
Mit den Verfilmungen zweier deutscher Autorinnen wartet der Oktober in den hiesigen Kinos auf. Auf Erzählungen von Elke Heidenreich und denen ihres Ex-Ehemanns Bernd Schroeder basiert Andreas Dresens brummig heitere Romanze „Alte Liebe“. Volker Schlöndorff hat sich Jenny Erpenbecks Bestseller „Heimsuchung“ vorgenommen. Wem das alles zu realistisch deutsch ist, der kann sich mit sechs Episoden „Small Prophets“ auf AppleTV ins Reich der britischen Mythen beamen.
Plakat: ©Pandora Film Produktion
Harry ist frisch in Rente, Lore steht kurz davor. Seit einer halben Ewigkeit sind die beiden miteinander verheiratet, kennen sich in- und auswendig, doch die bevorstehende Hochzeit der Tochter wird zum Zankapfel. Lore organisiert, Harry brummt mürrisch. Na, das kann ja heiter werden…In Tateinheit mit seiner Stammautorin Laila Stieler hat Regisseur Andreas Dresen aus Elke Heidenreichs und Bernd Schroeders Erzählungen über das Altern einen Film mit liebevoller Bissigkeit gemacht. Dagmar Manzel und Joachim Król verleihen dieser „Alten Liebe“ zudem einen verschmitzt junggebliebenen Ausdruck.
Elke Heidenreich
Bild: ©Pandora Film Produktion
Ein Schelm, wer Autobiographisches dabei denkt, wenn Elke Heidenreich und Ex-Mann Bernd Schroeder gemeinsam Erzählungen über ein Ehepaar kurz vor der Rente in ein Buch packen, und das dann „Alte Liebe“ nennen. Sie tun das 1995, Jahre nach ihrer Scheidung. Heidenreich hat sich da schon einen Namen als Literaturkritikerin in Radio und TV, als Kabarettistin Else Stratmann und als Schriftstellerin („Kolonien der Liebe“, 1992) gemacht. Zur erfolgreichsten Literaturkritikerin neben Marcel Reich-Ranicki wird sie von 2003 bis 2008 mit ihrer Sendung „Lesen!“ im ZDF.
Filmgenre: Drama
Länge: 110 Minuten
Regie: Andreas Dresen
Mit: Dagmar Manzel, Joachim Król, Anna von Seld
Altersfreigabe: ab 6 Jahren
Verleih: Pandora Film Produktion
Start: 8.10.2016
Plakat: ©StudioCanal Deutschland
Hundert Jahre und ein Haus. Idyllisch gelegen an einem märkischen See, wird es für einige seiner Bewohner ein Heim, für andere eine Heimsuchung. Verfolgung und Vertreibung finden innerhalb der vier Wände ebenso statt wie Freude und Hoffnung. Während drumherum ein Staat entsteht und vergeht.Was Autorin Jenny Erpenbeck in „Heimsuchung“ auf viele Kapitel und mehrere Charaktere und Familien verteilt, hat Regisseur Volker Schlöndorff in zwei Stunden gepackt und mit einer Starbesetzung ausgestattet. Neben Eidinger, Gedeck und Wolff gilt es auch junge Talente wie Maria Matschke zu entdecken.
Jenny Erpenbeck
Bild: ©STUDIOCANAL / Ziegler Film
Es waren unter anderem die Sonntagsbriefe der elfjährigen Doris Kaplan, die die Schriftstellerin Jenny Erpenbeck zu ihrem Roman „Heimsuchung“ inspiriert hat. Kaplan hat sie in den 40er Jahren geschrieben, sogar noch, als sie mit ihrer Mutter ins Warschauer Ghetto deportiert wird. Sie ist der einzige historisch verbriefte Charakter in „Heimsuchung“. Alle anderen hat Erpenbeck, die 1967 in Ost-Berlin geboren wurde und 2024 als erste Deutsche den renommierten International Booker Prize gewann, frei und ausgesprochen plastisch erfunden.
Filmgenre: Geschichtsdrama
Länge: 121 Minuten
Regie: Volker Schlöndorff
Mit: Lars Eidinger, Martina Gedeck, Susanne Wolff, Ulrich Matthes, Michael Maertens
Altersfreigabe: ab 12
Verleih: StudioCanal Deutschland
Start: 15.10.2026
Plakat ©AppleTV
Die Lottozahlen vom nächsten Tag oder ein Wiedersehen mit der großen Liebe seines Lebens. Es gibt nichts, was Homunkuli nicht vorhersagen können. Seit Michaels Freundin plötzlich verschwunden ist, lässt er keine Möglichkeit aus, sie wieder zu finden. Und so bastelt er sich ein paar Homunkuli nach dem Rezept seines exzentrisch dementen Vaters Brian.
Eine Prise Goethes „Faust II“, ein optischer Batzen „Catweazle“, die schroffe Coolness von Pierce Quigley, die pure Freude an einem Wiedersehen mit Monty Pythons Sir Michael Palin und das eigensinnige Talent von Autor, Regisseur und Schauspieler Mackenzie Crook. Mehr braucht es nicht für die (vorerst) sechs Episoden von „Small Prophets“.
Genre: Tragikomödie
Länge: 6 Episoden a ca. 30 Minuten
Entwickler/Regie: Mackenzie Crook
Mit: Pearce Quigley, Mackenzie Crook, Michael Palin, Lauren Patel, Paul Kaye
Altersfreigabe: ab 12
Streaming: AppleTV
Ab: 7.10.2026
Bild ©House House
Die Landschaft ist karg, aber die Stimmung prächtig. In Trupps zwischen zwei und 12 gilt es als launig digitales Bauklötzchen durch die realen Wilsons-Promontory-Nationalparks im australischen Victoria zu streifen, dabei Rätsel zu lösen und vor allem viel zu kommunizieren. Letzteres hängt nicht nur von den Sprachen ab, die die Online-Spieler sprechen, sondern auch, wie weit weg sie im Spiel zu einander stehen.
„Big Walk“ ist inspiriert von den traditionellen Walkabouts der australischen Ureinwohner, bei denen es darum geht, sich und die Natur kennenzulernen.
Art: Rätsel und Abenteuer
Entwickler/Herausgeber: House House/Panic
Für: Windows, Nintendo Switch 2, PS5, MacOS
Adresse: bigwalk.game











