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ArticleId: 335magazineDie Idee, Lebensmittel direkt ins Haus zu liefern, gab es schon bevor die ersten Online-Lieferdienste ans Netz gingen. one hat einen rollenden REWE-Markt auf dem Weg zu den Kunden begleitet.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/c/2/csm__mgt_standard__800bae91d2.jpgEinkaufen vor der HaustürRollender Supermarkt
Unterwegs zum Kunden
Auf geht´s! Andreas Stratenschulte macht seit vier Jahren die Runde
Fahrer Andreas Stratenschulte und Inhaber Peter Schmitz mit Kundin Anna Düser
Alles drin im Mini-Supermarkt
Service: Schweres wird bis an die Haustür gebracht.
Parkposition erreicht
Viele Kunden bringen einen Einkaufszettel mit
Kunde Alfred Berger (84) lässt sich seinen Einkauf hinausreichen. Auch das gehört zum Service.
Magdalene Peter findet den rollenden Supermarkt sehr praktisch.
Großeinkauf auf kleiner Fläche: Manche Kunden decken ihren Wochen- oder sogar Monatsbedarf im rollenden Supermarkt.
Obst und Gemüse in Bedienung gibt es im stationären Geschäft selten. Hier gehört´s zum Standard.
Regionale Produkte dürfen nicht fehlen.
Auch mobil beliebt: REWE-Eigenmarken
Andreas Stratenschulte am Kassenarbeitsplatz.
Bestellungen werden fein säuberlich notiert.
Feierabend, nun geht's zurück
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Unterwegs im rollenden Supermarkt
Einkaufen vor der Haustür
von Achim Bachhausen

Milchmann oder Tiefkühlkost – die Idee, Lebensmittel direkt ins Haus zu liefern gab es schon lange, bevor die ersten Online-Lieferdienste ans Netz gingen. Rollende REWE-Märkte aber sind rar. Mit einem war one jetzt unterwegs.

Parkposition erreicht

„Wenn´s den nicht gäbe, müsste man ihn erfinden“, sagt Alfred Berger dankbar über den mobilen REWE-Markt, der soeben, begleitet von lautem Hahnenschrei, vorgefahren ist. Der 84-Jährige, Bewohner des Wohn- und Pflegezentrums Ense, gehört zu den Stammkunden des mobilen Supermarktes von REWE Stolper in Soest. Seinen Rollator hat er neben der Eingangstür des weißen Lieferwagens geparkt. Auf einem kleinen Zettel hat der Witwer notiert, was er für die nächsten Tage an Lebensmitteln benötigt. Im Wagen stellt Andreas Stratenschulte routiniert den Warenkorb zusammen, für manche Kunden hat er schon vorgepackt, so gut kennt er mittlerweile deren Einkaufliste. Natürlich nimmt der 45-Jährige auch Bestellungen für die nächste Tour auf, Frischfleisch zum Beispiel oder Brötchen und Gebäck.

Artikel, die nicht zum Standard-Sortiment gehören, werden händisch verwaltet, damit sie auf der nächsten Tour nicht vergessen werden

Kunden sind bestens bekannt
Seit vier Jahren nimmt Stratenschulte, als gelernter Einzelhandelskaufmann bestens im Umgang mit Kunden vertraut, hinter dem Steuer des Transporters Platz. Heute steht die „Altenheimtour“ auf dem Routenplan. 60 Kilometer über die Dörfer um Soest. Um 9 Uhr ging´s los. Zu dem Zeitpunkt war Andreas Stratenschulte bereits seit Stunden im Dienst. Früh um Sechs hat er begonnen, den Wagen zu beladen. Gepackt hat er die Standard-Schnelldreher quer durch alle Warengruppen sowie die Bestellungen aus der vorangegangenen Tour. Bis 14 Uhr wird seine Schicht dauern, danach übernimmt ein Kollege den Kleintransporter, der erst am frühen Abend wieder auf den REWE-Parkplatz rollen wird. Jede Tour wird zwei Mal pro Woche gefahren. Da kennt der fliegende Händler seine Kunden genau, weiß, wem er noch ein Extra verkaufen kann oder auch, wann sich eine Kundin vertan hat. Typischer Dialog: „Hatten Sie nicht immer Magerquark statt des 40-Prozentigen?“ „Ach je, stimmt, tauschen Sie das bitte.“

Saisonartikel wie das Bullenauge dürfen nicht fehlen, schließlich ist Allerheiligenkirmes in Soest

Ein Stück Eigenständigkeit bewahren
Heute ist von der Brötchentüte bis zum Großeinkauf für Katzen und Katzenbesitzerin in dreistelliger Höhe das ganze Spektrum vertreten.

„Der mobile Supermarkt bietet den alten Menschen die Möglichkeit, noch selbstständig einzukaufen. Für die Entscheidungsfreiheit zahlen sie gern einen Tacken mehr“, hat Andreas Stratenschulte festgestellt.

„Da darf´s dann auch mal ein guter Tropfen sein, den Tochter oder Schwiegersohn nicht mitbringen würden“, meint Stratenschulte augenzwinkernd.

Der mobile Supermarkt fährt vor

Ersatz für fehlende Nahversorgung
Auch Peter Schmitz, Inhaber der rasenden REWE-Flotte, weiß Vorteile des fahrenden Geschäfts zu nennen: „Im Gegensatz zur telefonischen oder Internet-Bestellung entfällt das aufwendige Zusammenstellen der Ware und der Versand. Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr der Verwechslung der Ware bei Bestellungen“, zählt der Geschäftsführer der Curt Stolper GmbH, die zwei Supermärkte betreibt, die Vorzüge auf. Sein Angebot – Schmitz unterhält drei 7,5-Tonner – sieht er einerseits als Antwort auf den demografischen Wandel. Gerade im ländlichen Bereich wird es für die Senioren angesichts rückläufiger Nahversorgung schwieriger, sich selbst mit Lebensmitteln zu versorgen. Vor allem, wenn sie nicht mehr automobil sind, wird für viele alte Menschen die Fahrt in die nächste Kleinstadt zur zeitraubenden Busfahrt. Vom anstrengenden Schleppen der vollen Einkaufstaschen ganz zu schweigen.

Den Wasserkasten liefert Andreas Stratenschulte bis in die Garage

Einkauf wird ins Haus gebracht
Das Durchschnittsalter der Kunden eines mobilen Marktes gibt Schmitz mit 73 Jahren an, obwohl nicht nur Alte einkaufen. Denn auch die eine oder andere Hausfrau schätzt den Service, Schweres wie Milchkartons oder Sperriges wie WC-Papier bei jedem Wetter direkt vor die Haustür gebracht zu bekommen. Überwiegend werden Ergänzungskäufe getätigt, gelegentlich sind aber auch Wocheneinkäufe dabei. „Der Durchschnittsbon liegt über dem der stationären REWE-Märkte“, weiß Peter Schmitz. Angesichts der geringen Kundenzahl ist das gewiss auch gut so. Den Vorteilen auf der einen Seite stehen auf der anderen die Kosten für Fahrzeuge und Personal gegenüber. „Auf Vollkosten gerechnet ist es eine  Serviceleistung“, fasst Schmitz die Erfahrung aus mittlerweile sechs Jahren zusammen. Eine Dienstleistung aber, auf die nicht nur Alfred Berger nicht mehr verzichten will.

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