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„Wir haben den PENNY-Spirit“
ArticleId: 834magazineRund 250 Betriebsräte und Arbeitgebervertreter aus ganz Deutschland waren am 10. März ins Sauerland gereist, um sich bei der Betriebsrätekonferenz auszutauschen. Gesamtbetriebsratsvorsitzender Andreas Ratzmann betonte die gute Zusammenarbeit mit der Unternehmensführung. Konfrontation gab es vor allem beim Thema Tengelmann.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/d/4/csm_BR_KonferenzWillingen_mgt_std_f28669af6c.jpg„Atmosphäre des Vertrauens“Betriebsrätekonferenz
Betriebsrätekonferenz
„Atmosphäre des Vertrauens“
von Sebastian Amaral-Anders
Beruf & Leben
REWE Group
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REWE Group

Rund 250 Betriebsräte und Arbeitgebervertreter aus ganz Deutschland waren am 10. März ins Sauerland gereist, um sich bei der Betriebsräte-Konferenz auszutauschen. Gesamtbetriebsratsvorsitzender Andreas Ratzmann betonte die gute Zusammenarbeit mit der Unternehmensführung. Konfrontation gab es vor allen beim Thema Tengelmann.

Wer harte Konfrontation erwartet hatte, wurde nicht enttäuscht: Bei der Betriebsratskonferenz in Willingen ging es gleich zur Sache: Allerdings weniger zwischen Betriebsräten und Unternehmensführung – die mit Vorstandschef Alain Caparros und den Vorständen Lionel Souque, Jan Kunath und Manfred Esser prominent vertreten waren. Harte Worte gab es vor allen Dingen in Richtung Sigmar Gabriel, Edeka und Kaisers Tengelmann sowie der Gewerkschaft Verdi.

„Das Verfahren um die Übernahme von Kaisers Tengelmann durch Edeka macht uns mehr als nachdenklich“, betonte Gesamtbetriebsratsvorsitzender Andreas Ratzmann in seinem Bericht. Es gehe nicht darum, dass die REWE Group ein schlechter Verlierer sei. „Die wahren Verlierer sind das Kartellamt, die Monopolkommission und vor allen Dingen die Kollegen von Kaisers Tengelmann“, sagte Ratzmann unter dem Beifall der versammelten Betriebsräte.

Andreas Ratzmann

In Richtung der Gewerkschaft Verdi, die die Tarifverhandlungen im Übernahmeverfahren begleitet, machte Ratzmann eine klare Ansage: „Wir werden das ganz genau beobachten – sollte der Abschluss auch nur einen Cent unter dem Flächentarifvertrag liegen, brennt die Hütte.“

Auch Alain Caparros positionierte sich bei der Konferenz deutlich zum Thema: Die bisherigen Errungenschaften bei den Arbeitsbedingungen hätten die Tengelmann-Mitarbeiter dem Einsatz der REWE Group zu verdanken – und nicht Verdi. Im Gegenteil: Die Gewerkschaft habe einem ersten Vorschlag der Unternehmensführung sofort zugestimmt. „Ich sage es ganz deutlich: Was da passiert ist, ist eine Riesenschweinerei – und Verdi hat das begleitet.“

Themen im Überblick

Zahlreiche Themen haben BR-Chef Andreas Ratzmann sowie die Vorstandsmitglieder während der Versammlung angesprochen – vom Mitspracherecht der Marktkollegen bei REWE und PENNY über die  Geschäftsentwicklung der Vetriebslinien bis zur Frage, ob das übertarifliche Weihnachtsgeld auch 2016 gezahlt wird. Ein Überblick:

REWE Group
Alain Caparros sprach von einem „super Ergebnis“ im Jahr 2015 – und Chef-Controller und Generalbevollmächtigter Telerik Schischmanow belegte das mit eindrucksvollen Zahlen. (Mehr dazu lesen Sie in der one-Berichterstattung zur Jahrespressekonferenz am 5. April). Schischmanows Fazit: „Das gesamte Unternehmen präsentiert sich als Fels in der Brandung.“

Vollsortiment
Ein „Problem“ sei das Vollsortiment für ihn, bekannte Ratzmann mit einem Augenzwinkern: „REWE ist weiterhin eine Erfolgsgeschichte“, da bleibe für den Betriebsrat nicht viel zu kritisieren. Besonders das Projekt in der Region Süd, in dem Marktmanager mit größeren Kompetenzen etwa bei Sortiments- und Preisgestaltung, ausgestattet werden, begrüßte Ratzmann.

REWE-Vorstand Lionel Souque bestätigte die positive Einschätzung: „REWE entwickelt sich deutlich besser als der Wettbewerb.“ Dennoch müsse man bei vielen Themen noch Gas geben und in der Außendarstellung emotionaler werden. Im Fokus: Natürlich der Kunde, aber auch die eigenen Mitarbeiter. Gerade auf der Fläche sei die Rotation zu groß, stellte Alain Caparros fest.

Discount
Vorstand Jan Kunath nutzte die Gelegenheit, nach vollzogener Kehrtwende bei PENNY allen Beteiligten Danke zu sagen. Andreas Ratzmann betonte, dass die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat PENNY immer verteidigt hätten, auch in schwierigeren Zeiten. Dass PENNY es nun zurück in die Erfolgsspur geschafft habe, mache ihn sehr froh.

Um den Erfolg weiter auszubauen, forderte Ratzmann mehr Mitspracherechte für Markleiter. Den Wunsch konnte ihm Jan Kunath sofort erfüllen: Man arbeite daran, den Marktleitern mehr Spielräume zu geben, um die einzelnen Standorte besser nutzen zu können, etwa mit individuelleren Lösungen beim Obst- & Gemüsesortiment oder bei Flächen für Sonderplatzierungen.

Alain Caparros, Lionel Souque und Jan Kunath

Unterstützungsverein
Der Unterstützungsverein hilft Kolleginnen und Kollegen, die in Not geraten sind – bereits seit mehr als 30 Jahren. Seit 2005 wurden mehr als eine Million Euro an 5.326 Mitarbeiter ausgezahlt. Um den Verein weiter am Leben zu erhalten, muss allerdings das Eigenkapital aufgestockt werden – hier appellierte Ratzmann an die Unternehmensführung, sich zu engagieren.

Neuwahl des Aufsichtsrats
„Wir – die Arbeitnehmerseite – sind im Aufsichtsrat der Fels in der Brandung.“ Mit diesen Worten dankte Andreas Ratzmann, der auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender ist, den Arbeitnehmerkollegen in dem Gremium. Man sei nicht immer der gleichen Meinung mit dem Vorstand, „doch wir ziehen an einem Strang im Interesse der REWE Group“, die es in ihrer Vielseitigkeit zu bewahren gelte. „Stolz“ mache ihn in dem Zusammenhang etwa, dass die Arbeitnehmervertreter etwa vor fünf Jahren für PENNY gekämpft hätten.

Weihnachtsgeld
„Wir haben alle einen guten Job gemacht – ich bin überzeugt, dass wir uns das 13. Monatsgehalt verdient haben“, sagte Ratzmann angesichts der positiven Gesamtbilanz des Unternehmens. Die Vorlage nahm Alain Caparros an: „Wir haben 2015 ein super Ergebnis erzielt – doch darüber kann man sich nur freuen, wenn man es mit den Kollegen teilt: Das Weihnachtsgeld ist für 2016 und 2017 gebucht“, sagte Caparros unter dem donnernden Applaus der Anwesenden.

Rund 250 Betriebsräte und Arbeitgebervertreter aus ganz Deutschland waren am 10. März ins Sauerland gereist
Andreas Ratzmann und Alain Caparros
Eines der Themen auf der Konferenz: Die geplante Edeka-Tengelmann-Fusion

International
Andreas Ratzmann berichtete von der erfolgreichen Zusammenarbeit im europäischen Betriebsrat beim Thema PENNY Bulgarien. Das Thema Mitarbeiter steht für Vorstand Manfred Esser ohnehin im Mittelpunkt: Fluktuation verursache Kosten in Millionenhöhe. Im Kampf um die Talente brauche man angesichts der demographischen Entwicklung neue Antworten.

REWE Group Buying
Schnellere und effizientere Prozesse und Entscheidungen sowie eine höhere Innovationsbereitschaft: So fasste Manfred Esser die Ziele der Einkaufsbündelung in der REWE Group Buying zusammen,  in die rund 850 Mitarbeiter gewechselt sind. Der um drei Monate vorgezogene Abschluss der Jahresgespräche oder der gemeinsam von REWE und PENNY entwickelte Energydrink „Maximal G“ zeigen erste Erfolge der Neu-Organisation.

Gesamtschwerbehindertenvertretung
Der stellvertretemde Vorsitzende Thomas Weber berichtete aus der Schwerbehindertenvertretung und sprach Themen wie Langzeit- und Dauererkrankungen sowie die steigende Zahl psychischer Erkrankungen an. Weber forderte gerade für die Kollegen auf der Fläche eine behutsame Wiedereingliederung nach längerer Abwesenheit. Sein Appell: „Achten Sie auf ihre Kolleginnen und Kollegen!“

Tarifpolitik
Berndfried Dornseifer berichtete von den zähen Verhandlungen des neuen Tarifvertrages, der vor allem moderner, handhabbarer und bundeseinheitlich werden soll. Noch gebe es allerdings ob der komplizierten Entscheidungsstrukturen keine greifbaren Ergebnisse. Klar positionierte sich Dornseifer gegen einen Gesetzentwurf zur Lohngleichheit, der anstelle von Transparenz nur erheblichen bürokratischen Aufwand für die Unternehmen mit sich bringe.

Bei der Positionierung als ausgezeichneter Arbeitgeber habe die REWE Group zuletzt schon viel erreicht. Trotz zahlreicher Verbesserungen der Arbeitsbedingungen sei die Entwicklung aber noch nicht am Ende. Etwa bei flexiblen Arbeitszeitmodellen gebe es noch Verbesserungsmöglichkeiten.

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