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ArticleId: 2831magazineMobiles Arbeiten wurde über Nacht zum Standard, doch was kommt nach Corona? Im Projekt „Deine neue Arbeitswelt“ entsteht jetzt ein übergreifendes Konzept zur Gestaltung der neuen Arbeitswelt bei der REWE Group. one hat mit Daniela Büchel und Christoph Eltze gesprochen und stellt die ersten Ergebnisse der Mitarbeiterbefragungen vor.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/3/5/csm_01_TT_Wiedereinstieg_DNA_standard_teaser_02_1268727d20.jpg„Einmalige Chance, unsere Arbeitswelt der Zukunft zu gestalten“Deine neue Arbeitswelt
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Dr. Daniela Büchel und Christoph Eltze im Interview

„Einmalige Chance, unsere Arbeitswelt der Zukunft zu gestalten“

26.08.2020

Corona hat die Arbeitswelt innerhalb der Zentralen der REWE Group stark beeinflusst – und das in vielerlei Hinsicht: Von heute auf morgen mussten wir mobil arbeiten. Alle Meetings und Abstimmungen fanden virtuell statt und es veränderte sich die Art und Weise der Zusammenarbeit in den Teams weitestgehend. Führung auf Distanz stellte auch die Führungskräfte vor neue Herausforderungen. In kürzester Zeit haben wir neue Erfahrungen mit den Möglichkeiten von flexiblem und mobilem Arbeiten gemacht. Nun braucht es Antworten auf die Fragen, die sich daraus ergeben: wie geht es weiter?

Um diese zu beantworten, hat der Bereichsvorstand Handel D und der Group-Vorstand beschlossen, das Projekt REWE DNA – Deine neue Arbeitswelt aufzusetzen, in dem das Projektteam ein übergreifendes Konzept zur Gestaltung der neuen Arbeitswelt erabeitet. one hat mit den Auftraggebern des Projektes, den Bereichsvorständen Dr. Daniela Büchel und Christoph Eltze, gesprochen.

one: Frau Dr. Büchel, was nehmen Sie persönlich aus den letzten Monaten mit?
Daniela Büchel: Der Arbeitsalltag hat sich für uns alle sehr verändert. Ich finde es toll, dass wir so schnell neue Wege gefunden haben, zusammenzuarbeiten und uns auf die neue Situation einzustellen. Und es hat, trotz aller individuellen Herausforderungen wie etwa die Kinderbetreuung, in weiten Teilen sehr gut funktioniert. Dafür mein großer Dank an alle.

Dr. Daniela Büchel

Auch für mich war es eine Umstellung. Die zahlreichen Termine, die meinen Arbeitsalltag ausmachen, haben auf einmal alle in MS Teams stattgefunden. Bei Themen, die ich sonst auf dem Flur mal kurz mit einem Kollegen besprechen konnte, musste ich jetzt auf Anruf, Teams oder E-Mail zurückgreifen. Da fehlte mir ehrlicherweise schon der persönliche Austausch, der ja ein Teil unseres Teamspirits ausmacht. Aber da durfte ich Mittel und Wege kennenlernen, die auch virtuell funktionieren. Auch wenn wir uns bei Meetings zunächst an das Einschalten der Kamera und den Einblick in unsere Wohn- und Arbeitszimmer gewöhnen mussten, haben wir es geschafft, trotz räumlicher Distanz näher zusammenzurücken.

Zugleich ist es eine einmalige Chance, die positiven Veränderungen aus der Corona-Zeit zu identifizieren und für uns weiter nutzbar zu machen. Wir brauchen Lösungen, die den unterschiedlichen Bedarfen, Arbeitsweisen und Anforderungen der Mitarbeiter gerecht werden und uns als Organisation attraktiver und produktiver machen. Vor allem brauchen wir eine Kultur, die auf Vertrauen und Leistung basiert und welche dann letztendlich auch in die DNA der REWE Group übergeht.

„Ich suche noch nach guten Lösungen für die Zusammenarbeit von Kollegen, die gemeinsam im Meetingraum sitzen und Kollegen, die sich mobil dazu schalten.“

Christoph Eltze

Christoph Eltze

one: Welche Herausforderungen galt es für Sie zu meistern, Herr Eltze?
Christoph Eltze: Ich finde es super, wie schnell wir unternehmensweit die technologischen Grundlagen für die virtuelle Zusammenarbeit schaffen konnten. Aktuell suche ich jedoch noch nach guten Lösungen für hybride Arbeitsmodelle, das heißt für die Zusammenarbeit von Kollegen, die gemeinsam in einem Meetingraum sitzen und Kollegen, die sich mobil dazu schalten. Hier gibt es noch Optimierungsbedarf.

one: Mit welchen Fragen kommen Ihre Mitarbeiter aktuell auf Sie zu?
Christoph Eltze: Die Fragen sind sehr unterschiedlich, oftmals geht es um konkrete technologische Herausforderungen, zum Beispiel die Ausstattung der Meetingräume. Es erreichen mich auch operative Fragen zur Arbeit im Home-Office. Ich nehme jedoch wahr, dass viele Fragen etwas Grundsätzliches haben. Zum Beispiel die Frage, welche Arbeitskultur wir in Zukunft für ein produktives Miteinander brauchen.

„Es ist wichtig, dass wir einen übergeordneten Rahmen und Leitplanken erarbeiten, die jeder Führungskraft und jedem Mitarbeiter Sicherheit in der täglichen Arbeit und Zusammenarbeit geben.“

Daniela Büchel

one: Welche Themen werden Ihnen von den Führungskräften genannt?
Daniela Büchel:
Auf den Führungsebenen nehme ich aktuell noch sehr verschiedene Perspektiven wahr. Jeder Bereich muss unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden. Auch die Erfahrungen und Sichtweisen auf das Thema mobiles und flexibles Arbeiten sind verschieden. Daher ist es wichtig, dass wir nun einen übergeordneten Rahmen und Leitplanken erarbeiten, die jeder Führungskraft und jedem Mitarbeiter Sicherheit in der täglichen Arbeit und Zusammenarbeit geben: was ist vom Unternehmen und vom Gesetzgeber vorgegeben und was kann und soll individuell entschieden werden.

one: Das scheinen recht unterschiedliche Perspektiven zu sein. Wie können diese individuellen Bedürfnisse berücksichtig werden?
Christoph Eltze: In unserem Projektteam zur Erarbeitung des Konzepts für unsere neue Arbeitswelt arbeiten bewusst funktions- und hierarchieübergreifend alle Anspruchsgruppen zusammen. Außerdem gehen wir schrittweise vor. In der ersten Welle konzentrieren wir uns auf die Verwaltungsbereiche mit Sitz in Köln. Anschließend betrachten wir die Zentralstandorte in unseren Regionen und gehen in der zweiten Welle ganz konkret auf deren Bedarfe ein.

„Wir wollen kurzfristige Lösungen erarbeiten und umsetzen als auch langfristig bestehende Arbeitsweisen neu denken und verändern.“

Christoph Eltze

one: Was erwarten Sie sich von dem Projekt „DNA“ für die REWE Group?
Christoph Eltze: Natürlich müssen wir auch die unternehmerische Sicht berücksichtigen. Das heißt, ich erwarte Lösungsansätze und Ideen, die sicherstellen, dass wir als REWE Group produktiver und leistungsfähiger werden. Hier gilt es sowohl kurzfristige Lösungen zu erarbeiten und umzusetzen als auch langfristig bestehende Arbeitsweisen neu zu denken und zu verändern. 

„Wenn wir jetzt die Arbeitswelt der Zukunft gestalten, gewinnen wir beides: unternehmerische Produktivität und individuelle Flexibilität.“

Daniela Büchel

one: Welche Impulse erhoffen Sie sich von dem Projekt für die Organisation?
Daniela Büchel: Ich erhoffe mir auch einen Startschuss für grundsätzliche Erneuerungen. Wenn wir jetzt die Arbeitswelt der Zukunft gestalten, gewinnen wir beides, unternehmerische Produktivität und individuelle Flexibilität. In meiner Rolle ist es mir zusätzlich ein großes Anliegen, dass wir als REWE Group ein moderner und leistungsfähiger Arbeitgeber sind, der für heutige und zukünftige Mitarbeiter attraktiv ist.

Christoph Eltze: Wir werden im Projekt natürlich auf dem Bestehenden aufbauen und prüfen, was es zu bewahren oder auch weiter auszubauen gilt. In den letzten Monaten wurde der digitale Wandel nochmal beschleunigt. Hierauf gilt es nun die richtigen Antworten für die REWE Group zu finden.

REWE DNA
Das sind die
wichtigsten
Erkenntnisse der
Online-Befragungen

Wie soll die neue Arbeitswelt bei der REWE Group aussehen? Wie haben die Kolleginnen und Kollegen die Corona-Ausnahmesituation gemeistert, welche neuen Arbeitsweisen lassen sich ins „neue Normal“ mitnehmen und was wünschen sich die Mitarbeitenden dazu vom Unternehmen?

All das waren Fragen in einer Online-Umfrage unter rund 3.500 Kolleginnen und Kollegen sowie einer digitalen Fokusgruppe, in der rund 600 Mitarbeitende konkrete Ideen und Wünsche einbringen und Feedback geben konnten. Aus diesem Stimmungsbild der Mitarbeitenden sowie den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Anforderungen des Unternehmens entwickelt das DNA-Projektteam ein Zielbild, das bereits im September vorgestellt werden soll. one fasst die wichtigsten Ergebnisse aus den Befragungen zusammen.

Vor Corona war mobiles Arbeiten bei der REWE Group eher die Ausnahme: Insgesamt 87 Prozent der Arbeit fand im Büro, bzw. am jeweiligen Standort statt.

Mobilität bleibt: 76 Prozent der Befragten der Fokusgruppe möchten künftig die Hälfte oder mehr ihrer Arbeitszeit von zu Hause arbeiten. Die größte Gruppe (18 Prozent) bevorzugt 71 bis 80 Prozent Homeoffice.

Hohes Flexibilisierungspotenzial: Es sind nicht etwa nur die Jüngeren, die mehr mobil arbeiten wollen: Unabhängig von der Altersgruppe können sich die Befragten vorstellen, rund 65 Prozent ihrer Arbeitszeit mobil zu erbringen. Bei den disziplinarischen Führungskräften ist es mit 55 Prozent ebenfalls mehr als die Hälfte der Arbeitszeit, die ortsunabhängig erledigt werden kann. Interessanterweise wollen die unter 20-Jährigen mit 49 Prozent die meiste Zeit im Büro verbringen. Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei der Projektarbeit ab.

Ein Großteil der Arbeitszeit wird bei der REWE Group allein gearbeitet: Im Mittel 53 Prozent. Je größer die Verantwortungsbereiche werden oder je mehr Führungsaufgaben hinzukommen, desto mehr interagieren die Befragten mit anderen Kolleginnen und Kollegen. Während etwa die Sachbearbeiter im Schnitt 69 Prozent ihrer Arbeitszeit alleine erledigen, sind es bei den Projektleitern nur noch 43 Prozent der Zeit, auf Geschäftsleitungsebene nur noch 28 Prozent.

Effizientes Arbeiten: Dabei empfanden die Kollegen ihre Arbeit aus dem Homeoffice als sehr produktiv und effizient. Auf die Frage, welche positiven Erfahrungen sie mit flexiblen Arbeitsformen gemacht haben, war eine der Top-Antworten „Sehr effizientes und konzentriertes Arbeiten durch eigene Zeiteinteilung”. Auf der negativen Seite schlugen hier allerdings die deutlich eingeschränkten sozialen Kontakte zu Buche.

Vertrauen ist gut: Vertrauen wird immer wieder als zentraler Aspekt genannt. Die Befragten sehen es als eine wichtige Grundvoraussetzung dafür, dass flexibles Arbeiten überhaupt gelingen kann. Einige Mitarbeitende gaben an, dass das Vertrauen in den vergangenen Monaten gestärkt worden sei. Andere konnten diese Erfahrung nicht teilen und nannten Vertrauen als eine der Herausforderungen für Führungskräfte im Zusammenhang mit mobilem Arbeiten.

Apropos Herausforderungen: Diese sehen die Befragten auch, wenn es um die Zusammenarbeit im Team geht. Hier haben sie vor allem die langfristige Perspektive im Blick – also die Frage, ob sich das Teamwork auch auf lange Sicht in der Distanz gut aufrechterhalten lässt. Auch stellt sich für viele Mitarbeitende die Frage, wie sie soziale Miteinander aus dem Büro mit ins Homeoffice tragen können.

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So lief die Befragung in der Fokusgruppe

Die Fakten: Über 600 Mitarbeitende nahmen an der Fokusgruppe teil, davon 48 Prozent Frauen und 52 Prozent Männer und 90 Prozent Vollzeitbeschäftigte.

Das Alter: 96 Prozent der Teilnehmenden sind zwischen 26 und 60 Jahren alt, wobei die 31- bis 40-Jährigen die größte Gruppe stellten (38 Prozent).

Mit 61 Prozent stellten die Kollegen ohne Führungsaufgaben die größte Gruppe, Mitarbeitende mit fachlichen und/oder disziplinarischen Führungsaufgaben waren mit insgesamt 38 Prozent vertreten.

Ein interessanter Querschnitt ergab sich bei der Betriebszugehörigkeit: 20 Prozent der Befragten sind weniger als 2 Jahre im Unternehmen, 26 Prozent 3 bis 5 Jahre, 10 Prozent 6 bis 16 Jahre, 25 Prozent 11 bis 20 Jahre, 10 Prozent sind zwischen 21 und 30 Jahren im Unternehmen und immerhin noch 3 Prozent der Teilnehmer sind bereits über 30 Jahre dabei.

Insgesamt war es eine Mischung aus Kollegen unterschiedlichster Bereiche von der IT bis zur Ware, von der Konzernfunktion und PENNY bis zur REWE.

So lief die Online-Umfrage

Die Fakten: Fast 3.500 Kolleginnen und Kollegen der Handel Deutschland-Standorte in Köln waren aufgefordert, einen Online-Fragebogen zu ihrer persönlichen Arbeitssituation vor und während der Corona-Pandemie zu beantworten. Im Fokus stand, wie sie den Wechsel von der Präsenz-Arbeit vor Corona zum mobilen Arbeiten bewältigt haben. 63 Prozent der Befragten füllten den Fragebogen aus.

Das Alter: 92 Prozent der Teilnehmenden waren zwischen 26 und 60 Jahren alt, wobei die 31- bis 40-Jährigen die größte Gruppe stellten (35 Prozent).

Mit 73 Prozent stellten die Kollegen ohne Führungsaufgaben die größte Gruppe, Mitarbeitende mit fachlichen und/oder disziplinarischen Führungsaufgaben waren mit insgesamt 27 Prozent vertreten.

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