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ArticleId: 123magazineGelungener Umstieg auf nachhaltige Energieversorgung: Das REWE Logistikzentrum in Eitting entlastet die Umwelt durch eine Wärme- und Kälteversorgung auf Basis erneuerbarer Energien. Ein innovatives Projekt der REWE Group-Tochter EHA.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/c/f/csm_22466425_mgt_standard_db684e871a.jpgBiomasse von nebenanEHA-Blockheizkraftwerk
EHA-Blockheizkraftwerk in Eitting
Biomasse von nebenan
Strategie
REWE Group
Strategie
REWE Group
Gelungener Umstieg auf nachhaltige Energieversorgung: Das REWE Logistikzentrum in Eitting entlastet die Umwelt durch eine Wärme- und Kälteversorgung auf Basis erneuerbarer Energien. Ein innovatives Projekt der REWE Group-Tochter EHA.

Ein neu installiertes Blockheizkraftwerk (BHKW) am REWE Logistikzentrum Eitting arbeitet mit Biogas, das von einem direkt benachbarten landwirtschaftlichen Betrieb kommt. Das innovative Konzept entwickelte das REWE Group-Unternehmen EHA Energie-Handels-Gesellschaft gemeinsam mit dem Projektpartner Grüne Werte Energie. Das Logistikzentrum im oberbayerischen Eitting ist ein Gebäudekomplex mit mehr als 60.000 Quadratmetern Nutzfläche. Fast 500 Supermärkte in der Münchener Region und darüber hinaus werden von hier aus mit dem vollen Sortiment beliefert.

Zur Energieversorgung des Logistiklagers wurden ein Biogas-Blockheizkraftwerk und ein Biomassekessel installiert und seit 2012 stufenweise in Betrieb genommen. Der Clou: Die eingesetzten Brennstoffe stammen aus der direkten Nachbarschaft. Dort verarbeitet ein Landwirt Gülle, Mist und nachwachsende Rohstoffe zu Biogas, das über eine eigens verlegte 600 Meter lange Gasleitung zum Logistikzentrum geliefert wird. Die Holzhackschnitzel für den Biomassekessel stammen aus Landschaftspflegemaßnahmen in der Gegend.

Strom, Wärme und Kälte zugleich

Das Blockheizkraftwerk (BHKW) produziert bei einer jährlichen Auslastung von über 8.000 Stunden mehr als 4,5 Mio. Kilowattstunden Strom und circa 5 Mio. Kilowattstunden an Wärme, was einer Heizölmenge von 500.000 Litern entspricht. Die sommerlichen Wärmeüberschüsse aus dem BHWK Betrieb verwertet eine Absorptionskälteanlage.

Aus der Wärme wird dann Kälte erzeugt für die Kühlung der Frischprodukte, was wiederum fast 500.000 Kilowattstunden Strom einspart. Mit der dezentralen und bedarfsgerechten Energieerzeugung vermeidet die REWE Group jährlich etwa 2.600 Tonnen CO2-Ausstoß.

Herbert Diercks-Saueregger im Interview
„Unabhängig vom fossilen Brennstoff“
Wie sieht nachhaltige Energieversorgung aus und was sind die Herausforderungen?
Im one_Interview spricht Herbert Diercks-Saueregger, Projektmanager Energie Services bei EHA, über die Konzeption und Umsetzung des Energieversorgungskonzepts in Eitting.
Herbert Diercks-Saueregger

one: Herr Diercks-Saueregger, was bedeuten die Attribute „dezentral“ und „bedarfsgerecht“ im Zusammenhang mit Energieversorgung? Warum ist das ein Ideal?
Herbert Diercks-Saueregger: Die Energie wird dort erzeugt, wo sie benötigt wird – also dezentral. Das vermeidet Energieverluste, die zwangsläufig auf langen Transportstrecken entstehen. Bedarfsgerecht meint eine auf den individuellen Energiebedarf eines Objekts zugeschnittene Versorgungslösung. Mit der Kombination beider Attribute erreichen wir höchste Nutzungs- und Effizienzgrade. Die Anlage im REWE Logistikzentrum Eitting ist ein Beispiel dafür, ähnliche Projekte hat EHA übrigens auch für PENNY und Wilhelm Brandenburg realisiert.

one: Was waren die besonderen Herausforderungen beim Logistikzentrum in Eitting?
Herbert Diercks-Saueregger: Das Projekt war nicht nur in der technischen Konzeption anspruchsvoll. Es mussten viele beteiligte Parteien koordiniert, Verträge fixiert und behördliche Genehmigungen eingeholt werden. Aufwändig war auch die Einbindung der Bioenergieanlage in die bestehenden Versorgungssysteme des Logistikzentrums bei laufendem Betrieb. Generell gilt: Solche Energieeffizienzprojekte gibt es nicht von der Stange, sie müssen immer maßgeschneidert, genau geplant und gewissenhaft überwacht werden.

one: Es gibt kritische Stimmen, die die Nachhaltigkeit von Biogas anzweifeln. Was können Sie denen entgegnen?
Herbert Diercks-Saueregger: Mit dem richtigen Substratmix aus lokaler Herkunft und einem guten Wärmekonzept können Biogasanlagen sehr wohl nachhaltig sein! Zudem werden im Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) bei der Kraft-Wärme-Kopplung Mindestwärmenutzungen von 60 Prozent vorgeschrieben. Wichtig ist allerdings, dass die Anlagen einen hohen Gülle- und Bioabfallanteil im Substratmix haben und damit Monokulturanbau und Flächenkonkurrenzen vermeiden.

one: In Eitting werden 2.600 Tonnen CO2 vermieden, das klingt erst mal beeindruckend. Aber was wäre ein Vergleichswert?
Herbert Diercks-Saueregger: Zur Veranschaulichung: Ein beladener REWE-LKW müsste 2,7 Millionen Kilometer fahren, um diese Emission zu verursachen. Dies entspricht rund 68 Äquatorumrundungen.

one: Lässt sich der Erfolg noch steigern?
Herbert Diercks-Saueregger: Ja. Wir prüfen gerade, noch ein Erdgas-BHKW zu bauen und eine weitere circa 2,5 Kilometer entfernte Biogasanlage mit einzubinden. Mit dem vor Ort erzeugten Strom kann unter anderem die Großkälteanlage des Frischelagers betrieben werden und die entstehende Wärme würde für eine weitere Absorptionskälteanlage genutzt. Der Hauptanteil der Energieversorgung für dieses große Logistikzentrum würde dann über eine dezentrale Erzeugungsanlage mit sehr hohem lokalen Brennstoffanteil und minimalen Transportverlusten erfolgen.

Herbert Diercks-Saueregger ist Projektleiter Energie Services bei der EHA Energie-Handels-Gesellschaft in Hamburg. Der HTL-Ingenieur beschäftigt sich mit integralen Energiekonzepten und entwickelt Energieeffizienzprojekte für größere gewerbliche Gebäude.

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