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ArticleId: 2483magazineVieles hat mal klein angefangen. Auch die heutige REWE Group wurde einst von einer Handvoll Kaufleute im Rheinland gegründet. Der Start war holprig, und der Weg zu einer der größten Handelsgenossenschaften hielt so manche Überraschung parat.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/e/5/csm__one_teaser_standard_d37803ea42.jpgEs begann mit einem FehlstartWie es zur REWE kam und warum
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Wie es zur REWE kam und warum

Es begann mit einem Fehlstart

13.11.2019
von Achim Bachhausen

Vieles hat mal klein angefangen. Auch die heutige REWE Group wurde einst von einer Handvoll Kaufleute im Rheinland gegründet. Der Start war holprig, und der Weg zu einer der größten Handelsgenossenschaften hielt so manche Überraschung parat. 

Die lange Geschichte der REWE Group, sie begann mit einem Fehlstart und ausgerechnet in Düsseldorf. Man schrieb das Jahr 1926, das Land erlebte nach entbehrungsreichen Nachkriegsjahren und Hyperinflation einen wirtschaftlichen Aufschwung, als am 11.11. drei regionale Genossenschaftszentralen in der Gaststätte „Salvator“ zur Gründungsversammlung der REWE-Zentrale zusammenkamen. Doch zu einer Einigung kommt es zunächst nicht, die Gründungsversammlung löst sich um 16.40 Uhr auf. Das Schicksal der noch gar nicht gegründeten REWE scheint besiegelt. Doch schon eine Stunde später ist die „REWE, Vereinigung der Lebensmittel-Großhandels-Genossenschaften von Rheinland und Westfalen e.G.m.b.H.“ gegründet.

Mitglieder der ersten Stunde sind:
  • Einkaufsverein Barmen
  • Einkaufsverein Essen-Borbeck
  • Egeko Frechen
  • Siegkauf Siegen
  • Greiv Wesel
  • Siegkauf Neunkirchen
  • Hansa Solingen
  • Legro Mönchengladbach
  • Egeko Hückeswagen
  • Egeko Wermelskirchen
  • Egeko Radevormwald
  • Egeko Ronsdorf
  • Kleverland Kleve
  • Einkaufsverein Rhede 
  • Großkauf Wanne
  • Krone Dortmund
  • Fr. Richtermann aus Meinerzhagen

Erneute Gründung in Köln

Als Sitz der Zentrale, die ihre Geschäftstätigkeit am 1. Januar 1927 aufnimmt, wird Köln bestimmt. Aus statutarischen Gründen wird die Gründungsversammlung am 17. Februar 1927 wiederholt und der Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften, kurz REWE, ins Genossenschaftsregister aufgenommen. Daher gilt 1927 als Gründungsjahr der REWE Group.

Der erste Vorstand der REWE-Organisation: Johann Heitkamp, Theodor Schumacher, Josef Brendgen

Gegenstand des Unternehmens waren laut Statuten „die Förderung des Erwerbs und der Wirtschaft ihrer Mitglieder mittels gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebs...durch gemeinschaftlichen Einkauf und Vermittlung von Waren für die Mitglieder“. Der Geschäftsbetrieb sollte „nur gemeinnützige Ziele des Lebensmitteleinzelhandels verfolgen“. 

Aus der Not eine Tugend gemacht

Doch warum haben die Einzelhändler überhaupt die REWE gegründet und sich nicht einfach den marktbeherrschenden Edeka-Genossenschaften angeschlossen, die es zu dem Zeitpunkt schon viele Jahre im ganzen Land gab? Ein Grund soll der Überlieferung nach eine Blockadehaltung durch einzelne Edeka-Händler und -Genossenschaften gewesen sein, die sich gegen die Aufnahme solcher Kaufleute stemmten, die ihr Geschäft im gleichen Einzugsgebiet hatten. So blieb den abgewiesenen Händlern nichts anderes übrig, als eine eigene, neue Genossenschaft zu gründen.

Gründungswelle ab Mitte der 1920er

REWE war indessen nicht die einzige Genossenschaft, die sich in den 1920er Jahren gründete. Ab etwa 1924 begannen die selbstständigen Einzelhändler mehr und mehr, sich gegen den Druck der Warenhäuser, Konsumgenossenschaften und anderer Mitbewerber zur Wehr zu setzen, indem sie sich zu Warengenossenschaften zusammenschlossen. Allein in Köln waren 13 Genossenschaften tätig.

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Aufsichtsrats-Chef Erich Stockhausen
Mehrwert statt Dividende

Und heute, mehr als 90 Jahre danach? Ist die Genossenschaft als Gesellschaftsform noch aktuell? one hat bei einem nachgefragt, der es wissen muss.

Erich Stockhausen ist REWE-Kaufmann in Erkrath und Aufsichtsratsvorsitzender der REWE Group

one: Welche Vorteile hat die Genossenschaft gegenüber anderen Unternehmensformen?
Erich Stockhausen: Die Genossenschaft verfolgt einen klassischen, aber unverändert aktuellen Ansatz. Anders als bei anderen Unternehmensformen geht es nicht um die Gewinnmaximierung eines Konzerns oder um den Aktienkurs, sondern darum, dem Händler vor Ort durch Dienstleistungen einen Mehrwert zu bieten, damit dieser sein Geschäft erfolgreich betreiben kann. Ziel der genossenschaftlichen Arbeit ist es, ein Netzwerk für die Kaufleute zu bauen, das Voraussetzung für gute Geschäfte ist. Mit der Förderung des Unternehmertums und der Unterstützung von Start-ups beweisen die Genossenschaften soziale Kompetenz und erfüllen eine gesellschaftliche Aufgabe.

Wie aus dem Zusammenschluss von 17 Genossenschaften die REWE Group wurde und wie die genossenschaftlichen Wurzeln das Unternehmen bis heute prägen.

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