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Foto: ©Halfpoint Images | GettyImages
Lesedauer: 2 Minuten
Schmerzen am Arbeitsplatz
Gesund bleiben trotz Belastung
von Bettina Rees

Schmerzen entstehen selten nur durch einen einzelnen Auslöser. Oft gehen Arbeitsbedingungen, persönliche Konstitution, Stress und „innerer Schweinehund“ Hand in Hand. Deshalb braucht es sowohl gute betriebliche Gesundheitsangebote als auch Eigenverantwortung nach Feierabend.   

Verspannte Schultern im Büro, schmerzender Rücken im Lager oder Kopfweh an der Kasse: Schmerzen gehören für viele Berufstätige zum Alltag und sind nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel.  Rund ein Fünftel der Arbeitsunfähigkeitstage in Deutschland beruhen auf Muskel-Skelett-Erkrankungen, der Anteil steigt mit dem Alter der Beschäftigten. Bandscheibenvorfälle, Gelenkverschleiß oder Nackenbeschwerden beeinträchtigen Leistungsfähigkeit, Konzentration und Belastbarkeit - Grund genug, dass Arbeitgeber wie die REWE Group versuchen, ihre Mitarbeitenden zu unterstützen und in Präventionsangebote und Arbeitsmittel investieren.  

Risikoquellen am Arbeitsplatz 

Je nach Arbeitsplatz treten unterschiedliche Beschwerden gehäuft auf: Im Markt führen langes Stehen, häufiges Bücken oder einseitige Bewegungen oft zu Rücken- und Gelenkbeschwerden. In der Logistik kommen schweres Heben, Tragen und körperlich intensive Tätigkeiten hinzu, die besonders Schultern, unteren Rücken und Gelenke beanspruchen. Auch der Büroarbeitsplatz kann belasten: Stundenlanges Sitzen, starre Bildschirmhaltungen und fehlende Bewegung fördern Nackenverspannungen, Schulterprobleme und Spannungskopfschmerzen.  Kommen dann noch Stress und Leistungsdruck hinzu, sind Beschwerden vorprogrammiert.   

FASIs für die Prävention

Kevin Fritscher Head of HR-Services Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz | Foto ©: Kevin Fritscher Um Risiken am Arbeitsplatz zu erkennen und zu minimieren, gibt es den Fachbereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Regelmäßig besuchen „FASis – ausgebildete und durch die Berufsgenossenschaft qualifizierte Fachkräfte für Arbeitssicherheit aus dieser Abteilung – die Arbeitsplätze in der Verwaltung, der Logistik und den Märkten und besprechen mit den Kolleg:innen und Führungskräften die unterschiedlichen Bedarfe. Auch Betriebsmediziner:innen sind eingebunden, umeine ganzheitliche Betreuung sicherzustellen. 

„Viele Beschwerden entstehen nicht durch große Fehler, sondern durch ungesunde Gewohnheiten im Alltag. “ Kevin Fritscher

Kevin Fritscher ist Head of HR-Services Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz und weiß: „Viele Beschwerden entstehen nicht durch große Fehler, sondern durch ungesunde Gewohnheiten im Alltag. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz müssen aktiv gelebt werden.“ Präventive Maßnahmen sind beispielsweise ergonomisch gut ausgerichtete Büroarbeitsplätze, der Einsatz von Hilfsmitteln wie dem Handhubwagen, oder das Achten auf körpernahes Tragen von Lasten.  

Eigenverantwortung nach Feierabend  
Gesunderhaltung ist nicht nur Sache des Arbeitgebers, sondern immer auch eine persönliche Aufgabe, und viele Beschwerden lassen sich verhindern<u>,</u> oder zumindest deutlich reduzieren. Auch Dauerstress kann zu Verspannungen führen. Deshalb gehören mentale Erholung, Pausen, Ausgleich und Momente der Lebensfreude ebenso zur Gesundheitsvorsorge wie ausreichende, regelmäßige Bewegung, bewusste Ernährung und Ergonomie.

Smartphone macht den Kopf schwer 
Beim Blick aufs Smartphone steigt die Belastung der Halswirbelsäule deutlich an: Modellrechnungen zeigen, dass sie sich bei stark geneigtem Kopf rechnerisch auf ein Vielfaches des eigentlichen Kopfgewichts erhöhen kann. Wer sein Smartphone lange und häufig in dieser Haltung nutzt, hat ein erhöhtes Risiko für Nackenbeschwerden. 

„Schmerzhafte“ Fakten 

Was bei Schmerzen passiert  

Schmerz ist ein biologisches Warnsignal des Körpers. Er entsteht, wenn spezialisierte Nervenzellen (Nozizeptoren) auf mechanische, thermische oder chemische Reize reagieren – etwa bei Verletzungen oder Entzündungen. Diese Signale werden über Nervenbahnen ins Rückenmark und weiter ins Gehirn geleitet. Erst dort wird Schmerz bewusst wahrgenommen und individuell bewertet. Das erklärt, warum zwei Menschen dieselben Beschwerden völlig unterschiedlich erleben können.  

 

Schmerz ist nicht gleich Schmerz  
Man unterscheidet Schmerzen grob in drei Kategorien:  

Verlauf: Akute Schmerzen kommen plötzlich und haben meist eine klare Ursache, wie eine Verletzung. Chronische Schmerzen halten länger an und können sich verselbstständigen. 
Stärke: Schmerzen werden meist als leicht, mittel oder stark beschrieben. 
Art: Schmerzen fühlen sich unterschiedlich an – zum Beispiel dumpf, brennend, ziehend oder pulsierend, je nachdem, welche Strukturen im Körper betroffen sind. 

 

Was Schmerzen beeinflusst  
Schmerzen entstehen im Zusammenspiel von körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren.   

Körperlich: falsche Haltung, schwere Belastung, Verletzungen  
Psychisch: Stress, Angst, Angespanntheit  
Sozial: Schwierigkeiten im (Arbeits-)Umfeld, Leistungsdruck, Überforderung   

SOS-Hilfe am Arbeitsplatz 

Kleine Übungen und kurze Pausen schaffen Soforthilfe im Arbeitsalltag:  

  • Mikropausen bei sitzenden Tätigkeiten: schon wenige Minuten Bewegung pro Stunde helfen, Verspannungen zu reduzieren und die Durchblutung zu fördern (Schultern kreisen, dehnen) 
  • bewusstes Wechseln der Körperhaltung 
  • korrektes Heben und Tragen schwerer Lasten 
  • ausreichend Bewegung nach Feierabend 
  • genügend Schlaf und Regeneration 
  • bewusster Umgang mit Smartphone- und Bildschirmzeiten   

Ein Video der DAK gibt Anregungen für kurze Fitness-Pausen inklusive Mitmach-Übungen für zwischendurch: FitnessPause

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