
Zwei Regisseure haben sich für ihre skurril blutigen Geschichten atemberaubend schöne Kulissen ausgesucht. Fotograf, Autor und Regisseur Anton Corbijn hat Patricia Highsmiths „Talent fürs Morden“ in die schweizerischen Alpen verlegt. In „Wild Horse Nine“ lässt der irische Filmemacher Martin McDonagh auf den Osterinseln zwei CIA-Agenten übers Leben philosophieren – mit der Knarre stets im Anschlag. Und Steven Kings kultig düsterer Romanerstling „Carrie“ erfährt in acht Episoden auf Prime Video ein brisantes Update.
Plakat: ©Tobis Film
Den Ruhesitz in der Schweiz hat sie sich mit Lug, Betrug und Mord hart erarbeitet. Dennoch ist Krimiautorin Patricia Highsmith 1995 alles andere als glücklich. Ihr Verleger drängt sie zu einem weiteren Ripley-Roman und schickt den jungen Literaturagenten Edward mit einem Buchvertrag und einem wertvollen Dolch für ihre Sammlung.
Was Regisseur Anton Corbijn mit pointiertem Stil und Style auf die Leinwand bringt, fühlt sich wie ein waschechter Highsmith an. Nicht zuletzt, weil er sich schauspielerisch auf die unfehlbare Helen Mirren und Alden Ehrenreich in einer Doppelrolle verlässt.
Anton Corbijn
Bild: ©Tobis Film
In den 70er Jahren entdeckt der 1955 in den Niederlanden geborene Pastorensohn Anton Corbijn die Fotografie für sich. Nach unzähligen Musiker- und Bandporträts steigt er via Neue Deutsche Welle in den 80ern in die Welt der Musikvideos ein. In den 90ern wird er Art Director der Bands Depeche Mode und U2. Und das neue Jahrtausend betritt Corbijn als Regisseur von Künstlerbiografien („Control“, 2007 und „Life“, 2015) und Krimis („The American“, 2010 und „A Most Wanted Man“, 2014). In „Ein Talent fürs Morden“ verbindet er beides in seiner unverwechselbar stilisierten Art.
Filmgenre: Thriller
Länge: 106 Minuten
Regie: Anton Corbijn
Mit: Helen Mirren, Alden Ehrenreich, Olivia Cooke, Juliet Stevenson
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Verleih: Tobis Film
Start: 5.11.2026
Plakat: ©Walt Disney Germany
Ist es sein Seelenheil oder die tägliche Dosis Morphin, die Chris frank und frei die Wahrheit sagen lässt? Im Chile des Jahres 1973 kann sowas ziemlich tödlich sein, erst recht, wenn man CIA-Agent ist. Sein bester Freund Lee bringt Chris deshalb auf die Osterinseln, und damit aus der Schusslinie. Vielleicht aber auch mitten hinein?
Fest steht, dass die Osterinseln mit ihren großen Steinköpfen und den herumstreunenden Wildpferden eine atemberaubende Kulisse abgeben in Martin McDonaghs „Wild Horse Nine“. John Malkovich und Sam Rockwell im Vordergrund runden das Bild perfekt ab.
Martin McDonagh
Bild: ©Walt Disney Germany
Das Filmschaffen von Autor und Regisseur Martin McDonagh lässt sich auf zwei Motive reduzieren: pittoreske Orte und menschliche Dickköpfigkeit. Daraus spinnt der 1970 in London geborene Ire launige Attentate („Brügge sehen… und sterben“, 2008), provinzielle Infernos („Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, 2017), tödliche Freundschaften („The Banshees of Inisherin“, 2022) und mit „Wild Horse Nine“ nun einen Coup d’état auf den Osterinseln. Und alles immer mit einem absurden „Warten auf Godot“-Appeal, der Verdauungsbeschwerden auf dieselbe Dringlichkeitsstufe stellt wie Weltpolitik.
Filmgenre: Thrillerkomödie
Länge: 118 Minuten
Regie: Martin McDonagh
Mit: John Malkovich, Sam Rockwell, Steve Buscemi, Parker Posey, Tom Waits
Altersfreigabe: ab 16
Verleih: Walt Disney Germany
Start: 12.11.2026
Plakat: ©Prime Video
Kaum, dass „Ragebait“ in Deutschland zum Jugendwort des Jahres 2026 gekürt wurde, flimmert mit der US-Serie „Carrie“ das perfekte Beispiel dafür über den Bildschirm. Im Zentrum steht die freundliche, aber etwas merkwürdige neue Schülerin Carrie, die aus streng religiösem Haushalt stammt. Schnell wird sie zum Ziel des Spotts ihrer Klassenkameraden. Schlimmer noch: In ihrem Namen wird ein Account in den Sozialen Medien erstellt, der Schüler und Lehrer mit bösartigen Anschuldigungen bloßstellt. Creator Mike Flanagan („The Life of Chuck“, 2024) hat Steven Kings Romanerstling von 1974, und dessen legendäre Verfilmung aus den Jahr 1976 mit einem hochaktuellen Update versehen.
Genre: Thrillerdrama
Länge: 8 Episoden a ca. 50 Minuten
Entwickler: Mike Flanagan
Mit: Summer H. Howell, Samantha Sloyan, Siena Adugong, Alison Thornton
Altersfreigabe: ab 12
Streaming: Prime Video
Seit: 7.10.2026
Bild: ©Kranich Games
Nach all dem Blutvergießen auf Leinwand, Bildschirm und in den Sozialen Medien muss der Mensch auch mal die Seele baumeln lassen. Gärtnern ist für viele ein bewährtes Mittel, das im Winter allerdings nicht besonders erfolgversprechend ist. Genau dafür haben die Digitalentwickler-Brüder Arne und Sven Kranich das meditative Sandbox-Spiel „Garden Ink“ geschaffen, bei dem es darum geht, einen magischen Garten zu gestalten, zu bepflanzen und zu pflegen. Viele kleine Spiele und lustige Sidekicks machen das angenehm spannend.
Art: Sandbox
Entwickler/Herausgeber: Arne und Sven Kranich
Für: Windows, MacOS
Adresse: kranichgames.de











