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ArticleId: 3047magazineDie Kinos stehen in den Startlöchern mit einem lang erwarteten Film. Nein, nicht der neue Bond, sondern „Nomadland“ mit Frances McDormand – Gewinner des Goldenen Löwen in Venedig. Sollten die Leinwände allerdings dunkel bleiben, ist „The Rider“ ein guter Ersatz auf Blue Ray. Die Filmtipps des Monats.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/d/b/csm_Unterhaltung_Maerz_2021_standard_teaser_c95ab185aa.jpgRealistisch gesehen…Filme & Co. des Monats
© Walt Disney Germany
Filme & Co. des Monats
Realistisch gesehen…
von Edda Bauer

Die Kinos stehen in den Startlöchern mit einem lang erwarteten Film. Nein, nicht der neue Bond, sondern „Nomadland“ mit Frances McDormand. Bei den Filmfestspielen in Venedig hat das Roadmovie schon den Goldenen Löwen gewonnen, bis Ende März werden es vermutlich noch mehr Trophäen für Film und Frau. Sollten die Leinwände allerdings dunkel bleiben, ist „The Rider“ von derselben Regisseurin, Chloé Zhao, ein guter Ersatz auf Blue Ray. Und wer den anderen deutschen Film zu schätzen lernen will, dem sei zum Filmmuseum Potsdam geraten, erst digital und ab Ostern vielleicht sogar live vor Ort.

Kino 1
Filmmuseum Potsdam

In Deutschland gibt es sieben Filmmuseen. Das schönste liegt in Potsdam und ist im Marstall des Stadtschlosses untergebracht - und das schon seit 1981, also zur Zeit der DDR. Insofern liegt es auch nah, dass der Schwerpunkt auf DEFA-Produktionen aus dem Jahren 1946 bis 1990 gesetzt wurde. Rund 700 Spielfilme und ebenso viele Trickfilme wurden zur Zeit der DDR in den nur fünf Kilometer entfernten Studios in Babelsberg gedreht. Eine kleine Auswahl davon hat das Museum kuratiert und online gestellt, darunter den Kostümfilm „Hälfte des Lebens“ mit einem sehr jungen Ulrich Mühe als Hölderlin und „Nachtspiele“, eine Art „Menschen im Hotel“ im Potsdam der späten 70er Jahre. Was die meisten DDR-Filme auszeichnet, ist die realistische Umgebung, und auch die Beziehungen der Charaktere sind komplexer als man es von Hollywood-Filmen gewohnt ist. Zu finden ist diese Art des Erzählens aber auch in dem bildgewaltigen, russischen Kriegsdrama „Bohnenstange“ von 2019.
Tickets kosten pro Film drei, bzw. vier Euro. In einem Jahresabo für 36 Euro sind nicht nur alle Filme drin, sondern auch der verbilligte Besuch in Museum – sobald das endlich wieder möglich ist.

Kino 2
Nomadland

Wer braucht schon ein Haus, wenn er ein Auto hat? Fern hat beides, nur das kleine Dorf drumherum ist verschwunden. Wirtschaftlich kollabiert. Fern packt das Nötigste in ihren Lieferwagen und fährt los, von Job zu Job und Ort zu Ort. Und dabei ist sie alles andere als einsam.
„Nomadland“ ist zu Film gewordene Stoa. Nicht die Wut über die ökonomische Ruchlosigkeit prägt die Stimmung des dritten Spielfilms von Chloé Zhao. Gespräche am Lagerfeuer, improvisierte Spielszenen und eine leise Liebesgeschichte setzten ein Bild aus Empathie und Genügsamkeit in purer Natur zusammen.

Frances McDormand

Es reicht die Titel „Fargo“ (1997) und „Three Billboards Outsinde Ebbing, Missouri“ in den Raum zu werfen, (2018) und jeder weiß, wer Frances McDormand ist. Für beide bekam sie einen Oscar, den zweiten holte sie sich in einem goldenen Kleid und Birkenstocks ab. Hat „Nomadland“ schon letztes Jahr den Goldenen Löwen in Venedig gewonnen, ist auch McDormands Hauptrolle hochgradig preisverdächtig. Nicht nur, weil sie dafür mehrere Monate im Lieferwagen durch die USA fuhr, sondern auch, weil sie Fern als die 1957 in Illinois geborene Frau spielt, die sie selber wirklich ist.

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Filmgenre: Roadmovie 
Filmlänge: 108 Minuten 
Regie: Chloe Zhao
Mit: Frances McDormand, David Strathairn, Linda May, Charlene Swankie, Bob Wells
Altersfreigabe: o.A.
Verleih: Walt Disney Germany
Kinostart: 8.4.2021

DVD
The Rider

Sollte der Lockdown über Ostern hinaus verlängert werden müssen, ist es ratsam, sich mit der Blue Ray von „The Rider“ auf „Nomadland“ einzustimmen. Schon der zweite Spielfilm der in China geborenen Regisseurin Chloé Zhao lässt eine einzigartige Handschrift erkennen. Grandiose Impressionen des Mittleren Westens und dokumentarisch anmutende Spielszenen, die auf der wahren Geschichte des Hauptdarstellers Brady Jandreau basieren, fügen sich zu einem spannenden Neo-Western zusammen. Einst war Brady der beste Rodeoreiter der Region. Nach einem schweren Unfall arbeitet er als Kassierer im örtlichen Supermarkt, denn „Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss!“

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Filmgenre: Neo-Western
Filmlänge: 104 Minuten
Regie: Chloè Zhao
Mit: Brady Jandreau, Tim Jandreau, Lilly Jandreau, Cat Clifford, Terri Down Pourier
Altersfreigabe: o.A.
Verleih: Weltkino Filmverleih
Im Handel seit: 26.2.2021 

Online
VÖBB

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