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ArticleId: 277magazineBei der REWE Group kann man Fachinformatiker werden oder Wirtschaftsinformatik studieren? Die meisten sind überrascht von so einem Angebot bei einem Touristik- und Handelsunternehmen. one sprach mit zwei dualen Studenten und ihrem Betreuer Michael Wulff.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/f/f/csm_01_6_tt_RIS_mgt_standard_59e1a80bb8.jpgDie ÜbersetzerDuales Studium bei der RIS
Tobias Laug, Michael Wulff und Tobias Mohr (v.l.)
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Duales Studium bei der RIS
Die Übersetzer

Bei der REWE Group kann man Fachinformatiker werden oder Wirtschaftsinformatik studieren? Die meisten Menschen reagieren überrascht, dass es dieses Angebot bei einem Touristik- und Handelsunternehmen gibt.

One sprach mit zwei dualen Studenten und ihrem Betreuer Michael Wulff über den Alltag zwischen Theorie und Praxis und die Perspektiven im Unternehmen.

one: Bei Informatikern hat man oft die Vorstellung, dass sie schon in jungen Jahren großes Interesse an Rechner und Software gezeigt haben. Wann haben Sie ihr erstes kleines Programm geschrieben, ihre erste Homepage gestaltet?
Tobias Laug:  Bei mir war das Interesse tatsächlich von klein auf da. Mein Vater hatte einen MS DOS-Rechner, auf dem ich herumtippen durfte. Mit 14 Jahren habe ich mir dann mein erstes Buch zum Thema „Programmieren Lernen“ gekauft.
Tobias Mohr: Auch ich habe früh angefangen, mich mit Computern zu beschäftigen. So mit 14 habe ich dann meine erste Internetseite programmiert.

one: Inzwischen sind Sie im zweiten beziehungsweise dritten Studienjahr. Wie ist Ihr beruflicher Weg dorthin bislang verlaufen?
Tobias Mohr: Ich mache ja ein Kombi-Studium, bei dem die Ausbildung auf zwei Jahre verkürzt ist. Wie beim dualen Studium gibt es jeweils dreimonatige Theorie- und Praxisphasen. In den Praxisphasen durchlaufen wir verschiedene Funktionsbereiche. In meinem Fall waren das der Bereich Zentrale Dienste, Stammdaten und Portalentwicklung, wo ich dann auch mein Abschlussprojekt für die Ausbildung geschrieben habe. Meine Bachelor-Arbeit schreibe ich im Bereich TIHE, Strategische Projekte.
Michael Wulff: In der Regel beginnen die Auszubildenden und dualen Studenten im Client- und Desktop-Service oder im Holdingbereich Zentrale Dienste. Hier lernen sie das Unternehmen am besten kennen, was ihnen dann beiihrenweiterenStationenzugutekommt.
Tobias Laug:
Bei mir war der Ablauf etwas anders, weil ich zuerst die Ausbildung gemacht und dann über ein RIS-Stipendium das duale Studium drangehängt habe. Während der Ausbildungszeit war ich unter anderem in den Bereichen Data Warehouse, Client- und Desktop-Service und Microsoft Sharepoint. Als Abschlussarbeit für die Ausbildung habe ich ein Skript geschrieben, mit dem man Statistiken zur Nutzung von MS Sharepoint erstellen kann. Während meines Studiums war ich bei der Portalentwicklung und im Bereich SAP. Dort schreibe ich auch meine Bachelorarbeit.

one: Soviel zu den Praxisphasen. Wie sieht es mit der Theorie aus? Sind Uni und RIS inhaltlich und organisatorisch gut verzahnt?
Tobias Laug: Die Europäische Fachhochschule ist sehr darauf bedacht, die Inhalte nah an den Bedürfnissen der Unternehmen zu wählen. Manchmal sogar so sehr, dass Themen, die ich interessant finde, unter den Tisch fallen. Wir schreiben auch nach jeder Praxisphase eine Praxisreflexion. Darin bringen wir Theorie und Praxis zusammen. Heißt: Wir zeigen, inwiefern uns der theoretische Unterricht in der Praxis hilft.
Tobias Mohr: Auf jeden Fall sind beide gut verzahnt. Organisatorisch ist beispielweise auch geregelt, wie Berufsschule und Hochschulzeiten koordiniert werden. Wir haben dann für die Berufsschule vorlesungsfrei, so dass sich auch das gut vereinbaren lässt. Inhaltlich müssen unsere Arbeiten für die Fachhochschule zwar wissenschaftlich, aber gleichzeitig auch unternehmensnah sein. Wir können auch mit Kommilitonen zusammenarbeiten und gewinnen so Einblicke in andere Unternehmen.

one: Steht nicht auch ein Auslandsaufenthalt auf dem Studienplan?
Tobias Laug: Richtig, der ist sogar verpflichtend. Je nach Uni dauert er zwischen drei und sechs Monaten. Ich war bis Juli in Sydney. Jetzt schreibe ich im Anschluss meine Bachelorarbeit.
Tobias Mohr: Wir sind hierbei recht frei in der Wahl der Universität, müssen aber alles selbst organisieren. Ich gehe in wenigen Wochen nach Schottland und studiere dort in Aberdeen.
Michael Wulff: Die RIS unterstützt den Auslandsaufenthalt auch mit einer finanziellen Zuwendung. Um den Rest der Finanzierung müssen sich die Studenten selbst kümmern. Dafür stehen aber auch Stipendien wie das Erasmus-Programm zur Verfügung.

one: In Köln gibt es zahlreiche Unternehmen, bei denen sich angehende Informatiker bewerben können. Warum haben Sie sich für die RIS entschieden? Wie sind hier die Perspektiven?
Tobias Mohr:
Nicht jedes Unternehmen bietet die Möglichkeit eines dualen Studiums in Kombination mit einer Ausbildung. Das war ein Pluspunkt für die RIS, ebenso wie das Bildungs- und Weiterbildungsangebot bei der REWE Group. Besonders toll fand ich jedoch, dass man mir ausreichend Zeit eingeräumt hat, als es um die Vertragsunterzeichnung ging. Bei der RIS zeigt man Verständnis dafür, dass die Entscheidung für ein Ausbildungsunternehmen besonders wichtig ist und eventuell etwas Bedenkzeit benötigt wird. Das hat mir gefallen, denn andere Unternehmen sahen das nicht so.
Tobias Laug: Für mich war damals das Gesamtprogramm rund um die Ausbildung entscheidend: Es gibt auf der einen Seite zusätzliche Seminare in Ergänzung zum Berufsschulunterricht. Auf der anderen Seite spielen auch soziale Aspekte im Auszubildendenkreis – übrigens auch gemeinsam mit den Handels-Azubis – wie der Theater-Workshop eine wichtige Rolle. Einen solchen Rahmen rund um die Ausbildung hat kein anderes Unternehmen, bei dem ich mich beworben hatte, angeboten.

Michael Wulff: Nicht zuletzt bieten wir den Studenten frühzeitig eine klare Perspektive. Wir beginnen ein Jahr vor Studienabschluss damit, geeignete Stellen für die Übernahme zu finden. Dabei berücksichtigen wir auch – im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten – die persönlichen Vorlieben der Studenten.

one: Nach dem Abschluss sind Sie beide Wirtschaftsinformatiker. Wie sieht das Berufsbild eines Wirtschaftsinformatikers aus? Tobias Mohr: Als Wirtschaftsinformatiker sind wir meist eine Art Schnittstelle zwischen dem Kunden und dem Entwickler. Das heißt wir planen Projekte, sind unter anderem für die Konzeption verantwortlich.Tobias Laug: Es kommt auf das Projekt an. IT-Experten sprechen oft nicht dieselbe Sprache wie der Kunde. Daher braucht es vor allem bei großen Projekten eine Art Übersetzer. Diese Funktion übernehmen Wirtschaftsinformatiker als eine Art IT-Consultant. Aber natürlich können Wirtschaftsinformatiker bei kleineren Projekten beispielsweise im Data Warehouse durchaus auch die Entwicklung übernehmen.

Zur Person: Tobias Laug

Er hat es sehr wahrscheinlich bereits Ende September 2014 geschafft: Dann schließt Tobias Laug sein Studium der Wirtschaftsinformatik an der Europäischen Fachhochschule in Brühl ab. Die Ausbildung zum Fachinformatiker mit Schwerpunkt Anwendungsentwicklung absolvierte er schon vor drei Jahren. Derzeit schreibt er noch an seiner Bachelorarbeit im Bereich SAP. Anschließend will der 27-Jährige zunächst Berufserfahrung sammeln und später entscheiden, ob er noch eine Masterarbeit schreibt. Schon als Kind hat er sich für Softwareprogrammierung interessiert und ein Programm zur Auswertung von Fußball-Ergebnissen geschrieben. Er wollte wissen, ob außer dem 1. FC Köln und dem FC Bayern München jemals ein anderer Verein die ewige Tabelle der Fußball-Bundesliga angeführt hat.

Zur Person: Tobias Mohr

Schon mit 14 Jahren erstellte Tobias Mohr seine erste Website. Mit 21 hat er seine Ausbildung zum Fachinformatiker mit Schwerpunkt Anwendungsentwicklung abgeschlossen. Außerdem ist er im 4. Semester für das Studium der Wirtschaftsinformatik an der Europäischen Fachhochschule in Brühl eingeschrieben. In den nächsten Wochen wird er zunächst sein Auslandssemester in Aberdeen antreten.

Zur Person: Michael Wulff

Vor 16 Jahren heuerte Michael Wulff im Bereich Systembetrieb der RIS an und ist dort im Bereich Basis-Systeme tätig. Bereits 2003 machte er den Ausbilderschein. Die Betreuung der RIS-Azubis übernahm er vor acht Jahren. 2011 kamen dann die dualen Studenten hinzu.

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