Jovenel Moïse und seines Protegés und Vorgängers Michel Martelly. Schulen, Universitäten, Geschäfte sind geschlossen, das öffentliche Leben, die Lebensmittel-, Wasser- und Gesundheitsversorgung der Bevölkerung ist weitgehend zusammengebrochen.

Schwerbewaffnete Gangsterbanden terrorisieren – abwechselnd mit der Polizei – ganze Stadtteile. Die offizielle Sicherheitswarnung des Auswärtigen Amtes rät seit Wochen dringend von Reisen nach Haiti ab. Nach UN-Angaben starben seit Mitte September bei Straßenkämpfen in Haiti mindestens 42 Menschen, Hunderte wurden verletzt. Lokale Menschenrechtsorganisationen sprechen sogar von bis zu 100 Toten.

Mehr dazu: https://blog.kindernothilfe.org/de/archives/8907

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