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ArticleId: 1542magazineIn drei Tagen eine App entwickeln, die REWE Lieferservice-Kunden ein besseres Einkaufserlebnis ermöglicht – geht das? Die REWE Digital Hackdays beweisen: Das geht. Initiator Ansgar Brauner über den Ausbruch aus dem Arbeitsalltag – und warum verrückte Ideen gefragt sind.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/e/7/csm_TT07_05_mgt_standard_9a2e80fe36.jpgOrganisierter AusnahmezustandHackdays bei REWE Digital
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Hackdays bei REWE Digital
Organisierter Ausnahmezustand

In nur drei Tagen eine App entwickeln, die REWE Lieferservice-Kunden ein besseres Einkaufserlebnis ermöglicht – geht das? Die vierten REWE Digital Hackdays beweisen: Das geht. Im one_Interview erzählt Initiator Ansgar Brauner, was es bringt, kurzzeitig aus dem Arbeitsalltag auszubrechen – und warum dabei verrückte Ideen gefragt sind

Eine App, um die Ersatzartikel beim REWE Lieferservice zu minimieren oder ein Prozess, um noch mehr Lieferservice-Kunden künftig mit Waren von den Bedientheken zu versorgen: Das sind nur zwei der Ideen, die im Rahmen der vierten REWE Digital Hackdays entstanden sind. 180 Kollegen von REWE Systems, Commercetools, DER Touristik, REWE International, REWE digital, Zooroyal und Weinfreunde trafen sich Mitte Juli im Mülheimer Carlswerk, um außerhalb des Tagesgeschäfts an Innovationen zu tüfteln.

Die Herausforderung dabei: Um aus gemeinsam entwickelten Ideen lauffähige Lösungen zu machen,  hatten die insgesamt 25 Teams nur drei Tage Zeit. Sonst gibt es, außer einer groben Themenvorgabe, kaum Regeln.
Was fasziniert die Teilnehmer am organisierten “Chaos”? Und können sich nach drei Tagen wirklich schon Ergebnisse sehen lassen? One hat Organisator Ansgar Brauner in seiner Pause zum Interview getroffen.

Initiator Ansgar Brauner
„Wir wollen mit möglichst
schnellen Lösungen
verrückte Dinge gestalten“

one: Gerade ist Halbzeit bei euren Hackdays. Wie viele Club Mate mussten schon dran glauben, um weiterhin durchzuhalten?
Ansgar:
(lacht) Ja, die Zeit rennt. Ich bin gestern Abend um kurz nach zehn aufgebrochen, war jedoch längst nicht der letzte. In einigen Teams wurde noch intensiv getüftelt – die Kollegen saßen heute Morgen trotzdem schon wieder in aller Früh vor ihren Rechnern. Die Zeit ist sehr knapp bemessen, da muss man Gas geben, um danach ein Resultat zeigen zu können.

one: Innerhalb von 72 Stunden sollen die Teams aus Ideen vorzeigbare Lösungen entwickeln. Ist das nicht ganz schön ambitioniert?
Ansgar:
Wir reden da noch nicht von produktiv lauffähiger Software – da fehlen natürlich noch diverse Tests und Überarbeitungsschritte. Aber nach den 72 Stunden sollen die Teams tatsächlich echte Ergebnisse präsentieren und keine Powerpoint-Folien, zum Beispiel eine App oder eine technische Verbesserung im Online-Shop. Das ist die Anforderung – und das klappt in der Regel auch in der kurzen Zeit ganz gut, weil man sich ausschließlich auf ein Projekt konzentriert, frei von Hierarchien und den üblichen Abstimmungswegen.

one: Was ist der Reiz daran? Der Arbeitsalltag ist doch eigentlich schon stressig genug?
Ansgar:
Im Alltag ist man oft gefangen in seinem Arbeitsablauf und den täglichen Aufgaben. Die Hackdays sind dagegen ein Ausnahmezustand: raus aus allen Strukturen, um offen zu arbeiten. Ziel ist es, in drei Tagen in Form eines “Wettkampfes" mit möglichst schnellen Lösungen verrückte Dinge zu gestalten. Das ist natürlich auch anstrengend, aber überwiegend total spannend und ergebnisreich.

one: Verrückte Dinge? Was kann ich mir darunter vorstellen?
Ansgar:
Verrückt nicht in dem Sinne, dass die Projekte unsinnig sind, sondern dass sie auf den ersten Blick viel zu ambitioniert sind. Im vergangenen Jahr hat zum Beispiel ein Team Kundenfeedbacks analysiert, und zwar mit Hilfe von maschinellem Lernen. Das ist technisch extrem herausfordernd, das macht man nicht mal eben neben den Alltagsaufgaben. Die Hackdays bieten den Rahmen, solchen Ideen nachzugehen.

one: In diesem Jahr zählt ihr rund 180 Teilnehmer. Sind das alles Entwickler?
Ansgar:
Nein, nicht ausschließlich. Die Idee der Hackdays ist zwar in der IT geboren, sicherlich auch, weil dort schnell das Bedürfnis entsteht, neue Entwicklungen zu erkennen, die für den Massenmarkt erst in zwei oder drei Jahren relevant werden. Wir sind jedoch zunehmend dazu übergegangen, andere Bereiche einzubeziehen. Dieses Mal haben wir etwa ein Drittel an Kollegen aus den Fachabteilungen dabei.

one: Wie klappt es, wenn verschiedene Disziplinen aufeinander treffen?
Ansgar:
Die Zusammenarbeit war von Beginn an sehr gut. Alle Seiten müssen natürlich lernen, sich frühzeitig aufeinander einzustellen. Das zeigt sich schon im Vorfeld, wenn es darum geht zu entscheiden, welche Idee man überhaupt im Team bearbeiten möchte. Die Kollegen aus der IT lernen, dass es nicht immer die die technisch anspruchsvollste Sache sein muss, die uns vielleicht erst in drei oder vier Jahren etwas nützt. Und die Fachkollegen lernen, dass es darum geht, Herausforderung zu schaffen und im Unternehmen Innovationen zu erschaffen.

Ansonsten ist das Feedback durchweg positiv: Die Teilnehmer kommen nach dem Event zu mir und sagen: “Mensch, jetzt weiß ich endlich wie die ganzen Prozesse bei den Kollegen laufen”. Das hilft im Arbeitsalltag sehr und so motiviert das Event auch über das gesamte Jahr hinweg.

one: Gibt es Resultate, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind?
Ansgar:
In Erinnerung bleiben zum einen die ambitionierten Themen. Ein Team hat sich beispielsweise mit folgendem Problem beschäftigt: Im Markt werden Joghurtbecher auf Papp-Trays mit gemischten Sorten angeliefert. Beim REWE Lieferservice brauchen wir jedoch die genauen Bestände jeder einzelnen Sorte. Die Kollegen haben versucht, das Problem per Bilderkennung zu lösen – ein sehr spannender Ansatz.
Zum anderen bin ich immer wieder beeindruckt von Projekten, die nach so kurzer Zeit bereits nahezu fertig sind. Zum Beispiel kleine Prozessverbesserungen im Lager, wie die Digitalisierung der Zeiterfassung oder der Vorbestellungen. Da fehlte jeweils nur noch etwas Feinschliff und schon konnten wir das in den Lägern umsetzen und nutzen es auch heute im Live-Betrieb.

Welche Ideen überzeugen? Die Jury hat die Qual der Wahl: Christoph Eltze, REWE Digital-Geschäftsführer, CDO JJ van Oosten, Birgit Queisser, Assitentin der Geschäftsführung Technologie, Johannes Steegmann und Robert Zores, REWE Digital-Geschäftsführer, sowie Hackdays-Initiator Ansgar Brauner (v.l.)
Die glücklichen Gewinner des "Social Impact" Awards
Drei Tage lang geben die Teilnehmer der Hackdays alles
Wenn der Kopf raucht, bietet das Rahmenprogramm Gelegenheit, kurz abzuschalten

One: Was passiert nach der intensiven Arbeitsphase?
Ansgar:
Danach folgt eine Pitch-Präsentation vor der Jury – bestehend aus der Geschäftsführung von REWE digital und Gästen –, bei der jede Gruppe in drei Minuten ihr Ergebnis vorstellt. Anschließend zieht sich die Jury zur Beratung zurück und vergibt acht verschiedene Trophäen - zum Beispiel den „Bridge-Builder“-Award für das Team, das sich aus den meisten verschiedenen Einheiten zusammengesetzt hat, oder einen Award für das „Geekiest Project“ – also die nerdigste Idee. Es gibt auch eine Trophäe namens „Social Impact“. Damit wollen wir fördern, dass über den Tellerrand der REWE hinaus gedacht wird. Das kann zum Beispiel etwas mit sozialem Nutzen sein, wie eine App, durch die sich Nachbarn beim Einkauf unterstützen.

Bei den letzten Hackdays haben wir außerdem erstmals einen richtigen Preis eingeführt:  Das Gewinner-Team hat für die Dauer von einem Quartal jeweils die Freitage “geschenkt” bekommen, um an ihrem Projekt weiterzuarbeiten.

One: Sind Hackdays nur etwas für ITler, oder könntest du dir das Konzept auch für andere Bereiche vorstellen?
Ansgar:
Sofern es Bereiche sind, die konkrete Lösungen produzieren können, kann ich mir das sehr gut vorstellen. Was die Hackdays ausmacht, ist der Wettbewerbscharakter: In kurzer Zeit eine lauffähige Lösung entwickeln. Das kann auch ein Prozess sein, der verbessert wird – aber es sollte nicht nur bei der Idee bleiben. Und was darüber hinaus wichtig ist, ist der Innovationscharakter. Die Teilnehmer sollten wirklich grenzenlos denken dürfen. Mit diesen Voraussetzungen ist eine Veranstaltung wie die Hackdays in vielen Bereichen umsetzbar.

Ambitionierte Idee, drei Tage Zeit: 180 Kollegen wetteifern bei den Hackdays um die besten Konzepte. Worin liegt der Reiz an der Herausforderung? one hat zwei Teilnehmer nach ihren Erfahrungen und Projekten gefragt.

Andreas Heid, Category Manager, zum ersten Mal bei den Hackdays dabei
„Direkter Austausch mit Kollegen“
Tim Dauer, Softwareingenieur, zum vierten Mal bei den Hackdays dabei
„Arbeiten ohne Ablenkung“
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