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Die so genannte Insel ist die häufigste Variante der Hot Bar, die dank modularer Bauweise für fast alle Verkaufsflächen passt.
Lesedauer: 2 Minuten
Hot Bar bei REWE
Von Null auf 100 in drei Jahren
von Achim Bachhausen (Text und Fotos)

Frische Fleischkäsebrötchen, heiße Frikadellen, knackiges Gemüse und sahniges Gratin: Nur drei Jahre nach ihrer Einführung bei REWE geht die 100. Hot Bar ans Netz. Das Angebot, heiße Snacks selbst zusammenstellen zu können, kommt bei unseren Kund:innen hevorragend an. Eine Erfolgsgeschichte. 

deli-Bausteine finden sich mittlerweile in 2.000 REWE-Märkten, Tendenz weiter steigend. Größter gemeinsamer Nenner ist die klassische heiße Theke, heute unter deli Service bekannt.

Ein Donnerstagvormittag in den Sommerferien. Es ist gerade 10 Uhr. Die Hot Bar im REWE-Markt von Sven Sprenger in der Düsseldorfer Kö-Galerie ist gerade frisch gefüllt, als die ersten Kund:innen zu Pappschüsseln und Brötchentüten greifen und diese emsig mit Gemüse, Beilagen und knusprig-braunen Fleisch-Snacks befüllen. Viele entscheiden sich für das Tagesgericht. Heute stehen Schweinemedaillons mit Rosmarinkartoffeln und Speckbohnen auf dem Menüplan des „deli am Markt“. Mit ihrem wechselnden Angebot aus der gutbürgerlichen Küche bietet die SB-Insel vor der Servicetheke Abwechslung auf dem Speisezettel und eine Alternative zu den allgegenwärtigen Imbissgerichten. 

„Unsere stärksten Artikel sind Frikadellen, Fleischkäse, Schnitzel“, erklärt Sven Sprenger. „Außerdem geht das jeweilige Tagesgericht sehr gut.“ 

Heißes zum Mitnehmen gibt es bei REWE schon länger. Meistens werden die duftenden Speisen aus der Servicetheke verkauft. Die Hot Bar hingegen ist relativ neu. Analog der beliebten Salatbar können unsere Kund:innen hier ihre herzhaften Snacks selbst zusammenstellen. Ob Frikadellenbrötchen oder ein komplettes Mittagsmenue – das meiste wird zum Pauschalpreis je 100 Gramm abgerechnet. Ausnahmen sind (halbe) Hähnchen und Hähnchenschenkel. Diese werden nach Stückpreisen verkauft. 

Kurz auf die Waage, Preisetikett aufkleben, bezahlen und genießen.

Großes Potenzial

Thomas Bähner, Head of gastronomische Konzepte bei REWE Thomas Bähner, Head of Gastronomische Konzepte bei REWE, sieht derzeit in der Hot Bar Potenzial für rund ein Drittel aller REWE-Märkte. Die Marktverantwortlichen können die für sie passendste Lösung im Baukasten-System aus drei deli Bar-Formaten zwischen heißen als auch Kühlmöbeln zusammenstellen. SB und Bedienung lassen sich bei Verwendung innerhalb einer Thekenstrecke miteinander kombinieren. Die häufigste Lösung ist die Hot Bar-Insel, deren Handhabung den Kund:innen bereits durch die Salatbar vertraut ist. 

„Gastronomische Angebote gehören heute in hochfrequentierten Märkten zum Konzept eines Vollsortimenters.“ Thomas Bähner, Head of Gastronomische Konzepte bei REWE

Von der Heißen Theke zur Hot Bar 

Die Hot Bar ist kein klassischer deli Service (Heiße Theke) in neuem Gewand, sondern eine Weiterentwicklung aus dem Portfolio der bewährten deli-Konzepte hin zu mehr Selbstbedienung, Flexibilität und To-go-Nutzung. Das Konzept überträgt das Prinzip der beliebten Salatbar auf warme Gerichte: Kund:innen bedienen sich selbst, füllen ihr Wunschgericht in eine Schale oder einen Mehrwegbehälter und bezahlen anschließend nach Gewicht. Die Hot Bar verbindet damit Frische, Flexibilität und Schnelligkeit. Statt fester Portionen können Kund:innen die gewünschte Menge individuell zusammenstellen. Gleichzeitig ermöglicht das Selbstbedienungskonzept eine unkomplizierte Integration in die markteigene Convenience-Produktion, sofern ein solcher Prozess im Markt bereits erfolgreich etabliert ist. Mitte September geht die bundesweit 100. Hotbar in Betrieb. 

Gastronomie im Handel 

Die Gastronomie in deutschen Supermärkten boomt. Sie verzeichnete laut EHI Retail Institute 2024 ein Wachstum von 6,1 Prozent, mit einem erwarteten Rekordumsatz von fast 13 Milliarden Euro im Jahr 2025. Während klassische Restaurants mit Kostensteigerungen, Personalmangel und Kundenschwund kämpfen, haben Supermärkte das Außer-Haus-Geschäft als lukratives Standbein entdeckt. Erfolgsfaktoren sind dabei professionelle Konzepte, standardisierte Module und eine zentrale Steuerung, so das EHI. 

Der Markt 
REWE Sven Sprenger 
Königsallee 60 
40212 Düsseldorf 

Öffnungszeiten:
Mo-Sa, 7 bis 22 Uhr 

4 Fragen an Sven Sprenger

Sven Sprenger betreibt seit zehn Jahren den REWE-Markt in Kö-Galerie in Düsseldorf. one: Seit wann steht die Hot Bar in Ihrem/Deinem Markt? 
Sven Sprenger: Wir hatten die Gelegenheit, unmittelbar nach unserer regionalen Servicetagung im März als Testmarkt eine Hot Bar als Insellösung aufzustellen. Convenience war bei uns schon immer sehr stark. 

one: Was sollte man beachten, wenn man eine Hot Bar anschaffen möchte? 

Sven Sprenger: Du musst natürlich einen Platz dafür haben, aber vor allem musst du jemanden im Team haben, der oder die das auch machen möchte. Wenn du jemanden hast, der die Hot Bar nicht nur einfach mit Convenience befüllt, sondern selbst Gemüse schnippelt und Salate anmachen kann, hat das natürlich einen enormen Mehrwert. Auch wenn nicht jeder Markt einen Koch und eine Küche hat, besteht vielleicht doch die Möglichkeit, etwas in der Eigenproduktion vorzubereiten. Ich hatte das Glück, dass ich immer schon Leute hatte, die auf so etwas richtig Lust hatten. Kurzum, man muss es pflegen und mit Leben füllen. Es gibt aber auch Rewe-seitig eine breite Angebotsvielfalt an hervorragenden Sortimenten, sollte einen Eigenproduktion im Markt keine Option sein. Welche Artikel letztlich verkauft werden, ist zweitrangig. Wir haben großen Erfolg mit dem Mittagstisch. Wer in Convenience stark ist, wird auch mit der Hot Bar erfolgreich sein. 

one: Wie häufig muss die Hot Bar nachgefüllt werden? 

Sven Sprenger: Das geht bei uns kontinuierlich, vom späten Vormittag bis zum Nachmittag. In dieser Zeit wird durchgebacken, und es pendelt permanent jemand vom Ofen zur Hotbar und zurück. 

one: Was machen Sie/machst Du mit der nicht verkauften Ware? 

Sven Sprenger: Was bis 17 Uhr nicht verkauft wurde, können wir im Rahmen der zulässigen Produktstandzeiten entweder als Takeaway verpacken, zum Beispiel die Frikadellen mit jeweils einem Tütchen Senf, oder vereinzelt gekühlt aus der Salatbar verkaufen. Unsere Abschriften sind dementsprechend äußerst gering. Insgesamt haben wir unsere Gastro-Umsätze mit der Hot Bar verdoppelt. 

Typische Merkmale der Hot Bar:

  • Warme Mittagsgerichte, Snacks und Imbissangebote
  • Selbstbedienung statt Bedienungstheke
  • Abrechnung nach Gewicht oder Stückpreis, je nach Sortiment.
  • Ergänzung zu Salatbar, deli Service (Heißer Theke) oder weiterer „deli am Markt“ Konzepte.
  • Vor allem für Kund:innen, die eine schnelle Mahlzeit „to go“ suchen 

Rubriken:
Beruf & LebenVollsortiment
Schlagwörter:
Hotbar
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