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ArticleId: 600magazineWas brauchen Azubis, um im Job durchzustarten? Wie wird man REWE Group-Vorstand? Die one_Azubi-Redakteure hatten viele Fragen an Lionel Souque. Der gibt Tipps – und verrät, was ihm im Job am meisten Spaß macht.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/1/f/csm_TT_0915_Souque_mgt_standard_2bbfbfbeb1.jpg„Die Azubis sind unsere Zukunft“Lionel Souque im Interview
Interview mit Lionel Souque
„Die Azubis sind die
Zukunft unseres Konzerns“
die Fragen stellte die one_Azubi-Redaktion
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Welche Eigenschaften sollten Azubis mitbringen, um im Job richtig durchzustarten? Und wie wird man eigentlich Vorstand bei der REWE Group? Das haben wir Vorstandsmitglied Lionel Souque gefragt. Im Interview gibt er Tipps für Berufseinsteiger und verrät, was ihm an seinem Job am meisten Spaß macht - und für welche Fußball-Mannschaft sein Herz schlägt.

Herr Souque, welche Bedeutung hat eine Ausbildung für Sie als Vorstand der REWE Group?
Für die REWE Group sind die Lehrlinge enorm wichtig. Insgesamt absolvieren rund 7.900 junge Menschen eine Ausbildung in unserem Unternehmen. In Frankreich zum Beispiel gibt es so etwas wie eine Lehre nicht. Mittlerweile schauen die dortigen Politiker und Industrievertreter deshalb neidisch auf die deutschsprachigen Länder. Das Gute an diesem Karriereschritt ist: Die Entwicklungschancen sind hervorragend. Die meisten Marktleiter oder Führungskräfte haben zu Beginn eine Ausbildung bei der REWE Group gemacht. Ich kann also nur betonen: Die Auszubildenden sind die Zukunft unseres Konzerns.

Was würden Sie einem frisch gebackenen Azubi mit auf dem Weg geben?
Ich finde es besonders wichtig, dass man diesen Lebensabschnitt offen und neugierig angeht. Auch wenn etwas einmal nicht so wie gewünscht läuft, sollte man optimistisch bleiben und die positiven Aspekte einer Ausbildung nicht aus dem Blick verlieren. Gerade junge Leute, für die vieles noch fremd ist, sollten zu ihrer Meinung stehen und versuchen, das Unternehmen zum Besseren zu verändern.

Gleichzeitig ist es wünschenswert, dass man ehrlich zu sich ist und auch an sich selbst arbeitet.

Welchen Berufswunsch hatten Sie als Jugendlicher?
Ich konnte mir viele verschiedene Berufe vorstellen. Lange Zeit wollte ich Tierarzt werden, dann plötzlich als Pilot arbeiten. Schließlich habe ich Betriebswirtschaft studiert und ging davon aus, dass ich in einer Bank oder einem Beratungsunternehmen landen werde. Zum Handel kam ich über ein Praktikum: In Texas habe ich mehrere Wochen in einem Supermarkt gearbeitet und später meine Diplomarbeit über Eigenmarken geschrieben.

Wie sind Sie anschließend zur REWE Group gekommen?
Als die REWE Group 1995 begann, Filialen außerhalb von Deutschland zu eröffnen, suchte das Unternehmen junge Akademiker mit Auslandserfahrung. Das hat perfekt zu meinem Lebenslauf gepasst. Ich hatte von Beginn an spannende und herausfordernde Aufgaben zu bewältigen, so dass ich mich direkt wohlgefühlt habe und so bin ich schließlich hier geblieben.

Wenn man einen Werdegang wie Sie bei der REWE Group hinlegen möchte, welche Kompetenz sollte man mitbringen?
Ich musste immer sehr flexibel sein. Ich wurde wortwörtlich von links nach rechts geschickt, unter anderem Rumänien, Südbayern, Italien,  Russland. Für die REWE Group war ich insgesamt in elf verschiedenen Ländern unterwegs. Meinen heutigen Job habe ich auch deshalb bekommen, weil ich mich den vielen Reisen und neuen Herausforderungen nicht verschlossen habe. Gerade in jungen Jahren lohnt es sich, möglichst viel Auslandserfahrung mitzunehmen und Flexibilität zu zeigen. Man lernt neue Kulturen, neue Wettbewerber und Denkweisen kennen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?
Einen typischen Tag gibt es selten. Was aber alle Tage gemeinsam haben: Es gibt immer viel zu tun und immer treten unerwartete Dinge ein, die hohe Flexibilität erfordern und keinen Tag wie den anderen verlaufen lassen. Ich nehme an vielen Sitzungen teil, etwa zusammen mit dem Vorstand, dem Aufsichtsrat, der Geschäftsleitung und führe auch viele individuelle Einzelgespräche.

Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten Spaß?
Ich mag den Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung und auch zu den Märkten und den Kunden. Draußen zu sein, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Märkten zu sprechen, die REWE Group vor Ort zu erleben - das bereitet mir am meisten Vergnügen, auch wenn mir leider dafür oft zu wenig Zeit zur Verfügung steht.

Könnten Sie sich auch eine andere Tätigkeit als Ihre jetzige vorstellen?
Im Moment habe ich viel Spaß an meiner Vorstandstätigkeit und den spannenden Herausforderung und eine Menge zu tun. Kurzfristig brauche ich also keine Veränderung. Aber ich habe mir natürlich schon einmal überlegt, wie es wäre, selbst Unternehmer zu sein.

Wie bedeutsam ist das Thema Nachhaltigkeit und was kann die REWE Group dabei noch besser machen?
Ich lege großen Wert auf Umwelt und ein bewusstes Leben. Nachhaltigkeit wird bei der REWE Group groß geschrieben – da stehe ich voll dahinter. Wir müssen noch daran arbeiten, dieses Thema näher an die Kunden zu bringen und dort zu verankern.  Wenn wir beispielsweise die Tafeln unterstützen, kann der Konsument damit direkt etwas anfangen. Nachhaltigkeit umfasst aber auch viele komplexe Aspekte. Unsere Aufgabe ist es, diese komplizierten Facetten ebenfalls verständlich zu kommunizieren.

Welches Auto fahren Sie eigentlich?
Ich hatte bei der REWE Group acht Jahre lang denselben Dienstwagen, einen Ford Mondeo, der am Ende ziemlich ramponiert war. Gerade im Pariser Straßenverkehr kommt schnell eine Delle ins Blech. Weil ich jetzt drei Kinder habe und auch oft die Nanny mitfährt, brauche ich ein Auto mit viel Platz. Ich habe mich deshalb für einen Mercedes G Klasse mit 7 Sitzen entschieden.

Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit?
Ich treibe gerne Sport, auch wenn ich dafür oft gegen meinen inneren Schweinehund kämpfen  muss – meistens gewinnt der Schweinehund. Entspannung finde ich vor allem beim Fußballspielen und Golfen. Ansonsten verbringe ich meine freie Zeit am liebsten mit meinen Kindern.

Für welchen Fußballverein schlägt Ihr Herz?
Da gibt es sogar zwei! Schon als Kind war ich von Paris St. Germain begeistert. Ich war damals oft im Stadion und habe die Mannschaft direkt hinter dem Tor angefeuert. Seit ich in Deutschland bin, schlägt mein Herz natürlich auch für den 1. FC Köln. Ich bin bei fast jedem Heimspiel dabei. Durch mein Mandat im Aufsichtsrat habe ich hin und wieder Kontakt zu den Spielern und den Verantwortlichen. Wenn Paris und Köln in der Championsleague aufeinander treffen, werde ich eher dem FC die Daumen drücken.

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