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ArticleId: 2614magazineBei einer der Mitarbeiter-Aktion kann jeder sein persönliches Darmkrebsrisiko selbst bestimmen. So machen Sie mit.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/7/1/csm_Aktion_Darmkrebs_Gemeinsam.topfit_standard_teaser_9d59eec2e7.jpg„Früh erkannt, hat Darmkrebs super Heilungschancen“Vorsorge für Mitarbeitende
Ernährung & Gesundheit
Darmkrebs
Kostenlos und unkompliziert:
REWE Group ermöglicht
Früherkennung
Kostenlose Darmkrebsvorsorge mit Gemeinsam.topfit

„Früh erkannt, hat Darmkrebs super gute Heilungschancen“

26.02.2020
von Bettina Rees und Stefan Weber

Aus ihrer persönlichen Geschichte heraus rät Melanie Haupt allen REWE Group-Kolleginnen und Kollegen zur Darmkrebsvorsorge. Sie unterstützt die März-Aktion des REWE-Group-Gesundheitsportals Gemeinsam.topfit, das persönliche Darmkrebsrisiko mit Fragebogen und Test unkompliziert und von zu Hause aus selbst zu bestimmen. Wie Sie mitmachen können, erfahren Sie hier. 

Melanie Haupts erstes Leben endete im Juli 2005. Bis dahin hatte sie eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau bei REWE gemacht, wurde übernommen, arbeitete im Nonfood-Bereich des damaligen Toom Markts in Niederzier, heiratete, bekam eine Tochter. 2005 buchte die junge Familie den ersten größeren gemeinsamen Urlaub. Da entdeckte Melanie Haupt Blut im Stuhl. Sie freute sich weiter auf den Urlaub, packte die Koffer zu Ende und fuhr zur Darmspiegelung. Am Ende der Untersuchung standen drei kurze Sätze. Sie führten Melanie Haupt nicht in den Urlaub, sondern in ein anderes Leben. Die drei Sätze lauteten: „Sie haben einen Tumor im Enddarm. Es sieht nicht gut aus. Sie müssen sofort behandelt werden.“

Als Melanie Haupt in die Uniklinik Aachen ihre erste Chemotherapie erhielt, war sie 27 Jahre alt. Als sie ihr Leben zurückbekam, war sie 29. Dazwischen lagen Operationen, Chemo, Bestrahlung, Ängste, finanzielle Sorgen, körperliche Beschwerden und eine verwundete Psyche. Es waren zwei lange Jahre.

Melanie Haupt

Zweierlei gab ihr Halt in dieser Zeit: „Gegen meine Ängste half mir zum einen immer der Gedanke, dass die Heilungschancen bei Darmkrebs gut sind. Darmkrebs ist bei Früherkennung super heilbar“, sagt Melanie Haupt heute. „Und ich hatte Menschen, die für mich da waren. Freunde, die mir zuhörten. Meine Kollegen, die oft anriefen. Mein Schwerbehindertenvertreter, der mir sehr half. Aber vor allem mein damaliger Chef! Ohne ihn wäre ich nicht mehr hier bei REWE.“ Sein Verhalten fand sie damals schlicht „super“. Heute, 15 Jahre später und in ihrer Funktion als stellvertretende Vertrauensperson für Menschen mit Behinderung in der Region West, nennt sie seinen Umgang mit ihr „inklusive Führung“. Und von dieser Art der Führung wünscht sich Melanie Haupt „mehr bei uns im Unternehmen“.

Ein aktives Leben trotz Behinderung

Melanie Haupt sieht man ihre Behinderung nicht an. Sie führt ein aktives Leben, vielleicht sogar etwas aktiver als zuvor. Sie engagiert sich als Schwerbehindertenvertreterin und LoS!-Multiplikatorin, sie reist, sie treibt Sport, sie hat einen Partner, ist begeisterter FC Köln-Fan. Und sie lebt mit einem künstlichen Darmausgang. „Weil ich so jung war, weil es keine familiäre Vorbelastung gab, ist die Erkrankung bei mir spät bemerkt worden. Da die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten einer Darmspiegelung normalerweise erst ab 50 Jahren übernehmen, finde ich die aktuelle Aktion von Gemeinsam.topfit (siehe Video und Kasten), sich unkompliziert und kostenlos selbst zu testen, super gut.“

„Ich hatte Menschen, die für mich da waren. Freunde, Kollegen, mein Schwerbehindertenvertreter und vor allem mein damaliger Chef! Ohne ihn wäre ich nicht mehr bei REWE.“

Melanie Haupt über ihre Zeit nach der Diagnose

Melanie Haupt hat gelernt, mit dem „Stoma“, so der Fachbegriff für den künstlichen Darmausgang, zu leben: „Ich mache alles, ich fahre Rad, gehe schwimmen, an den Strand und sogar in die Sauna.“ Dafür hat sie eine spezielle Bandage. Den sonstigen Alltag bestreitet sie mit Stomabeuteln, die sie an wichtigen Stellen verteilt hat: „In der Handtasche, im Auto, bei meiner Mutter, auf der Arbeit …“. Sie hat gelernt, damit umzugehen, den Beutel schnell und überall zu wechseln. Sie dürfte sogar alles essen. „Ich dürfte schon, aber ich esse nicht alles.“ Ihr durch die Krebsbehandlung beschädigtes Immunsystem reagiert mit Unverträglichkeiten auf manche Obst- oder Gemüsesorten. Und hier kommt wieder die inklusive Führung ins Spiel: „Anfangs war ich schon mal krank geschrieben mit Magen-Darm. Oder ich musste öfter als andere Kollegen auf die Toilette . Wenn Sie dann eine Führungskraft haben, von der statt Unterstützung ein ,Schon wieder... ?' kommt, dann ist das sehr belastend.“

Haupt wünscht sich Einfühlungsvermögen und Verständnis für eine Krankheit, die jeden treffen kann. So wie sie es erfahren hat: Weil sie frisch nach der Operation mit dem Stoma nicht mehr sehr schwer heben und nicht mehr lange auf dem Kassenstuhl sitzen konnte, versetzte ihr Chef sie kurzerhand an den Infoschalter des ehemaligen Toom-Centers. „Dort konnte ich zwischendurch auch stehen, und zum Sitzen erhielt ich einen speziellen Stuhl“.

„Wenn man körperlich krank ist, kommt immer auch noch eine psychische Belastung dazu.“

Melanie Haupt über den langsamen Wiedereinstieg

Nicht nur körperlich war der Wiedereinstieg beschwerlich. „Wenn man krank ist, kommt immer eine psychische Belastung dazu“. Ihr ging die Angst um den Arbeitsplatz an die Substanz. Diese Angst konnten ihr Vorgesetzte und die Kollegen nehmen, die am Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) beteiligt waren. Der Angst, mit dem Stoma zu leben, stellte sie sich nach und nach alleine: „Ich fuhr innerlich Achterbahn. Es hat lange gedauert, es anzunehmen, mich damit zu akzeptieren, darüber mit Freunden zu sprechen, Kollegen davon zu erzählen.“ Heute hat Melanie Haupt ihren Frieden mit dem Stomabeutel gemacht, ohne den sie ihr Leben nicht leben könnte: „Er ist wie eine Prothese, die man nicht sehen kann.“


Melanie Haupt, 42, ist seit Juni 2019 als freigestellte Stellvertretende Vertrauensperson für Menschen mit Behinderung zuständig für Kolleginnen und Kollegen aus der REWE-Region West.

 

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Darmkrebsrisiko selbst testen: REWE Group führt kostenlose Aktion zur Früherkennung durch.

Durch Früherkennung können nahezu alle Darmkrebsfälle verhindert oder geheilt werden. Die REWE Group bietet ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern daher vom 2. bis 14. März eine einfache Darmkrebsvorsorge an: Über das Gesundheitsportal Gemeinsam.topfit können Sie Ihr persönliches Erkrankungsrisiko mit einem Fragebogen bestimmen. Deutet das Ergebnis auf ein erhöhtes Darmkrebsrisiko hin, können Sie bequem einen immunologischen Test auf verborgenes Blut im Stuhl bestellen, zu Hause durchführen und per Post an das Labor einschicken. Das Ergebnis geht nur an Sie persönlich.

Wie funktioniert das Angebot?

  1. Besuchen Sie das Portal unter www.gemeinsam.topfit-service.com. Noch nicht registriert? Dann erstellen Sie sich einen Zugang mit dem Passwort TopfitCode.
  2. Den Fragebogen und weitere Infos rund um das Thema Darmkrebs finden Sie in der Rubrik „Gemeinsam Darmkrebs vorbeugen“. Weist das Fragebogenergebnis auf ein erhöhtes Risiko, können Sie das Testpaket anfordern.
  3. Die ersten 5.000 Tests sind kostenlos. Darüber hinaus und für Angehörige kosten sie 10 Euro. Für DAK-Gesundheit versicherte Mitarbeitende sind die Tests immer kostenlos
  4. Sie schicken den Stuhltest ein, das Labor wertet aus und teilt Ihnen die Ergebnisse nach wenigen Tagen mit. Weder Betriebsarzt noch Unternehmen erfahren davon.
„Bloß nicht drängen“

Edgar Bings, Schwerbehindertenvertreter in der REWE-Region West, erläutert, warum Krebs-Patienten mitunter auf die Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises verzichten und was Unternehmen tun können, um die Rückkehr an den Arbeitsplatz zu erleichtern

Edgar Bings

one: Wie häufig suchen an Krebs erkrankte Kolleginnen und Kollegen Ihren Rat?
Edgar Bings:
Leider ist das sehr oft der Fall. Ich erlebe nahezu jede Woche einen Fall. Krebs gehört neben seelischen Leiden und Einschränkungen des Bewegungsapparats zu den häufigsten Krankheitsbildern, denen ich als Schwerbehindertenvertreter begegne. Und mit älter werdenden Belegschaften werden die Fallzahlen in den nächsten Jahren steigen.  

one: Manchen Betroffenen tut es gut, offen über ihre Erkrankung zu sprechen, andere möchten sie am liebsten verschweigen. Welche Empfehlung geben Sie?
Edgar Bings:
Das muss jeder für sich entscheiden. Tatsächlich gibt es viele Betroffene, die ihre Erkrankung am liebsten verheimlichen und deshalb nach der Therapie auch auf die Ausstellung einen Schwerbehindertenausweises verzichten.
 
one: Aus Scham oder eher aus Sorge vor beruflichen Nachteilen?
Edgar Bings:
Ich denke, beides kommt vor. Was den Weg zurück in den Job betrifft, so ist der Arbeitgeber zu einem Betrieblichen Eingliederungsmanagement, kurz BEM, verpflichtet, wenn ein Beschäftigter im Laufe der vergangenen zwölf Monate länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig war. Dabei werden Betroffene behutsam an die Belastungen des Arbeitsalltags herangeführt, etwa indem sie die wöchentliche Arbeitszeit Schritt für Schritt steigern. „Hamburger Modell“ nennen Fachleute diese Methode der Wiedereingliederung.

„Tatsächlich gibt es viele Betroffene, die ihre Erkrankung am liebsten verheimlichen und deshalb nach der Therapie auch auf die Ausstellung einen Schwerbehindertenausweises verzichten.“

Ede Bings
Schwerbehindertenvertretung

one: Aber nicht alle von der Krankheit Genesenen werden in der Lage sein, ihren alten Job wieder in vollem Umfang auszuüben. Mancher wird das möglicherweise auch gar nicht wollen.
Edgar Bings:
Die meisten wollen exakt an ihren alten Arbeitsplatz zurück. Wir versuchen das möglich zu machen, indem wir beispielsweise die Arbeitszeiten flexibler gestalten, um Raum für Arztbesuche oder Erholungszeiten zu schaffen. Manchmal können auch technische Hilfsmittel die Arbeitsbelastung mildern. Beispielsweise Handscanner, die wir bei PENNY eigentlich nicht mehr verwenden, die körperlich weniger leistungsfähigen Kolleginnen und Kollegen die Arbeit jedoch enorm erleichtern. Häufig arbeiten wir mit Integrationsfachdiensten zusammen, um Lösungen zu finden, die für Arbeitnehmer und Arbeitgeber passen.

one: Wie können Vorgesetzte Betroffenen helfen, möglichst schnell den Weg zurück zu finden?
Edgar Bings:
Indem sie sich mit mehr Zeit und mehr Einfühlungsvermögen um Betroffene kümmern und besser zuhören, was diese Menschen bewegt. Weiterbildung in „Inklusiver Führung“ kann helfen, Verständnis zu wecken. Auf keinen Fall sollten sie Mitarbeiter drängen und ständig nachfragen, wann sie an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. 

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