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REWE Center Hamburg-Tonndorf
So sieht die neue Großfläche aus
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Die Mitarbeitenden sichtbar machen, Erlebnisse schaffen
ArticleId: 3020magazineVor wenigen Tagen hat das REWE Center in Hamburg-Tonndorf nach großem Umbau in neuem Glanz eröffnet. Der „REWE im Tondo“ ist die erste Großfläche, die nach dem völlig neuen Konzept ans Netz ging. Bis dahin war es ein langer Prozess, an dem viele Kolleginnen und Kollegen mitgewirkt haben. one war dabei.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/4/f/csm_02_Entstehung_standard_teaser_7f8556d8f3.jpgAuf dem Weg zum Manufaktur- und ErlebnismarktNeues REWE-Center-Konzept
Strategie
Vollsortiment
Neues REWE-Center-Konzept hat viele Mütter und Väter

Auf dem Weg zum Manufaktur- und Erlebnismarkt

12.01.2021
von Achim Bachhausen

Vor wenigen Tagen hat das REWE Center in Hamburg-Tonndorf nach großem Umbau in neuem Glanz eröffnet. Der „REWE im Tondo“ ist die erste Großfläche, die nach dem völlig neuen Konzept ans Netz ging. Bis dahin war es ein langer Prozess, an dem viele Kolleginnen und Kollegen mitgewirkt haben. one war dabei. 

Die Vorgeschichte reicht ein paar Jahre zurück. Am Anfang stand die gründliche Analyse des Marktes (Trends), des Wettbewerbs und der Kundenanforderungen. Jede einzelne Warengruppe wurde wie durch ein Brennglas betrachtet. In Arbeitsgruppen befassten sich die Kolleginnen und Kollegen intensiv mit den Frischewarengruppen Brot & Backwaren, Obst und Gemüse, Fleisch und Wurst in Bedienung sowie Convenience, inklusive Schnippelküche. one hat Letzteres exemplarisch begleitet.

Rückblick: Februar 2019, Benchmark-Workshop in München. In einem Hotel vor der bayerischen Landeshauptstadt sind Marktmanager, Kaufleute, Experten aus Vertrieb, Marketing und Category Management zusammengekommen. Auf der Agenda des zweitägigen Arbeitstreffens: superfrische Obst- und Gemüse-Convenience, verbunden mit der Fragestellung: Was gibt´s, was ist möglich, was wollen wir? Das Ziel: emotionale, hoch relevante Erlebnisse in der Warengruppe zu finden. 
Denn Convenience wächst stark, auch dank neuer Artikel in der REWE-to-go-Range oder – vor der Covid-Pandemie – dank der Salatbar. 

Im theoretischen Teil geht der Blick über den nationalen Tellerrand hinaus auf Länder, wo das Thema schon länger eine große Rolle spielt. Zum Beispiel in den Niederlanden. In den dortigen Supermärkten ist das Sortiment breit und tief, es reicht von ultrafrischen Salaten, über Pizzen in verschiedenen „Fertigkeitsstufen“, frischem Sushi bis hin zu losen TK-Meeresfrüchten. Das Preisniveau ist – wie in den meisten Ländern – höher als bei uns.

Genau hingeschaut: Workshop-Teilnehmende beim Store-Check. (Das Foto entstand Anfang 2019, lange vor Corona) | Foto: Achim Bachhausen

Tag zwei: Wechsel in die nationale Perspektive mit Exkurs in die Praxis. In Kleingruppen wird das Angebot in München unter die Lupe genommen. Was macht der Wettbewerb, wie ist er aufgestellt? Wie stehen wir da? Die Erkenntnis nach etlichen Store-Checks: „Wir sind gut aufgestellt und müssen uns nicht verstecken, sollten aber unseren Wettbewerbsvorsprung weiter ausbauen“, lautet das Fazit von Organisator Oliver Deiri, zum damaligen Zeitpunkt Vertriebsleiter für die Großfläche. REWE will den Führungsanspruch im deutschen LEH bei Convenience behalten und verteidigen. „Wir müssen die Leistung erlebbar machen, müssen Frische noch stärker inszenieren und zelebrieren“, so Oliver Deiri. Der Anspruch soll lauten: Das REWE Center wird der „Kümmerer in der Schnippelküche“ und ermöglicht seinen Kunden, gesund zu leben und frisch zu essen ohne großen Aufwand.

Dazu soll der Markt ein Ort der Begegnung werden. Die Mitarbeitenden werden sichtbar, stehen mit dem Gesicht zum Kunden. Übersichtlich, hell, freundlich, emotional, hygienisch ansprechend, aber nicht zu steril, so soll der Look sein. 

Die Herausforderung und „Hausaufgabe“ ans Team: Ideen und Vorschläge entwickeln mit dem Ziel, die Mensch- und Warenpräsenz sicherzustellen und die Fresh-Cut-Eigenproduktion aufmerksamkeitsstark in Szene zu setzen. Außerdem: die werbliche Unterstützung der Top-Produkte je Markt festlegen.

Die besuchten Märkte werden genauestens analysiert, die Beobachtungen für die spätere Auswertung notiert | Foto: Achim Bachhausen

Ein halbes Jahr später, Juli 2019. Ortstermin in Köln-Weidenpesch, Neusser Straße. Oliver Deiri, inzwischen Geschäftsleiter Vertrieb in der REWE-Region Mitte, hat sich zum Fototermin für die symbolische Amtsübergabe mit seinem Nachfolger Jens Riepe eingefunden. Gelegenheit für einen Rundgang durch das traditionsreiche REWE Center. Mit rund 3.000 Quadratmetern Verkaufsfläche zählt es zu den kleinsten. Schnell wird klar: Eine Lösung nach dem Motto „eine für alle“ kann es nicht geben. Schon die Gastro-Abteilung soll modulartig aufgebaut werden und mit Convenience „verlängert“ werden. Die Rede ist davon „Einzelkompetenzen in den jeweiligen Abteilungen zu schaffen“. Individualität in der Eigenproduktion und regionale Sortimente sind weitere Stichworte, Sortiment und Frische sollen erlebbar werden. „Frische ist klar der Treiber“, sagt Jens Riepe und beschreibt, wie er sich die neue Bake-Off-Station vorstellen könnte. Eine Schlüsselfunktion werde den Mitarbeitern zukommen, die man qualifizieren und mit Fachberater-Qualitäten ausstatten müsse. Das ist wichtig, will man die Kundschaft an das besondere und margenstarke Sortiment heranführen. 

Februar 2020, Bonn-Beuel. Das dortige REWE Center feiert Wiedereröffnung. Einzelne Elemente und Bausteine finden sich wieder, ein erster Test und die Blaupause für den ersten Pilotmarkt. Der soll eigentlich bald in Bergneustadt eröffnen. Doch dessen Eröffnung verzögert sich. Dann, im Herbst, ist es endlich soweit: In Hamburg-Tonndorf hebt der erste REWE-Center-Pilot ab.

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