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ArticleId: 348magazineJürgen Grohs, Geschäftsführer ZooRoyal.de, über die Chancen der Partnerschaft mit der REWE Group und die Zukunft des Online-Handels.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/5/7/csm_15_Zoo_Royal_mgt_standard_6f56cbb13b.jpg„ZooRoyal treibt zusammen mit REWE den Markt“Geschäft mit Tierbedarf
Geschäft mit Tierbedarf wächst
„ZooRoyal treibt zusammen
mit REWE den Markt“
das Gespräch führte Stefan Weber
Strategie
REWE Group
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Jürgen Grohs, Geschäftsführer ZooRoyal.de, über die Chancen der Partnerschaft, die Zukunft des Online-Handels und teure Hunde-Halsbänder.

Krise? Welche Krise? Wenn in anderen Branchen die Angst umgeht vor Rezession und Niedergang, läuft das Geschäft mit Haustieren weiter prächtig. Hunde, Katzen, Nager und Vögel werden auch in konjunkturell schlechten Zeiten nicht vernachlässigt. Im Gegenteil. Tierliebhaber verwöhnen ihre Mitbewohner mit immer hochwertigeren Artikeln. Das sorgt für Wachstum. Bis 2018 soll der Umsatz der Heimtierbranche in Deutschland um mehr als zehn Prozent auf 4,4 Milliarden Euro steigen.

Doch der Markt ist im Umbruch. Tierfreunde kaufen immer häufiger online ein. Davon will vor allem der Online-Verkäufer ZooRoyal.de profitieren, an dem die REWE Group seit März 2014 mehrheitlich beteiligt ist. Wie das gelingen soll und warum REWE-Händler davon profitieren werden, verrät Gründer und Geschäftsführer Jürgen Grohs im Interview.

one: In Hanau hat kürzlich ein Hallenbad für Hunde eröffnet, Ernährungsberater für Vierbeiner haben Hochkonjunktur und ZooRoyal verkauft unter anderem Snacks aus Hummerfleisch, Pfotenschutzschuhe mit Neopren-Überzug und Kuschelsofas in Leder-Optik. Wo führt das noch hin?
Jürgen Grohs: Ja, die Deutschen verwöhnen ihre Haustiere. Sie wollen das Beste und greifen immer häufiger zu Premiumprodukten. Das gilt für die Ernährung und auch für Non-Food-Artikel. Für ein Hunde-Halsband beispielsweise werden leicht auch mal 80 Euro bezahlt.

one: Ungewöhnlich für Menschen, denen nachgesagt wird, sonst vornehmlich auf den Preis zu achten. Warum dieser Trend zu Hochwertigem?
Jürgen Grohs: Tiere haben heute in vielen Haushalten einen sehr viel größeren emotionalen Stellenwert als früher. Das gilt für Singles und kinderlose Paare. Aber auch für Familien. In sechs von zehn Haushalten mit Kindern leben auch Tiere.

one: Das ist prima fürs Geschäft, oder?
Jürgen Grohs: Tatsächlich wächst der Markt kontinuierlich – im Durchschnitt um zwei Prozent jährlich. Und das, obwohl die Zahl der Haustiere in Deutschland eher stagniert.

one: Anders als Bücher oder Modeartikel, die heute zu einem großen Teil online verkauft werden, steht der Internet-Verkauf für Tierbedarf erst am Anfang.
Jürgen Grohs: Aber er wächst mit rasantem Tempo! Ich bin überzeugt, dass der Online-Handel seinen Marktanteil in den nächsten fünf Jahren von heute knapp zehn Prozent mehr als verdoppeln wird.

one: Und ZooRoyal?
Jürgen Grohs: Wir wollen überproportional wachsen. Schon in diesem Jahr werden wir den Umsatz von zuletzt 4,5 Millionen Euro mehr als verdoppeln, und 2015 streben wir ein deutlich zweistelliges Plus an. Mit der REWE Group als Partner haben wir die Chance, den Markt zu treiben, auch international. Früher gehörten wir eher zu den Getriebenen.

one: Das heißt? Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Jürgen Grohs: Wir haben zusammen mit REWE einen langfristigen Plan aufgestellt. Einzelheiten möchte ich nicht nennen. Nur so viel: Die Ziele sind sehr ambitioniert.

one: Mancher REWE-Händler fürchtet, dass diese ehrgeizigen Vorhaben zu seinen Lasten gehen, weil ZooRoyal ihm Geschäft wegnehmen wird.
Jürgen Grohs: Diese Sorge ist unbegründet. Im Gegenteil: Die Märkte werden von dieser Partnerschaft profitieren.

one: Wie das?
Jürgen Grohs: Die Verkaufsfläche für Tierbedarf in den Märkten ist begrenzt. Mit ZooRoyal verlängert der stationäre Händler gleichsam sein Regal. Er kann künftig auch Produkte anbieten, die der Kunde sonst nur im Zoofachhandel bekommt – das ist in diesem Markt, der von Premium und Individualisierung getrieben wird, enorm wichtig.

one: Wie sollen REWE-Kunden zu ZooRoyal-Kunden werden und umgekehrt?
Jürgen Grohs: Wir beginnen erst, die Partnerschaft mit Leben zu füllen. Viele Dinge befinden sich noch in der Testphase. So haben wir beispielsweise in einigen REWE-Märkten Tablets an den Verkaufsregalen montiert, an denen die Kunden, Tierbedarf-Artikel bestellen können. Die können sie dann bei ihrem nächsten Besuch im Markt abholen – was die Chance erhöht, dass sie bei dieser Gelegenheit noch andere Produkte einkaufen.

one: Wie nehmen die Kunden dieses Angebot an?
Jürgen Grohs: Wir stehen erst am Anfang. Für ein abschließendes Urteil ist es noch zu früh. Aber es gibt andere Formen der Zusammenarbeit, bei denen wir schon heute sicher sagen können: Sie tragen Früchte. Zum Beispiel Paketbeileger. Also Coupons und Prospekte, die Lieferungen anderer Online-Verkäufer aus der REWE-Familie beigelegt werden, etwa Home24.  

one: Gibt es weitere Ideen?
Jürgen Grohs: Denken Sie an das Reisegeschäft: Die DER Touristik wirbt für Reisen mit dem Hund, und ZooRoyal bietet die passende Transportbox an. Oder, ganz einfach: Unsere Fachhandelsprodukte tauchen künftig auch auf den Handzetteln der REWE-Märkte auf und verlängern somit das Regal.

one: Online-Verkäufer von Tierfutter und Bedarfsartikeln gibt es viele. Warum sollen die Kunden bei ZooRoyal bestellen?
Jürgen Grohs: Die Auslese unter den Internetanbietern hat bereits begonnen. Einige mit großen Ambitionen gestartete Anbieter haben bereits aufgegeben. Andere haben eine Nische gefunden, die sie erfolgreich bearbeiten. ZooRoyal will die Masse bedienen. Für uns sprechen vor allem zwei Argumente: Erstens die große Auswahl: Unser Sortiment umfasst 17.000 Produkte – kein Mitbewerber bietet Vergleichbares. Und zweitens die Kompetenz. Wir verschicken nicht nur Ware, sondern bieten auch fachkundige Beratung.

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