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ArticleId: 1386magazineDer Handel investiert – und traf bei der Fachmesse Euroshop auf so viele Aussteller wie nie zuvor. Die zeigten, wie der Supermarkt der Zukunft aussieht: mit tragbaren Selfscanning-Systemen, Funktechnik im Einkaufswagen oder digital bespielbaren Flächen, die das Einkaufserlebnis emotionaler machen.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/f/1/csm_Euroshop_Trends_mgt_st_3e15dd8760.jpgGlänzende AussichtenEuroshop 2017
Foto: Achim Bachhausen
Trends zur Euroshop 2017
Glänzende Aussichten
von Achim Bachhausen
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Der Handel investiert – und traf bei der Fachmesse Euroshop mit mehr als 2.300 Unternehmen auf so viele Aussteller wie nie zuvor. Die zeigten, wie der Supermarkt der Zukunft aussieht: mit tragbaren Selfscanning-Systemen, Funktechnik im Einkaufswagen oder digital bespielbaren Flächen, die das Einkaufserlebnis emotionaler machen.
Als Neuheit im Bereich Online-Sales präsentierte Viessmann „Click4Food“, eine Abholstation für online gekaufte Lebensmittel.

Vor dem Hintergrund einer hohen Investitionsbereitschaft ist die diesjährige Euroshop zu Ende gegangen. 6,64 Milliarden Euro wollen die Handelsunternehmen in diesem Jahr in Bau, Ausstattung und Optik neuer und bestehender Läden investieren, hat das Europäische Handelsinstitut EHI ermittelt. Ganz oben auf dem Investitionsplan stehen LED-Technologie und Kältetechnik.

Digitale Transformation auf der Fläche
Dominierende Themen in den Düsseldorfer Messehallen waren die rasant fortschreitende Digitalisierung, maßgeschneiderte Omnichannel-Lösungen und die Emotionalisierung des Shoppingerlebnisses im Geschäft. Digital bespielbare Flächen ermöglichen neue Einkaufserlebnisse mit wechselnden Licht-, Farb- und Geräusch-Stimmungen. Roboter weisen den Weg, und an SB-Kiosken können die Kunden bestellen, was nicht vor Ort vorrätig ist, um einige Beispiele zu nennen.

Der Durchbruch der LED-Technologie bringt eine nie gekannte Vielfalt an Lichtstimmungen, aber auch an Lampen, wie hier bei Bäro, hervor. (Fotos: Achim Bachhausen)
Noch Zukunftsmusik: ein System, das den Kunden mittels Kamera erkennt. // Ready to shop: Portable Selbstscanner waren in Düsseldorf omnipräsent

Big Data und Vernetzung
Nicht nur wer online kauft, gibt Informationen preis. Auch im stationären Geschäft können Daten akquiriert werden. Die Verweildauer im Laden, an der Ware und so manches mehr wird mit der im Einkaufswagen integrierten Funktechnik messbar. Kameras werden bei besserer Auflösung immer kleiner. Technisch scheinen die Möglichkeiten beinahe grenzenlos, doch schieben die Datenschützer allzu großer Datensammelwut hierzulande (noch) einen Riegel vor.

Selfscanning beim Checkout  
In Deutschland warten sie noch auf ihren Durchbruch: Selfscanning-Systeme, die am Einkaufswagen angebracht werden oder für die Dauer des Einkaufs „ausgeliehen“ werden. Dabei liegen die Vorteile im wahrsten Sinne in der Hand: Die Barcodes auf den Produkten können wahlweise mit dem fixierten oder dem heraus genommenen Handscanner eingelesen werden. An der Kasse wird dann elektronisch bezahlt. Langes Schlangestehen gehört der Vergangenheit an. Weiterentwickelte Varianten ermöglichen die Nutzung des eigenen Mobiltelefons im Markt. Während des Einkaufs ist das Gerät am Wagen befestigt. Anwendungen wie Mobile Payment oder mobile Einkaufszettel lassen sich damit bedienen.

Bitte einmal umdrehen: vom Self-Checkout zur Bedienerkasse. Verwechslung ist ausgeschlossen: Das System erkennt Fehler bei der Eingabe und schlägt Alarm

Tablet-Kassen
Auf der Fläche sind Tablet-Kassen bislang kaum angekommen, auf den Messeständen der Euroshop dominierten sie das Bild. Die Bedienung orientiert sich an der für die Kunden vertrauten Oberfläche der Smartphone-Touchscreens. Einige Modelle lassen sich zudem im Handumdrehen von der Selfcheckout- zur Bedienerkasse umbauen.

Gekühlte Convenience an der Kasse – warum eigentlich nicht?, dachten sich die Ladenbauer bei Wanzl (Fotos: Achim Bachhausen)
Der „to go“-Trend lässt grüßen: Neue Steckerfertige Kühlmöbel (Wanzl und – nächstes Foto – Viessmann) eröffnen neue Platzierungsmöglichkeiten
Immer häufiger auf der Fläche zu sehen: Rahmenlose Glastüren, die sich sensorgesteuert öffnen und schließen – ohne direkte Berührung

Kühltechnik: nachhaltig und effizient
Die Investition in moderne Geräte spart auf Dauer Energie und Geld. Denn im Lebensmittelhandel gehören Kühlmöbel zu den größten Energieverbrauchern. Je nach Einsatzort gibt es Modelle, die den Raum optimal ausnutzen – sei es auf der Fläche, in der Checkout-Zone oder an Tankstellen. Die Produktpräsentation mit fokussierender Beleuchtung oder flexibel einsetzbaren Böden ermöglicht Verbundplatzierungen von gekühlten und ungekühlten Snacks.

Foto: Messe Düsseldorf, Constanze Tillmann
Informationstechnologie im Handel
Omnichannel treibt
Investitionen
Der Bereitschaft des Handels, in neue Technologie zu investieren, hält weiter an. Gründe sind die Digitalisierung und die Modernisierung von Warenwirtschaftssystemen und Kassen, die wiederum die Voraussetzung für den Omnichannel-Vertrieb bilden. Das geht aus der aktuellen Studie „IT-Trends im Handel 2017“ hervor, die das EHI zur Euroshop veröffentlicht hat.

Steigende IT-Budgets
Im Vergleich zu den Vorjahren sind die IT-Budgets der befragten Händler weiter gestiegen. So liegt das durchschnittliche IT-Budget in diesem Jahr über alle Branchen hinweg bei 1,35 Prozent vom Nettoumsatz. 2015 lag der Wert noch bei 1,24 Prozent. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) der befragten Unternehmen prognostiziert für die kommenden Jahre, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird. Nur 5 Prozent rechnen mit sinkenden Budgets.

Digitalisierung des Stores  

Für mehr als die Hälfte der befragten IT-Verantwortlichen haben solche Projekte oberste Priorität, die in engem Zusammenhang mit der Umsetzung von Omnichannel-Strategien des Unternehmens stehen. Im Vordergrund steht dabei vor allem die Digitalisierung des Stores. Dementsprechend findet sich auch bei 57 Prozent der Händler die Optimierung oder Erneuerung der Warenwirtschaft und bei 46 Prozent der Kassenhard- und/oder Software weit oben auf der Agenda.

Zur Studie
Für die aktuelle Studie „IT-Trends im Handel 2017“ hat das EHI CIOs und IT-Leiter von insgesamt 92 Handelsunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz in persönlichen Interviews zu Projekten, Trends und Investitionsprioritäten befragt. Die interviewten Einzelhändler stehen für insgesamt etwa 338 Milliarden Euro Unternehmensumsatz. Die Teilnehmer der Untersuchung wurden dabei in Händler für Fast Moving Consumer Goods (FMCG) und Slow Moving Consumer Goods (SMCG) eingeteilt.

Michael Gerling

Expertenmeinung: Der Kunde sucht Erlebnis und Service

„Der Kunde erwartet beides, einerseits das Einkaufserlebnis vor Ort, andererseits die Lieferung an die eigene Haustür. Der klassische stationäre Handel baut seine Webshops immer mehr aus und die großen Onlinehändler setzen mehr und mehr auf die Eröffnung eigener Läden. Ladengeschäfte und Onlinehandel wachsen immer mehr zusammen.“

Michael Gerling, Geschäftsführer des EHI Retail Institute




Foto: Messe Düsseldorf, Constanze Tillmann
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