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„Sie können ihr Glück kaum fassen“
ArticleId: 493magazineFast hätten die 2.200 Einwohner von Assamstadt ohne Lebensmittelgeschäft dagestanden. Kurzerhand gründeten sie eine Bürgerinitiative – und riefen ihren eigenen Nahkauf ins Leben.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/e/0/csm_07_Assamstadt_0515_mgt_standard_fbe4eb872f.jpgBürger machen NahkaufInitiative sichert Versorgung
Kämpfer für die Nahversorgung: Bürgermeister Joachim Döffinger, Marktchef René Deißler, Nahkauf-Verkaufsleiterin Manuela Schrein und Unternehmer Edgar Ansmann / Fotos: Achim Bachhausen
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Vorbildliche Eigeninitiative
Bürger machen Nahkauf
von Achim Bachhausen

Beinahe hätten die 2.200 Einwohner von Assamstadt ohne ein Lebensmittelgeschäft auskommen müssen. Nachdem der alte Nahkauf schließen musste, lag die Nahversorgung in dem kleinen Ort im äußersten Nordosten von Baden-Württemberg brach. Mindestens neun Kilometer hätten sie fahren müssen, um den nächsten Supermarkt zu erreichen. Damit wollten sich die Bürger nicht abfinden. Kurzerhand nahmen sie das Heft selbst in die Hand. Unter der Federführung von Edgar Ansmann, einem ansässigen Unternehmer, gründeten sie die Initiative „Unser Lebensmittelmarkt in Assamstadt“.

„Unser Ziel war es, alle Bevölkerungsgruppen anzusprechen“, erinnert sich der Unternehmer. Gemeinsam mit dem Bürgermeister Joachim Döffinger schaute er sich eine Reihe von Supermärkten und Nahversorgern an, führte Gespräche mit deren Betreibern – und schließlich mit der REWE Südwest, die die Idee unterstützte.

Die erste Herausforderung bestand darin, das erforderliche Stammkapital aufzutreiben. Auf einer Gemeindeversammlung, zu der 400 Bürger kamen, erläuterten die Initiatoren ihr Vorhaben und warben für die "Unser Markt Assamstadt GmbH". Die Grundidee von Edgar Ansmann: Ähnlich der Mitarbeiter in seinem eigenen Unternehmen, der Ansmann AG, so sollten die Assamstädter am Nahkauf Anteile (Aktien) zeichnen. Vom Erfolg war nicht zuletzt Ansmann selbst überrascht. „Dank 26 Gesellschaftern, die sich mit bis zu 2.500 Euro beteiligt haben, und über 200 Stillen Gesellschaftern, die mit jeweils 200 Euro dabei waren, war das erforderliche Startkapital von 100.000 Euro schnell eingesammelt", erinnert sich Ansmann.

Gespartes Benzin als Dividende

„Ihre Dividende ist das gesparte Benzingeld, das Sie nicht verfahren“, dämpfte Initiator Ansmann die Erwartungen der „Aktionäre“, das eingesetzte Kapital könne sich rasch vermehren. Bislang geht die Rechnung auf. „Jeder Bürger kommt einmal in der Woche zum Einkaufen“, schätzt Ansmann. Mit rund 400 Kontakten pro Tag stimmt indes nicht nur die Kundenfrequenz, auch das Kaufverhalten hat sich geändert. Viele tätigen ihren Wocheneinkauf im neuen Nahkauf. 

Der bietet seit dem Umbau dank besserer Raumausnutzung auf gleicher Fläche nahezu das doppelte Sortiment. Da bleiben kaum Wünsche offen – abgesehen von Fleisch in Bedienung vielleicht.
„Vom Sortiment her bietet der Nahkauf deutlich mehr als jeder Discounter. Wir haben hier 12.000 Artikel, darunter viele regionale und lokale wie Wein aus der Region oder Eier von lokalen Lieferanten. In seiner Vielfalt ist der Nahkauf eine Bereicherung für den Ort“, fasste Hanno Rieger, REWE-Regionsleiter Südwest, anlässlich der Eröffnung die Vorzüge zusammen.

Hervorragende Umsatzpotenzialausschöpfung

Nahkauf-Verkaufsleiterin Manuela Schrein weiß zwei Monate nach dem Start nur Erfreuliches zu berichten: „Die Umsatzpotenzialausschöpfung ist super.“ Das liegt gewiss auch an der hohen Identifikation der Assamstädter mit ihrem neuen Nahkauf. Da viele nicht nur Kunden, sondern auch Anteilseigner sind, unterstützen sie mit ihrem Einkauf gewissermaßen sich selbst. Zudem haben einige selbst Hand angelegt und bei dem Umbau tatkräftig mitgewirkt, unter anderem war die Dorfjugend mit über 30 Leuten dabei. Es ist im wahrsten Sinne „ihr“ Nahkauf, der zudem mit aufmerksamem Service die Kunden zu binden weiß. So hat sich längst herumgesprochen, dass es im Nahkauf auch Getränke auf Kommission gibt. Ein Angebot, das von den feierfreudigen Dorfbewohnern gern in Anspruch genommen wird.

Die Protagonisten
Edgar Ansmann

Der Geschäftsführer. Edgar Ansmann, Unternehmer. Für den gebürtigen Assamstadter und Familienmensch war der Gedanke, auf jegliche Grundversorgung mit Lebensmitteln verzichten zu müssen, unerträglich. Mit dem neuen Nahkauf wurde nicht nur die Lücke geschlossen, es ist ein neuer Dorf-Treffpunkt entstanden, in dem gern „ein Schwätzle gemacht wird.“

Joachim Döffinger

Der Bürgermeister. Joachim Döffinger. Das Oberhaupt von Assamstadt ist stolz auf seine Bürger, die nicht fragen: Was kann die Gemeinde für mich tun, sondern: Was kann ich für die Gemeinde tun? Und die auch tatkräftig anpacken. Er ist überzeugt: Nahversorgung ist ein Bestandteil der Infrastruktur und wichtig für die Entwicklung des weiter wachsenden Ortes. Das erfolgreiche Engagement könnte seiner Meinung nach beispielhaft für andere kleine Gemeinden sein.

René Deißler

Der Marktleiter. René Deißler. Der Chef von acht Mitarbeitern kam von PENNY zum Nahkauf. Der erfahrene Handelsprofi sammelte bereits Erfahrung als Selbstständiger. Sich selbst sieht er nicht als Marktleiter, sondern als „Marktschaffer“. Das Nahkauf-Konzept findet er super. Der Nahkauf ist ein echter Vollversorger, viele Kunden tätigen dort ihren Haupteinkauf, was sich im höchsten Nahkauf-Bon der REWE-Region Südwest niederschlägt. Groß ist der Anteil regionaler Produkte wie Bier Wein, Schnaps, Eier, Honig und vieles mehr. „Ich bin unheimlich froh, das man Leute im Background hat, die helfen und die man fragen kann, die einem Feedback geben und auf die man sich verlassen kann“, lobt der 30-Jährige die Unterstützung durch den Beirat, die Vertretung der Gesellschafter, und Nahkauf-Verkaufsberaterin Ruth Stöhr.

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