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ArticleId: 251magazineHubert Schumacher reiste zum WM-Finale nach Brasilien. Doch es ist nicht der WM-Titel, der in ihm große Gefühle weckt. Eine Geschichte von herzlichen Menschen, unfreiwilligen Bierduschen und Zusammenhalt über Ländergrenzen hinweg.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/4/8/csm_22917303_mgt_standard_d81958f887.jpg„Bewegende Momente in Brasilien“Im Porträt: Hubert Schumacher
Im Porträt: Hubert Schumacher
„Bewegende Momente in Brasilien“
von Sebastian Amaral Anders
Menschen
REWE Group
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Hubert Schumacher ist Fußballfan durch und durch – und schwärmt noch Wochen später von seiner Reise zum WM-Finale in Brasilien. Doch es ist nicht der WM-Titel, der in dem 60-Jährigen, im Hauptberuf Bereichsgruppenleiter Strategischer Einkauf Food 1 bei der REWE Group, die großen Gefühle weckt. Eine Geschichte von herzlichen Menschen, unfreiwilligen Bierduschen und großem Zusammenhalt über Ländergrenzen hinweg.
Mit diesem brasilianischen Fan tauschte Schumacher nach dem 7:1 das Trikot

Hubert Schumacher hat viele Fotos gemacht. Sehr viele Fotos. Auf seinem Smartphone wischt er sich durch die Erinnerung an Brasilien. Alles hat er festgehalten von seiner Reise zur Weltmeisterschaft. Manchmal schüttelt er dabei fast ungläubig den Kopf. Als Schweini & Co. den WM-Pokal in den Himmel von Rio de Janeiro streckten, war er im Stadion dabei. Um die Gefühle wieder zu erwecken, die Schumacher in diesem Moment hatte, bräuchte er die Bilder nicht. "Ich kriege noch heute eine Gänsehaut, wenn ich nur an die Zeit in Brasilien denke", gesteht der 60-Jährige.

Angefangen hat diese WM-Geschichte im Grunde schon vor gut 50 Jahren. Sein Vater war seinerzeit ein außergewöhnlich guter Fußballer, spielte zeitweise in der Oberliga für den SV Saar 05 Saarbrücken. „Er stand auch schon mal gegen Fritz Walter auf dem Platz", erzählt Schumacher. Ein größeres Duell kann es für einen Saarländer kaum geben. Dieses Gen hat der "Junior" geerbt.

Es war in den Sechziger Jahren, die großen Spieler hießen Uwe Seeler, Helmut Haller und Franz Beckenbauer, als Hubert Schumachers Leidenschaft für den Fußball entfachte. Zuerst voller Stolz auf seinen Vater, der nach seiner aktiven Zeit auch Trainer war und den er jeden Sonntag auf den Fußballplatz begleitete. Schon mit sechs Jahren schnürte er erstmals selbst die Fußballschuhe. Später spielte er in verschiedenen Vereinen, von der Bezirksliga über Landesliga bis zur Verbandsliga. Erfolge feierte er mit seinen Mannschaften "wie die ganz Großen”. Die Feier der Landesligameisterschaft dauerte der Überlieferung nach acht Tage lang.

Als dann mit 43 Jahren Schluss war mit dem aktiven Fußball, war die Leidenschaft für das runde Leder bei Hubert Schumacher, inzwischen erfolgreicher Handelsmanager, noch lange nicht erloschen. Dann begann seine zweite Karriere als Fan der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Höhepunkt, bisher: Der Weltmeistertitel 2014.

Immer wieder Argentinien

Dabei war die WM in Brasilien bei weitem nicht das erste Turnier, das Schumacher besuchte. Bereits 1986 flog er über den Atlantik, nach Mexiko, und sah, wie die deutsche Elf um Toni Schumacher, Rudi Völler und Co. im Finale gegen Argentinien verlor. 1990, Italien. Wieder Argentinien im Finale. Diesmal machte Andreas Brehme das Ding, und Hubert Schumacher sah Trainer Franz Beckenbauer über den Rasen von Rom schlendern. 2006, das deutsche Sommermärchen. Ohne Titel, aber mit titelwürdiger Stimmung. Jetzt 2014, Brasilien. Das dritte Endspiel Deutschland gegen Argentinien für Hubert Schumacher. Die schmale Wand neben der Tür in seinem Kölner Büro in der Stolberger Straße ist inzwischen um einige Erinnerungsfotos reicher.

Wenn Schumacher von diesem Turnier in Brasilien erzählt, sprudeln die Eindrücke nur so aus ihm heraus. Kaum hat er einen Satz beendet, fällt ihm schon die nächste Anekdote ein. Alle handeln von freundlichen, herzlichen Menschen, großen Emotionen und kleinen Erlebnissen, die man nur schwer in Handyfotos festhalten kann. Zum Beispiel dieser Moment beim Halbfinale Deutschland gegen Brasilien. Dieses unwirkliche Spiel, das die Zuhausegebliebenen kopfschüttelnd am Fernseher verfolgten, erlebte Schumacher inmitten brasilianischer Fans. "Das war bei aller Freude über die fantastische Leistung der deutschen Mannschaft schon eine beklemmende Stimmung im Stadion", berichtet Schumacher.

1990: Das zweite WM-Finale erlebte Schumacher in Rom (Foto: Schumacher)
Bierdusche beim 4:0

Beim 4:0, als man sich selbst als deutscher Fan ein Tor für die Südamerikaner wünschte, hatte zumindest ein brasilianischer Fan genug und ließ seine Enttäuschung in Form einer Bierdusche für Schumacher freien Lauf. Doch die Befürchtung, die Stimmung könnte sich nun völlig gegen ihn, den einzigen deutschen Fan im Block, richten, war unbegründet. „Statt in mir den Sündenbock zu suchen, stellen sich bestimmt 20 brasilianische Fans demonstrativ hinter mich und entschuldigten sich für den Bierbecherwerfer", erzählt Schumacher. „Das war ein bewegender Moment.“

Aus Sorge, Schumacher könnte nach dem Spiel erneut Opfer aggressiver Fans der Seleçao werden, tauschte gar ein junger Mann sein Brasilien-Trikot gegen Schumachers Deutschland-Shirt ein. Schumacher, von der Statur eher Uwe Seeler als Franz Beckenbauer, nahm das Angebot dankend an. „Für meine Sicherheit hätte ich es aber gar nicht gebraucht“, sagt er. Selbst nach der historischen Niederlage blieben die Brasilianer gute Gastgeber. Wildfremde Menschen gratulierten ihm, klopften ihm auf die Schulter, als hätte er selbst mitgespielt. Und Schumacher ist nun um ein Erinnerungsstück reicher, auch wenn das gelbe Shirt hier und da etwas eng sitzt.

Alleine auf der Reise, aber nie einsam

Auch das Finale erlebte Schumacher live im Stadion, die Tickets hatte er bereits ein halbes Jahr zuvor bei der Fifa-Auslosung zugeteilt bekommen. Die Reise konnte bei der DER Touristik gebucht werden. Eigentlich wollte er die Erlebnisse mit seiner Tochter Maren teilen, doch die musste kurz vor dem Abflug wegen einer Prüfung an der Uni absagen. Also reiste Schumacher alleine, doch einsam war er während seiner einwöchigen Reise nie.

Überall begegnete er „freundlichen, herzlichen Menschen“ aus aller Welt. Seine Begeisterung darüber kann seine Tochter auch Wochen

später zumindest noch in seinen Erzählungen miterleben. Oder sie kann diese eine Anekdote in der brasilianischen Zeitung nachlesen, die über ihn als deutschen Fan und sein herzliches Zusammentreffen inklusive deutsch-brasilianischem Fangesang an der Copacabana schrieb. Überschrift: "Alegria sem provocação" - Freude ohne Provokation. Auch seiner ersten Enkelin Marie Jolie, im Weltmeisterschaftsjahr 2014 geboren, wird Schumacher diese Geschichten noch erzählen.

Das erste WM-Finale für Hubert Schumacher: Mexiko 1986 (Foto: Schumacher)
Mit einer Markant-Auswahl bestritt Schumacher (hintere Reihe ganz rechts im roten Trikot) ein Spiel gegen Fußball-Altstars
Im Stadion beim Finale gegen Argentinien (Foto: Schumacher)
Deutsche Fans an der Copacabana (Foto: Schumacher)
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