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ArticleId: 435newsSchwere Zeiten für Nuss-Liebhaber: Die Bestände an Haselnüssen neigen sich möglicherweise bald dem Ende zu. Ein starker Frost in der Türkei hatte im Frühjahr letzten Jahres einen Großteil der Haselnussernte zerstört.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/8/e/csm_haselnuesse_nlt_standard_801b4e716d.jpgHarte Zeiten für NussknackerHaselnuss-Missernte
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Haselnuss-Missernte in der Türkei
Harte Zeiten für Nussknacker

Für Nuss-Liebhaber könnten schwere Zeiten anbrechen, denn die diesjährigen Bestände an Haselnüssen neigen sich möglicherweise bald dem Ende zu. Ein starker Frost in der Türkei hatte im Frühjahr letzten Jahres einen Großteil der Haselnussernte zerstört. Dadurch kommt es in Deutschland als größtem Abnehmer türkischer Haselnüsse zu Engpässen bei der Belieferung und die Haselnuss-Regale bleiben in vielen Supermärkten und Discountern leer.
 
Speziell in der Vorweihnachtszeit, in der das Hauptgeschäft mit Haselnüssen stattfindet, mussten viele Kunden auf die wichtige Zutat zahlreicher Backartikel verzichten. „Ende vergangenen Jahres ist es zu einer Verknappung des Angebotes von Haselnüssen gekommen. Dies ist ein Problem, das den gesamten Lebensmittelhandel betrifft. Die Warenverfügbarkeit konnte nicht immer und überall in den Geschäften sichergestellt werden“, so Christian Böttcher, Leiter Public Affairs und Kommunikation beim Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e. V. (BVLH).
 
Die Türkei ist mit ihren normalerweise idealen klimatischen Bedingungen an der Schwarzmeerküste der mit Abstand wichtigste Produzent und Lieferant von Haselnüssen. Ihr Anteil an den weltweiten Exporten beträgt über 80 Prozent. Die enormen Ernteausfälle in der Türkei in Verbindung mit der weltweit starken Nachfrage nach Haselnüssen haben dazu geführt, dass die Rohwarenpreise exorbitant gestiegen sind. Die Firma Seeberger etwa hatte deshalb bereits im November die Produkteinführung ihrer "Gebrannten Haselnusskerne" verschieben müssen.

Angespannte Situation für Süßwarenindustrie
„Für die Unternehmen der deutschen Süßwarenindustrie, die in ihren Produkten viele Haselnüsse einsetzen, ist die Situation seit Monaten angespannt“, sagt Solveig Schneider, Leiterin Kommunikation, BDSI - Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. „Ein Großteil der ca. 60.000 Tonnen Haselnüsse, die in deutschen Süßwaren verarbeitet werden, stammen aus der Türkei. Der Haselnusspreis, der im Durchschnitt im Jahr 2013 noch bei 5,1 Euro pro Kilo lag, erreichte einen neuen Rekordpreis von durchschnittlich über 11,7 Euro pro Kilo im September 2014“, so Schneider. Für die Firma Ritter Sport, deren umsatzstärkste Sorte, die Voll-Nuss-Schokolade zu fast einem Viertel aus ganzen Haselnüssen besteht, führt dies zu kräftigen Umsatzeinbußen. „An einer Vollnusstafel verdienen wir seit dem Haselnusspreisanstieg pro Tafel nichts mehr“, so Petra Fix, Sprecherin bei Ritter Sport.

Auch bei REWE kommt es zu Engpässen beim Haselnuss-Angebot. Die Haselnüsse der Eigenmarke „ja“ sind seit November nicht mehr verfügbar. "Die Bestände an Haselnüssen sind inzwischen weitestgehend erschöpft", so Sebastian Gozdzik, als Einkaufsbeauftragter der REWE Group unter anderem für den Einkauf von Nüssen zuständig. „Mit einer wirklichen Entspannung der Situation ist erst im September zu rechnen, wenn die neue Ernte auf den Markt kommt“, so Gozdzik. Immerhin: Die gemahlenen Haselnüsse von "REWE Beste Wahl" sind in den Märkten noch zu haben.

Dennoch besteht für Gozdzik kein Anlass zu Sorge: „Die Haselnuss-Saison ist für uns schon vorbei, denn das Hauptgeschäft findet in der Vorweihnachtszeit statt. In den Monaten September bis Dezember werden rund 65 Prozent der Haselnüsse verkauft. In den Monaten Januar bis August sind es hingegen nur rund 35 Prozent“, rechnet Gozdzik vor.
 
Lesen lernen statt Haselnüsse ernten: REWE Group-Projekt gegen Kinderarbeit
Die weitaus größten Probleme aufgrund der Missernte haben zweifelsohne die türkischen Bauern, für die der Verkauf von Haselnüssen überlebenswichtig ist. In der weltweit wichtigsten Anbauregion von Haselnüssen an der türkischen Schwarzmeerküste werden die Strauchgewächse Jahr für Jahr von Hand geerntet. Die türkischen Bauern bedienen sich dabei der Hilfe von Saisonarbeitskräften, unter denen auch Kinder sind. Um die Kinder vom Feld zu holen und ihnen eine Schulbildung zu ermöglichen, startete die REWE Group gemeinsam mit der Hilfsorganisation Support to Life (STL) bereits 2012 ein Projekt zur Bekämpfung der Kinderarbeit in den an der türkischen Schwarzmeerküste. Die Idee: Mit der Einrichtung von Sommerschulen Kindern von Wanderarbeitern eine Alternative zu der harten Feldarbeit zu bieten.
 

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