Vorheriger Artikel
Buchtipp
Ein Wunder, dieses Buch
Nächster Artikel
Messetipp: Caravan Salon
Das Fenster zur Welt öffnet sich am Rhein
ArticleId: 559magazineDer iranische Regisseur Jafar Panahi sitzt in „Taxi Teheran“ am Steuer, Sir Ben Kingsley gibt in New York „Fahrstunden fürs Leben“ und Cillian Murphy macht in „Peaky Blinders“ die Straßen von Birmingham unsicher.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/c/c/csm_Unterhaltung_0715_mgt_standard_c77d3e5cf1.jpgAuf den Straßen von Teheran, New York und BirminghamFilme & Co. des Monats
Taxi Teheran ©Weltkino
Unterhaltung
Unterhaltung
Filme & Co. des Monats
Auf den Straßen von Teheran, New York und Birmingham
von Edda Bauer

Weil man ihm verboten hat, hinter der Kamera zu stehen, sitzt der iranische Regisseur Jafar Panahi hinter dem Steuer in „Taxi Teheran“. Mit Gandhi-esker Geduld navigiert sich Sir Ben Kingsley durch die Straßen von New York und gibt dabei „Fahrstunden fürs Leben“. Und als hübscher Kopf der „Peaky Blinders“ macht Cillian Murphy seriell die viktorianischen Straßen von Birmingham unsicher.

Kino 1
Taxi Teheran

In Teheran sitzt ein Regisseur noch selbst am Steuer des Taxis, das ihn durch die Stadt bringt. Zumindest Jafar Panahi tut das, wobei mit ihm im Wagen - gut versteckt - zwei kleine Kameras auf dem Armaturenbrett lungern. Die Heimlichkeit ist der Polizei auf den Straßen geschuldet, nicht den Fahrgästen, die allesamt sehr genau wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie ins Taxi einsteigen. Die meisten von ihnen haben zu diesem Zweck illustre, teils illegale, aber vor allem symbolträchtige Requisiten mitgebracht: Rosen, Goldfische oder DVDs aus den USA.

Jafar Panahi
2010 wurde der iranische Regisseur Jafar Panahi von der Regierung mit einem 20-jährigen Berufsverot belegt, weil er sich offen für die politische Opposition ausgesprochen hatte. Seitdem stellt er alle zwei Jahre einen Film fertig, der mal mehr („Dies ist kein Film“, 2011), mal weniger („Closed Curtain“, 2013) konkret die Zensur im Iran anprangert. In „Taxi Teheran“ tut er das auf recht turbulent satirische Art, wofür er auf der diesjährigen Berlinale prompt mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde.

Filmgenre: Satire
Filmlänge:
86 Minuten
Regie: Jafar Panahi
Darsteller: Jafar Panahi, Hana Saeidi
Altersfreigabe: o.A.
Verleih: Weltkino
Kinostart: 23.7.2015

Um dieses Video zu sehen,
stimmen Sie bitte den Marketing Cookies unter den Privatsphäre-Einstellungen zu.
Kino 2
Learning To Drive – Fahrstunden fürs Leben

Nach seinem Oscar 1983 für die Titelrolle in dem epochalen Werk "Gandhi" wäre es Sir Ben Kingsley wohl nicht in den Sinn gekommen, dass er einmal einen gar noch friedvolleren Inder vor der Kamera verkörpern würde. Und doch, gut 30 Jahre später begegnet er in Gestalt von Fahrlehrer Darwan dem New Yorker Verkehr mit einer fast übermenschlichen Gelassenheit und den frischzerrütteten Nerven der Literaturkritikerin Wendy mit wohlwollender Achtsamkeit. Dabei muss man dem Drehbuch und Patricia Clarkson zugutehalten, dass sie wirklich alles daran setzt, um Kingsley aus der Fassung zu bringen.

Patricia Clarkson
„Vermutlich musste ich erst in meine Stimme hinein reifen.“ So jedenfalls erklärt sich Patricia Clarkson, die zarte Blondine mit der tiefen, rauchigen Stimme, ihren späten Erfolg. 1959 in New Orleans geboren, hat sie in Yale Drama studiert und stand kontinuierlich auf der Bühne und vor der Kamera, aber erst um die Jahrtausendwende herum, mit Filmen wie "Station Agent" und „Ein Tag mit April Burns“ begann sie ihren Aufstieg zur Königin des Independent Films. 2008 spielte sie in „Elegy“ die Geliebte von Ben Kingsley, ebenfalls unter der Regie der Spanierin Isabel Coixet.

Filmgenre: Komödie
Filmlänge: 90 Minuten
Regie: Isabel Coixet
Darsteller: Patricia Clarkson, Sir Ben Kingsley, Grace Gummer, Jake Weber, Sarita Choudhury, Matt Salinger
Altersfreigabe: ab 12
Verleih: Alamode
Kinostart: 6.8.2015

Um dieses Video zu sehen,
stimmen Sie bitte den Marketing Cookies unter den Privatsphäre-Einstellungen zu.
DVD
Peaky Blinders – Gangs of Birmingham

Einst konzipiert als britische Antwort auf die US-Serie „Boardwalk Empire“ hat sich „Peaky Blinders“ spätestens nach zwei Episoden völlig emanzipiert. Das liegt zum einen an Cillian Murphy, dessen Sinnlichkeit Gangsterboss Thomas Shelby erst richtig gefährlich macht. Zum anderen am düsteren Vorspannsong von Gothic Rocker Nick Cave. Steigen in der ersten Staffel die Peaky Blinders erfolgreich ins illegale Wettgeschäft von Birmingham ein, drängt es Shelby in Staffel 2 nach London. Mit Hilfe von Schwarzbrenner Alfie Solomons (Tom Hardy) will er dort dem amtierenden Paten Darby Sabini (Noah Taylor) die Tanzclubs von Soho abspenstig machen.

Filmgenre:
Gangsterdrama
Filmlänge: ca. 700 Minuten
Regie: Colm McCarthy, Otto Bathurst, Tom Harper
Darsteller: Cillian Murphy, Sam Neill, Noah Taylor, Helen McCrory, Tom Hardy, Annabelle Wallis
Altersfreigabe: ab 16
Vertrieb: Koch Media
Im Handel ab: 18.7.2015

©Koch Media
©Koch Media
Internet
The Opera Platform

Während sich Anbieter, Rechteinhaber, Künstler und Käufer von Pop-Musik im Internet in den Haaren liegen, bastelt sich die Klassik kleine, aber feine Inseln der Kultur und Kontemplation. Eine davon nennt sich „The Opera Platform“, ist eine Kooperation der Verbands „Opera Europa“ mit dem TV-Sender arte und präsentiert monatlich live eine neue Inszenierung aus einem der 15 beteiligten Opernhäuser. 

Ältere Aufführungen, sowie kurze Hinter-den-Kulissen-Dokus, sind per VOD abrufbar. Das alles in höchster Bild- und Tonqualität und – das Creative Programme der EU macht’s möglich – gänzlich gratis.

Art: Homepage
Erreichbar unter:
theoperaplatform.eu/de

Buch
Und ich bringe dir den Tod

Der Tod hatte die Aufgabe, die Menschen zu erlösen - ob sie es wollten oder nicht.

Die Landesgartenschau 2015 soll das Ereignis für die ehemalige Garnisonsstadt Landau werden. Doch dann werden zwei Skelette auf dem Gelände entdeckt. Während sich Hauptkommissarin Emma Hansen neben dem mysteriösen Mordfall auch noch ganz neuen Herausforderungen in ihrem Privatleben stellen muss, wird der Politiker tot aufgefunden, der die Gartenschau in die Pfalz gebracht hat. Aber war es wirklich Selbstmord? Und was hatte er mit dem Tod einer französischen Studentin zu tun, die wenige Monate zuvor vergewaltigt und ermordet worden ist? Als Emma zu ermitteln beginnt, wird sie immer tiefer in einen Strudel aus abgrundtiefem Hass und unbändiger Gier hineingezogen. Und begeht schließlich einen schwerwiegenden, einen tödlichen Fehler...

Jörg Böhm

Jörg Böhm ist der Geburtsname des Journalisten Jörg Henn. Der 35-Jährige studierte Journalistik, Soziologie und Philosophie auf Magister und war unter anderem Chef vom Dienst der Allgemeinen Zeitung in Windhoek, Namibia, um dort über Land und Leute zu berichten und von den Geschichten des schwarzen Kontinents zu erzählen. Geboren in Neuwied und aufgewachsen im Westerwald hat er jahrelang dort gewohnt, wo seine Krimis spielen: im Südschwarzwald und an der Südlichen Weinstraße. Nun lebt der Autor in der Lüneburger Heide.

Jörg Böhm: Und ich bringe dir den Tod
Der Kleine Buch Verlag
368 Seiten
14,90 Euro

Unterhaltung

Mein Kommentar

Newsletter
Unser kostenloser Newsletter informiert Sie regelmäßig per E-Mail über neue Artikel in one und Themen in der Presse. Ihre hier eingegebenen Daten werden lediglich zur Personalisierung des Newsletters verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können sich jederzeit aus dem Newsletter heraus abmelden. Ihre Daten werden nach Beendigung des Newsletter-Empfangs innerhalb von 1 Woche gelöscht, sofern der Löschung keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten entgegenstehen. Durch Absenden der von Ihnen eingegebenen Daten willigen Sie in die Datenverarbeitung ein und bestätigen unsere Datenschutzerklärung.

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen?
Dann empfehlen Sie ihn doch Ihren Kollegen weiter.