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ArticleId: 2088magazineAb November gibt es die ersten Respeggt-Freiland-Eier „Ohne Kükentöten“ in allen Berliner REWE- und PENNY-Märkten zu kaufen, 2019 dann bundesweit. one stellt das Seleggt-Verfahren vor.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/4/f/csm_TT_11_01_Tierwohl_mgt_st_282636e487.jpgGeschlechtsbestimmung im Brut-Ei marktreifRespeggt-Eier ohne Kükentöten

(v.l.) Ludger Breloh, Julia Klöckner und Jan Kunath bei der Pressekonferenz im Landwirtschaftsministerium (Fotos: Achim Bachhausen)

Top-Thema

Durchbruch: Gemeinsam Kükentöten beenden

08.11.2018

Der Durchbruch ist geschafft: Mit Unterstützung des Bundeslandwirtschaftsministeriums und gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Leipzig hat die REWE Group in einem Joint Venture mit einem Technologie-Unternehmen die Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei zur Marktreife entwickelt. Das Seleggt-Verfahren soll der Praxis des Kükentötens perspektivisch ein Ende bereiten. Im one_Top-Thema erklären wir, wie das Seleggt-Verfahren funktioniert und auf welchen weiteren Feldern sich die REWE Group für mehr Tierwohl einsetzt.

Eier ohne Kükentöten: Was steckt hinter dem Respeggt-Versprechen? Wird es weitere Produkte im Handel geben? Und müssen Kunden jetzt tiefer in die Tasche greifen? one beantwortet die zehn wichtigsten Fragen. Ist eigentlich drin was draufsteht? Diese Frage stellen Verbraucher immer wieder – spätestens wenn ein Lebensmittelskandal aufgedeckt wird. Eine Lösung zur Beantwortung dieser Frage ist die Blockchain-Technologie. one erklärt, wie Blockchain die Respeggt-Eier rückverfolgbar und Betrug unmöglich macht. Beim Seleggt-Verfahren ist der Durchbruch geschafft. Darüber hinaus engagiert sich die REWE Group bereits seit Jahren in zahlreichen anderen Bereichen intensiv für mehr Tierwohl, Tiergesundheit und Tierschutz. one gibt einen Überblick.

Respeggt-Eier „Ohne Kükentöten“
Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei marktreif
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Ab November gibt es die ersten Respeggt-Freiland-Eier „Ohne Kükentöten“ in allen Berliner REWE- und PENNY-Märkten zu kaufen. Die REWE Group hat in einem Joint Venture ein Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei bis zur Marktreife entwickelt. Noch 2019 soll es in allen REWE- und PENNY-Märkten Respeggt-Eier geben – und die Technik ab 2020 sukzessive der Branche als Dienstleistung angeboten werden.

Pro Jahr werden allein in Deutschland rund 45 Millionen männliche Küken getötet, die von Legehennenrassen stammen. Männliche Küken dieser Rassen legen keine Eier und setzen beim Mästen nicht genug Fleisch an. Aufgrund der hohen Kosten werden die männlichen Küken, die sogenannten Bruderhähne, oft nicht aufgezogen.

2019 nationale Markteinführung bei REWE und PENNY

Am 8. November stellten Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, Dr. Ludger Breloh, Seleggt-Geschäftsführer und Jan Kunath, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der REWE Group, in Berlin das nun marktreife Seleggt-Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei vor. In 223 REWE- und PENNY-Märkten in Berlin können Kunden ab November die ersten Konsumumeier kaufen, deren Legehennen als Brut-Ei das neue Verfahren durchlaufen haben. Die Respeggt-Freiland-Eier „Ohne Kükentöten“ kosten im 6er-Karton 1,59 Euro. Zum Vergleich: Freiland-Eier, bei denen das Seleggt-Verfahren nicht angewandt wird, kosten derzeit ab 1,49 Euro.

Die REWE Group plant bereits für 2019 die nationale Markteinführung der Respeggt-Freiland-Eier in allen rund 5.500 REWE- und PENNY-Märkten in Deutschland. Parallel erarbeitet Seleggt, ein Joint Venture der REWE Group mit einem holländischen Technologie-Unternehmen, ein Geschäftsmodell, um die Technik der Branche kostenneutral als Dienstleistung zur Verfügung zu stellen. Somit ist Deutschland Auftaktgeber der neuen Methode, die das Kükentöten in Brütereien beenden kann. Ab 2020 soll auch ersten Brütereien das patentrechtlich geschützte Verfahren zur Nutzung angeboten werden. Die lückenlose Rückverfolgbarkeit stellt eine innovative Blockchain-Technologie sicher.

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Um die Praxis des Kükentötens zu beenden, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit circa fünf Millionen Euro die Entwicklung von Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei gefördert, um männliche Küken nicht erst ausbrüten zu müssen.

„Das ist ein großer Tag für das Tierwohl in Deutschland! Und damit werden wir Taktgeber in Europa. Mein Ministerium hat mit rund fünf Millionen Euro die Erforschung von vielversprechenden Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei unterstützt. Deutschland ist mit der Marktreife des heute vorgestellten Verfahrens Vorreiter. Jetzt ist es möglich, durch ein nadelspitzen-winzigen Lochs das Geschlecht der Küken im Brut-Ei festzustellen. Männliche Brut-Eier müssen also nicht mehr ausgebrütet – und die Küken dann auch nicht mehr getötet werden. Das ist eine Spitzenleistung der Wissenschaftler, und ich freue mich, dass es Praxispartner in der Wirtschaft gibt, die dieses Verfahren zur Anwendung bringen und allgemein zugänglich machen. Auch für den Verbraucher ist es ein deutlich erkennbarer Schritt zu mehr Tierwohl. Es ist auch eine Chance für Brütereien in Deutschland. Für sie ist es eine Alternative, die es ihnen ermöglicht, weiterhin in Deutschland zu produzieren – und gleichzeitig mehr für Tierwohl zu tun. Denn sobald allen das Verfahren zur Verfügung steht und alle Brütereien mit der Methode arbeiten, gibt es keinen Grund und keine Rechtfertigung mehr für das Kükentöten. Unabhängig davon gilt es, das Zweitnutzungshuhn nicht aus den Augen zu verlieren und zu fördern.“

- Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaftt

„Die Förderung des Ministeriums war für uns speziell in der Phase der Grundlagenforschung an der Universität Leipzig enorm wichtig. Für die Unterstützung möchte ich mich daher an dieser Stelle ausdrücklich bedanken. Trotz aller Euphorie haben wir noch einen längeren Weg vor uns. Wir werden von unserer Seite mit Hochdruck daran arbeiten, das Seleggt-Verfahren den Brütereien kostenneutral zur Verfügung stellen zu können. Im kommenden Jahr wollen wir von der Markt- zur Serienreife kommen. Dennoch halte ich die Entwicklung und Förderung des Zweinutzungshuhns nach wie vor für nicht minder wichtig. Bis dahin könnte die Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei die Brückentechnologie sein.“

- Dr. Ludger Breloh, Seleggt-Geschäftsführer

„Die REWE Group fordert und fördert sektorale Veränderungsprozesse, die den gesellschaftlichen Ansprüchen Rechnung tragen – auch jenseits der eigenen Geschäftsbereiche. Aus diesem Grund hat die REWE Group mit der Seleggt GmbH ein Joint Venture mit dem Ziel gegründet, die Grundlagenforschung zur endokrinologischen Geschlechtsbestimmung von Brut-Eiern so weiterzuentwickeln, dass marktreife Lösungen entstehen. Umso mehr freue ich mich, dass wir seit heute den Kunden in unseren REWE- und PENNY-Märkten in Berlin nicht nur im Hinblick auf die Haltungsform der Hühner eine Alternative bieten können. Wer möchte, der kann durch sein Kaufverhalten nun mit dazu beitragen, die Praxis des Kükentötens zu überwinden. Ich bin davon überzeugt, dass der Mehrpreis von einigen wenigen Cent pro Packung gut investiert ist. Im Laufe des kommenden Jahres können unsere Kunden dann sukzessive in ganz Deutschland die Respeggt-Freiland-Eier kaufen. Als Unternehmen setzen wir hier ein Zeichen, dass Nachhaltigkeit und Tierwohl für uns elementare Größen sind. In diesem Zusammenhang verweise ich auch auf unsere sehr erfolgreichen Projekte, bei denen sowohl die männlichen als auch die weiblichen Küken aufgezogen werden – Spitz&Bube bei REWE und Herzbube bei PENNY. Denn damit bieten wir unseren Kunden vom klassischen Freiland-Ei über das Respeggt-Freiland-Ei bis hin zum Bruderhahn-Ei eine Auswahl wie sonst kein anderes Handelsunternehmen.“

- Jan Kunath, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der REWE Group

So funktioniert das Verfahren
Seleggt: Non-invasive Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei
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Ein Laser-Strahl, ein 0,3 Millimeter kleines Loch und ein patentierter Marker, der außerhalb des Eis das Geschlecht des künftigen Kükens anzeigt: Sie funktioniert das Seleggt-Verfahren.

Seleggt ist ein Joint Venture der REWE Group mit einem holländischen Technologie-Unternehmen, gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Beim so genannten Seleggt-Verfahren wird in die Schale des Brut-Eies mit Hilfe eines Lasers ein maximal 0,3 Millimeter kleines Loch gebrannt. Über dieses wird non-invasiv eine winzige Menge der so genannten Allantoisflüssigkeit entnommen. Das Innere des Brut-Eies wird dabei nicht berührt und bleibt unversehrt.

Im nächsten Schritt wird die Allantoisflüssigkeit auf einen patentierten Marker außerhalb des Brut-Eies gegeben. Dieser zeigt durch Farbumschlag an, ob sich in dem Brut-Ei das geschlechtsspezifische Hormon Östronsulfat nachweisen lässt. Ist dies der Fall, entwickelt sich in dem Brut-Ei ein weibliches Küken.

Nach der Geschlechtsbestimmung muss das Brut-Ei nicht verschlossen werden, da sich die innere Eimembran selbstständig zusammenzieht und das winzige Loch von innen verschließt. Am 21. Bruttag schlüpft dann ein weibliches Küken. Fehlt Östronsulfat, handelt es sich um ein männliches Brut-Ei, das aussortiert und zu hochwertigen Tierfutter weiter verarbeitet wird. Das Seleggt-Verfahren hat in der Praxis eine Bestimmungsgenauigkeit von rund 98 Prozent.

Rückverfolgbar mit Blockchain

Die lückenlose Rückverfolgbarkeit stellt eine innovative Blockchain-Technologie sicher.In der Blockchain werden die relevanten Daten von der mit dem Seleggt-Verfahren ausgestatteten Brüterei über den Junghennen-Aufzuchtbetrieb und den Legebetrieb bis hin zu Eier-Packstellen mittels einer App eingegeben. Die Daten werden dezentral gespeichert, sind für alle Teilnehmer der Lieferkette einsehbar und unveränderlich. So wird eine hohe Sicherheit über die gesamte Lieferkette gewährleistet.

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