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ArticleId: 560magazineOhne Insekten keine Früchte – das wissen auch die Obstbauern der Pro Planet-Äpfel. Seit 2010 schaffen sie in einem Projekt der REWE Group neuen Lebensraum für Bienen und Co.: mit Erfolg!https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/5/d/csm_Apfeltag_0715_mgt_standard_9725121398.jpg„Artenschutz beginnt vor der Haustür“Pro Planet-Apfeltreffen
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Pro Planet-Apfeltreffen
„Artenschutz beginnt vor der Haustür“
von Julia Klotz / Fotos: Martn Bondzio

Ohne Insekten keine Früchte - das wissen auch die Obstbauern der Pro Planet-Äpfel. Seit 2010 schaffen sie in einem Projekt der REWE Group neuen Lebensraum für Bienen und Co. Jetzt ist erwiesen: mit Erfolg! Die Artenvielfalt auf den Plantagen hat sich nachweislich verbessert. Das ist nicht nur für die Umwelt ein Gewinn.

Wer schon einmal einen Ausflug in die Bodensee-Region oder das Alte Land gemacht hat, kennt den Anblick: Apfelbäume wachsen auf Plantagen soweit das Auge reicht, sauber in Reih und Glied gepflanzt. Doch was für Wochenendausflügler und Touristen idyllisch aussieht, wird für die Artenvielfalt  zur Bedrohung. „Wildwachsende Blumen und andere Blütenpflanzen, wie sie zum Beispiel auf Streuobstwiesen zu finden sind, fehlen in der modernen Landwirtschaft weitestgehend. Diese stellen jedoch Nahrungsgrundlage für viele bestäubende Insekten wie Bienen oder Schmetterlinge dar“, erklärt Dr. Josef Lüneburg-Wolthaus, bei der strategischen Qualitätssicherung der REWE Group zuständig für Nachhaltigkeit. Besonders dramatisch ist die Lage bei den Wildbienen: Mehr als die Hälfte der rund 550 Arten ist bedroht.

Daher bringt die REWE Group seit 2010  Obstbauern mit Vertretern des Naturschutzbunds Deutschland (NABU), der Bodenseestiftung und Birdlife International zusammen. „Unser Ziel ist es, konventionelle Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten“, fasst Lüneburg-Wolthaus zusammen. Konkret heißt das: Das Nahrungsangebot für Insekten im blütenarmen Sommer verbessern und zusätzliche Lebensräume für die Bestäuber schaffen. Mit Unterstützung des NABU legen die Obstbauern Blühflächen an, pflanzen Hecken und stellen Nisthilfen für Wildbienen auf. Einmal im Jahr treffen sich die Projektpartner zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch, so auch am 8. Juli in Köln.

Das erfreuliche Fazit nach fünf Jahren Apfelprojekt: Die Maßnahmen zeigen Wirkung. „Verschiedene Studien belegen einen sprunghaften Anstieg der Artenvielfalt in den untersuchten Gebieten“, so Lüneburg-Wolthaus. „Gebietsweise haben sich sogar sehr gefährdete Arten wieder auf den Plantagen angesiedelt“, sagt der Nachhaltigkeitsexperte. "Das ist mehr als wir je erwartet hätten", ergänzt  NABU-Projektleiter Dr. Stefan Rösler. Auch geschützte Vögel hätten sich auf einigen Plantagen niedergelassen, freut sich Rösler: „Wenn der Turmfalken-Kasten, den ein Apfelbauer aufgestellt hat, im ersten Jahr besetzt ist - etwas Schöneres kann es gar nicht geben.“ Falken wiederum helfen den Obstbauern, die Mäusepopulation auf den Feldern in Schach zu halten - so schließt sich der Kreis.

Die Maßnahmen kann jeder Erzeuger selbst aus einem Vorschlag-Katalog wählen. Die Teilnahme am Projekt ist freiwillig. „Wir möchten niemanden zwingen, sondern überzeugen“, sagt Hans Knöpfler, Geschäftsführer der Obst vom Bodensee GmbH. Denn auch der Landwirt profitiert davon: „Wir sorgen dafür, dass Insekten wieder Lebensraum und Nahrung finden - die Insekten wiederum sorgen für bessere und größere Erträge. Beide gewinnen, eigentlich ganz einfach.“ Um den Erfolg des Projekts systematischer zu erfassen, entwickeln die Projektpartner den Maßnahmenkatalog immer weiter.

Das Projekt startete mit zehn Apfelbauern, inzwischen sind mehrere hundert an Bord. Sie stammen aus der Bodensee-Region, dem Alten Land, dem Rheinland, dem Neckarraum, Rheinhessen, Brandenburg, Sachsen, dem  Weserbergland und Thüringen - also nahezu allen großen Apfelanbauregionen in Deutschland sowie der Steiermark in Österreich. Auch das ist ein Erfolg, denn es galt auch Ressentiments zu überwinden. „Wenn ich überlege, mit welchen Bedenken die Naturschützer und Bauern in das Projekt gestartet sind, bin ich sehr zufrieden“, erzählt Hans Knöpfler. „Früher wurde vor allem viel übereinander, aber wenig miteinander gesprochen. Heute arbeiten wir konstruktiv zusammen und haben alle voneinander gelernt.“

So sieht das auch Stefan Rösler: „Die Kommunikation untereinander hat sich sehr verbessert. Heute stehen wir gemeinsam auf der Fläche und prüfen, welche Maßnahmen sich für jeden Erzeuger anbieten - vor einigen Jahren noch undenkbar“, sagt er.  Bedenken, sich im konventionellen Apfelanbau zu engagieren - obwohl der NABU Streuobstanbau befürwortet -, hat er keine mehr. „Man muss sich überlegen: Will ich auf acht Prozent der Fläche den Ökolandbau noch nachhaltiger machen, oder auf über 90 Prozent die konventionelle Produktion naturverträglicher machen? Da ist die REWE Group als Projektpartner von elementarerer Bedeutung, denn sie bezieht als Händler das Volumen und erreicht auch die Verbraucher“.

Und die achten zunehmend darauf, wie Obst und Gemüse produziert wurde und woher es kommt. „Pro Planet Äpfel tragen nicht nur zur Artenvielfalt bei, sondern stammen aus regionalem Anbau. Das hat für immer mehr Kunden einen hohen Stellenwert“, weiß Eugenio Guidoccio, der im Strategischen Einkauf der REWE Group die Bereiche Obst und Gemüse verantwortet.

Daher sind sich die Partner einig, dass sie das Apfelprojekt weiter ausbauen wollen. An der Nachfrage mangelt es nicht: Viele Landwirte kommen inzwischen von sich aus auf die REWE Group zu. „Außerdem würde es mich reizen, unser Vorgehen auch auf andere Kulturpflanzen zu übertragen“,  verrät Lüneburg-Wolthaus. Stefan Rösler möchte ebenfalls „noch mehr in die Flächen kommen“, damit der Obstbau naturverbundener wird. Denn, so der Projektleiter: „Es geht nicht nur darum, die Wale zu retten oder die Eisbären. Biologische Vielfalt beginnt genau hier, vor unserer Haustür.“

 

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