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„Seien Sie mutig!“
ArticleId: 366magazineSchokolade gehört zur Weihnachtszeit. Doch immer mehr Kunden wollen wissen: Wo kommen die Rohstoffe her? Süßwaren-Einkäufer Frank Vetter erklärt, wie die REWE Group ihre Schokolade nachhaltiger macht.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/e/5/csm_19_ProPlanet_Schoko_mgt_standard_56a1565096.jpgMehr als nur süßPro Planet-Schokolade
Pro Planet-Schokoladenprojekt
Mehr als nur süß
von Stefan Weber
Verantwortung
REWE Group
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Ob als Hohlfigur, Bestandteil von Lebkuchen und Dominosteinen oder einfach nur als Tafel: Schokolade ist besonders in den Wochen vor Weihnachten begehrt. Dabei achten die Verbraucher immer häufiger auf Qualität – auch beim Preiseinstieg. Sie wollen wissen, wo die Rohstoffe und Ingredienzien herkommen und ob sie nachhaltig produziert wurden. Die REWE Group hat schon vor Jahren begonnen, sich mit diesen Themen zu beschäftigen. „Bis Ende 2015 soll der  Anteil des verantwortungsvoll  angebauten Kakaos in den Eigenmarken auf 100 Prozent erhöht werden“, betont Frank Vetter, bei der REWE Group zuständig für den Süßwareneinkauf.

Frank Vetter

Frank Vetter lebt den Kindheitstraum. Sein Büro quillt über mit Naschartikeln. Schokolade, wohin das Auge reicht. Vollmilch und Zartbitter. Pur und mit Nüssen oder anderen Ingredienzien. Kleine Tafeln und große Tafeln. Dazwischen Tüten mit Waffeln, Gebäckmischungen, Knabberartikeln. Das Schöne für Vetter: Er darf von allem probieren. Nein, er muss von allem probieren. Das gehört zu seinem Job. Der 55-Jährige ist bei der REWE Group zuständig für den Süßwareneinkauf. Und vor dem Einkauf steht die Verkostung. „Fast täglich gibt es einen Termin“, erzählt Vetter. Zwölf Jahre macht er das jetzt, und die Liebe zu Süßem, insbesondere zu Schokolade, ist dabei nicht auf der Strecke geblieben. Er ist überzeugt: „Süßwaren machen glücklich – wenn man sie mit Genuss verzehrt.“

Trotzdem: Verkostungen sind nicht immer das pure Vergnügen. Zusammen mit Kollegen von der Qualitätssicherung und aus den Strategischen Geschäftseinheiten arbeitet Vetter bei jeder Sitzung eine lange Bewertungsliste ab. Der Geschmack ist dabei nur ein Kriterium unter vielen. Wie ist das Bissverhalten – zu hart zu weich? Wie ist die Oberfläche gestaltet? Sind Farbe und Geruch stimmig? Auch solche Fragen arbeiten die Prüfer ab, protokollieren die Ergebnisse und geben dem Lieferanten von Eigenmarken der REWE Group möglicherweise die Chance, seine Produkte „nachzubessern“. Also die Ingredienzien anders zu mischen, die Haptik zu ändern oder die Farbe nachzujustieren.

400 Gramm Schokolade - pro Tag

Zwölf Jahre macht Vetter diesen Job – und ist heute so schlank wie 2002, als er nach zehn Jahren für die REWE Group in Sachsen und Berlin nach Köln kam. „Das geht nur mit Disziplin“, betont er. Anfangs hat er bei jeder Verkostung kräftig zugelangt. Bis zu 400 Gramm Schokolade, so schätzt er, habe er in dieser Zeit täglich verzehrt. Das Ergebnis: Nach einem Jahr hatte er mehr als acht Kilogramm zugelegt. „So konnte es nicht weitergehen“, beschloss der gebürtige Hesse. Fortan portionierte er streng jeden Verkostungsartikel.

Nach Zahlen des Bundesverbandesverbandes der  Deutschen Süßwarenindustrie verzehren die Bundesbürger in jedem Jahr pro Kopf gut 32 Kilogramm Süßwaren, Knabberartikel und Speiseeis. Beliebtester Artikel, insbesondere jetzt in den Wochen vor Weihnachten: Schokolade in jedweder Form. Als Hohlkörper, in Lebkuchen oder als Tafel und Praline. Die verzehrte Menge ist nach den Beobachtungen von Vetter seit Jahren weitgehend stabil. Ausschläge gebe es allenfalls in Abhängigkeit zum Wetter – in „warmen Jahren“ sei der Appetit auf Schokolade üblicherweise weniger groß.

Gewandelt hätten sich jedoch die Anforderungen der Verbraucher. „Der Kunde achtet immer stärker auf Qualität, auch bei Artikeln im Preiseinstieg“, sagt der REWE Group-Einkäufer. Dazu gehöre, dass sich Schokoladen-Käufer zunehmend auch für die Rohstoffe und Ingredienzien interessierten – wo diese herkommen, ob sie nachhaltig produziert wurden und ob dies möglicherweise durch das Zertifikat einer anerkannten Organisation belegt sei.
Die REWE Group hat schon vor Jahren begonnen, sich mit diesen Themen zu beschäftigen. „Wir waren die Ersten, die bei unseren Eigenmarken auf natürliche Aromen umgestellt haben und uns sehr intensiv um die  Herkunft der Rohstoffe gekümmert haben“, betont Vetter. Bei Schokolade ist das – natürlich Kakao.

Anbau unter widrigen Bedingungen

Gut zwei Drittel der weltweiten Kakaoproduktion stammt aus Westafrika, vor allem aus der Elfenbeinküste. Ernte und Verarbeitung erfolgen dort meist unter widrigen Bedingungen: Viele Kakaobaumbestände sind veraltet oder leiden unter Schädlingsbefall. Den Bauern fehlen Geld und Fachkenntnisse, um die Produktion ergiebiger zu machen. Kinderarbeit ist an der Tagesordnung. Schätzungen zufolge wird in Westafrika nur ein gutes Drittel des möglichen Ertragspotentials ausgeschöpft.

Die Bundesregierung hat im Sommer 2012 zusammen mit dem deutschen Lebensmitteleinzelhandel und Süßwarenherstellern das „Forum nachhaltiger Kakao“ ins Leben gerufen, um nachhaltige Anbaumethoden zu verwirklichen. Ziel des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) ist es, den Anteil des verantwortungsvoll erzeugten Kakaos in Süßwaren deutlich zu steigern. Bis 2020 soll diese Quote 50 Prozent betragen und bis 2025 weiter auf 70 Prozent steigen. Die REWE Group ist noch einen Schritt weitergegangen und hat einen verbindlichen Fahrplan für ihre Eigenmarkenprodukte festgelegt. Danach wird ab dem 1. Januar 2016 ausschließlich nachhaltiger Kakao verwendet. „Wir sind gut im Zeitplan“, betont Vetter. Für etwa 85 Prozent der Eigenmarken der REWE Group wird bereits verantwortungsvoll erzeugter Kakao eingekauft.

„Verbraucher müssen mitziehen“

Für Kunden ist das gut erkennbar an den Gütesiegeln der Zertifizierungsorganisationen UTZ Certified und Fairtrade, die auf vielen Verpackungen aufgedruckt sind. Manche Waren sind zusätzlich ausgezeichnet mit dem Label Pro Planet, das die REWE Group an Produkte vergibt, die durch ökologische oder soziale Nachhaltigkeit überzeugen. „Die Anforderungen dafür sind streng. Denn das Produkt wird nur dann mit dem Label gekennzeichnet, wenn relevante Ingredienzien die Kriterien von Pro Planet erfüllen“, betont Vetter. Er wünscht sich, dass die Schokoladen-Käufer noch stärker auf solche Gütesiegel achten. Denn: „Damit sich die sozialen Standards in den Kakao-Lieferländern verbessern, müssen auch die Verbraucher mitziehen.“

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