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Solo-Reisen sind längst nicht nur für Singles interessant und etablieren sich europaweit als fester Bestandteil des Reiseverhaltens, wie der dritte Teil des European Travel Trend Reports der DERTOUR Group zeigt. | Foto: ©DERTOUR Group
Lesedauer: 3 Minuten
DERTOUR Group Trend Report Teil 3
Reisen mit mehr Zeit, weniger Stress, mehr Intensität
von Gabriela Micu-Motroc

Slow Travel und Solo-Reisen prägen zunehmend das Reiseverhalten in Europa. Das zeigt der dritte Teil des European Travel Trend Reports der DERTOUR Group, der untersucht, wie Menschen heute reisen möchten. Grundlage des Reports sind die Befragung von 8.000 Reisenden in 13 europäischen Ländern sowie Buchungsdaten der DERTOUR Group aus 16 europäischen Quellmärkten.

Der dritte Teil der Trendstudie, "Jenseits der Bucket List", zeigt einen deutlichen Wandel im europäischen Reiseverhalten: Immer mehr Menschen suchen nach Urlaubsformen, die Entschleunigung ermöglichen, Raum für intensive Erlebnisse schaffen und ihren persönlichen Bedürfnissen entsprechen. Zugleich zeigen die deutschen Ergebnisse, dass einige dieser Entwicklungen hierzulande besonders deutlich sichtbar werden: etwa beim Wunsch nach Entschleunigung, bei digitalen Auszeiten und beim Interesse an Solo-Reisen.

„Reisen bedeutet seit jeher, Neues zu entdecken. Heute jedoch legen Reisende mehr Wert denn je auf Erlebnisse, die ihnen etwas bedeuten und in Erinnerung bleiben.“
Christoph Debus, CEO der DERTOUR Group
Italienische Alpen, Pragser See ©GettyImages | Robert Breitpaul
Slow Travel
Mehr Zeit, weniger Stress

Eine der zentralen Erkenntnisse ist die wachsende Bedeutung von Slow Travel, einer langsameren und bewussteren Art zu Reisen. Unter den 53,2 % der Befragten in Europa, die sich für diese Reiseform interessieren, ist der wichtigste Beweggrund der Wunsch, ein Reiseziel bewusst und ohne Zeitdruck zu erleben. 58,5 % geben an, dadurch mehr Zeit zu haben, einen Ort wirklich zu genießen. Weitere 52 % verbinden langsameres Reisen mit persönlichem Wohlbefinden und weniger Stress. Auch in Deutschland zeigt sich der Wunsch nach Entschleunigung besonders deutlich: Fast 68 % der deutschen Befragten geben an, im Urlaub bewusst langsamer reisen und abschalten zu wollen.

Für jeweils 22,9 % stehen tiefere Begegnungen mit Menschen vor Ort und lokalen Kulturen beziehungsweise die Möglichkeit im Vordergrund, durch weniger hektisches Reisen Kosten zu sparen. In Deutschland spielt dieser Kostenaspekt vor allem bei den 45- bis 55-Jährigen eine etwas größere Rolle: Knapp 28 % dieser Altersgruppe sehen Slow Travel auch als Möglichkeit, die Urlaubskasse zu schonen.

Die JOMO-Reisenden

Der Report zeigt zudem das Aufkommen einer wachsenden Gruppe sogenannter JOMO-Reisender (kurz für „Joy of Missing Out“). Statt möglichst viele Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in kurzer Zeit abzuhaken, entscheiden sie sich bewusst für weniger, dafür aber intensivere und persönlichere Erlebnisse.

Diese Haltung spiegelt sich auch im Wunsch nach digitalen Auszeiten wider. Fast die Hälfte der Reisenden in Europa (48,9 %) betrachtet Urlaub als Gelegenheit, Abstand von sozialen Medien und digitalen Ablenkungen zu gewinnen. Besonders ausgeprägt ist dieser Wunsch bei den Millennials: Mehr als die Hälfte der 25- bis 44-Jährigen sieht Reisen als Chance, bewusst abzuschalten und neue Energie zu tanken. 

In Deutschland zeigt sich dieser Wunsch insbesondere bei den 35- bis 44-Jährigen: Mehr als 53 % dieser Altersgruppe sehen Urlaub als Möglichkeit für eine digitale Auszeit.

Foto: ©GettyImages | Erikreis
Solo-Reisen auf dem Vormarsch
Längst nicht nur für Singles

Neben der Verbundenheit mit Natur und lokalen Kulturen suchen immer mehr Menschen auf Reisen auch Zeit für sich selbst. Solo-Reisen werden dabei zunehmend als Möglichkeit gesehen, die eigenen Interessen in den Mittelpunkt zu stellen und neue Erfahrungen unabhängig von anderen zu sammeln.

Während der Familienurlaub mit 65,6 % weiterhin die beliebteste Reiseform der Europäer bleibt, kann sich fast ein Drittel der Reisenden vorstellen, innerhalb der kommenden zwölf Monate allein zu verreisen. Das Interesse ist bei Singles mit 37,6 % besonders hoch, beschränkt sich jedoch längst nicht mehr auf diese Zielgruppe: Rund ein Viertel der Reisenden in einer festen Beziehung beziehungsweise der Verheirateten zieht ebenfalls eine Solo-Reise in Betracht.

Für den deutschen Markt ist dieser Trend besonders relevant: Deutschland führt Europas Ranking der solo-reisefreudigsten Märkte mit 36,1 % an. Dahinter folgen Schweden (35,0 %), Frankreich (32,2 %), Großbritannien (29,8 %) und Polen (28,9 %). Damit ist Solo Travel nicht nur ein europäisches Zukunftsthema, sondern auch ein besonders deutlicher Trend im Heimatmarkt der DERTOUR Group.

Die ausführlichen Studienergebnisse stehen hier zum Download bereit.

Wie die Trends in unserem Portfolio sichtbar werden

Die Erkenntnisse des Reports spiegeln Kundenbedürfnisse wider, die bereits heute viele unserer Produkte und Angebote prägen. Mit der steigenden Nachfrage nach entschleunigten und bewussteren Reiseerlebnissen reagieren mehrere unserer Marken mit Konzepten, die Reisenden mehr Flexibilität, Freiheit und Zeit vor Ort ermöglichen. Beispiele aus dem Report sind das „Go with the Flow“-Konzept von Meiers Weltreisen, die Blauen Reisen von I.D. Riva Tours entlang der kroatischen Küste sowie das „Slow Glamour“-Konzept von ananea.

Auch der Trend zum Solo-Reisen eröffnet neue Chancen – gerade mit Blick auf Deutschland. Die DERTOUR-Veranstalter bauen ihr Angebot für Alleinreisende weiter aus: von exklusiven Rund- und Erlebnisreisen für Solo-Reisende bis zu solo-freundlichen Rundreisen mit reduzierten Einzelzimmerzuschlägen oder der Möglichkeit, ein Doppelzimmer zu teilen.

Ergänzend zeigt der Blick auf internationale Spezialisten, wie dynamisch sich diese Zielgruppe entwickelt. Bei der britischen DERTOUR Group-Marke Jules Verne entfallen inzwischen 51 % aller Buchungen für Kleingruppenreisen im Jahr 2027 auf Alleinreisende, verglichen mit 48 % für Reisen im Jahr 2026. Für diese Zielgruppe hat die Marke einen Solo Travel Guide entwickelt, der praktische Tipps, Expertenwissen und persönliche Erfahrungsberichte bündelt.

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