
Interne Wechsel tun Mitarbeitenden und Arbeitgeber gleichermaßen gut. Bestes Beispiel: Sabine Kloth, seit 40 Jahren Teil der REWE Group, Sonja Krüll-Murawski seit 27 Jahren. Beide haben in dieser Zeit mehrfach Schreibtische, Arbeits- und Geschäftsbereiche gewechselt. Ihre Lust, Neues zu lernen ist mindestens genauso groß wie ihr unternehmensinternes Netzwerk. Ein Gespräch über Sichtbarkeit, Mut in wilden Zeiten und die Zuversicht, dass es bei der REWE Group immer einen Plan B gibt.
one: Sonja, Sabine, Ihr seid seit 27 beziehungsweise 40 Jahren bei der REWE Group und habt mehrmals innerhalb des Unternehmens den Arbeitsbereich gewechselt. Was motiviert Euch immer wieder, was habt Ihr daraus mitgenommen und dem Unternehmen wieder gegeben. Und nicht zuletzt: Welche Tipps habt Ihr insbesondere für langjährige Kolleg:innen?
Sonja: Ich kann und möchte lernen. Daher ist mein Hauptantrieb für jeden Wechsel: Ich möchte dort arbeiten, wo ich etwas lerne, wo mich die Themen interessieren. Die Wechsel selbst hatten unterschiedliche Gründe. Mal fühlte ich mich nicht mehr gut aufgehoben. Mal hatte es äußere Gründe, wenn zum Beispiel eine Abteilung geschlossen wurde.
Sabine: Bei mir waren es oft Zufälle. Ich habe lange Jahre als Einkäuferin gearbeitet. Dann kam das Leben: Kinder, eine Umstrukturierung und der Wiedereinstieg in Teilzeit. Einkäufer:in in Teilzeit, das war damals undenkbar. Heute ist das gottseidank anders. So wurde ich Assistentin. Später, als meine Kinder mich nicht mehr so sehr brauchten, hatte ich noch einmal den Wunsch nach Veränderung und das Qualitätsmanagement für mich entdeckt. Als von dort ein Anruf kam: „Wir suchen eine Referentin, hast du nicht Lust?“ da habe ich natürlich auch überlegt: Bin ich mit Mitte 50 nicht zu alt? Kann ich mich noch in etwas komplett Neues einarbeiten? Nach einem ersten Gespräch mit der Vorgesetzten war sehr schnell klar: Das passt. Und die Arbeitsinhalte eigne ich mir an. Wie Sonja bin ich jemand, die lernen kann und will.
Sabine: Mein Pfund ist aber nicht nur meine Bereitschaft, Neues zu lernen. Sondern auch und vor allem mein bereits vorhandenes Wissen darüber, wie das Unternehmen tickt, sowie mein Netzwerk, das ich mir über die Jahrzehnte erarbeitet habe.
Sonja: Hier würde ich gerne einhaken. Für mich stand viele Jahre im Vordergrund, dem Unternehmen Mehrwert zu bringen, zu lernen, zu leisten… Keine Frage, Leistungsbereitschaft und Anpassungsfähigkeit sind wichtige Fähigkeiten – das Leben erfordert das. Aber was ich erst mit Mitte 40 erkannt habe: Mein Lernantrieb in allen Ehren, aber ich darf mich als Mensch, als Persönlichkeit nicht außen vorlassen. Als ich zu Lekkerland wechselte, passte alles: Hier kann ich ich sein. Aber damit keine Missverständnisse aufkommen: Meinen Weg bis hierhin möchte ich nicht missen, aber heute fühle ich mich wohler.
Sabine: Um Sonjas Gedanken aufzugreifen: Ich denke, man könnte bei uns noch mehr darauf achten: Wer hat welche Stärken, wer ist mit diesen Stärken wo am besten aufgehoben – und zwar sowohl für das Unternehmen als auch für die Mitarbeitenden selber.
Sonja: Wer intern wechseln möchte, muss auch wahrgenommen werden. Viele zeigen sich aber gar nicht mit ihren Stärken oder haben das Gefühl, nicht gesehen zu werden. Aber wie machen wir uns sichtbar? Indem wir zeigen, was wir können. Einfach machen…
Sabine: … und vielleicht kann man das auch in den Potenzialkonferenzen noch mehr integrieren...
Sonja: …vor allem angesichts der Komplexität der REWE Group. Kommt das Potenzial eines Mitarbeitenden wirklich in jeder SGE an? Neulich dachte ich: Die KI stellt mir meinen Urlaub individuell zusammen, warum nicht auch den passenden internen Job? Könnten wir nicht eine KI zur Verfügung stellen, in die ich meine Stärken, Fähigkeiten und Wünsche eingebe – und die mir dann Vorschläge macht? Denn gerade weil wir derzeit mehr auf Mitarbeitendenbindung setzen als auf Rekrutierung, sollten wir die, die da sind, mit ihren Stärken noch gezielter ansprechen – unabhängig von Geschlecht, Alter oder Wechselwilligkeit.
Sabine: Ich selbst bin jemand, die sich vor einem Wechsel auch viele Gedanken über das Risiko macht und Argumente findet, warum Bleiben vielleicht doch besser ist: Das Arbeitsklima ist angenehm, das Projekt interessant… Dennoch wäre es für mich nie eine Option gewesen, immer am selben Schreibtisch zu sitzen. Aber natürlich gibt es finanzielle Zwänge oder äußere Umstände, die einen Wechsel oder Neuanfang erschweren…
Sonja: Dass viele derzeit zurückhaltend sind mit einem internen Wechsel, verstehe ich. Wir leben in wilden Zeiten. Aber ich bin kein Fan davon, in einer Situation zu verharren. Das endet selten gut. Einige meiner Wechsel waren eine 2 Plus, andere vermutlich eher eine 3 Minus. Aber die REWE Group ist groß genug, ein weiterer Wechsel ist möglich, es gibt immer einen Plan B. Das ist meine Erfahrung aus 27 Jahren im Unternehmen. Klar ist das Arbeit: Lebenslauf polieren, Bewerbung formulieren… Aber wir verbringen so viel Zeit im Job. Arbeit muss nicht glücklich machen. Aber zufrieden sollte man schon sein.
Sabine: Ich bin nach langer Zeit vom Einkauf ins Qualitätsmanagement gewechselt. Jetzt verstehe ich, warum Prozesse dort anders laufen und manchmal auch komplexer sind. Das zu erkennen ist wichtig. Denn wenn ich mehrere Bereiche kenne und verstehe, kommt das auch dem Unternehmen zugute. Wer wechselt, bringt immer die Perspektive des vorherigen Bereiches mit und das führt zu besserem Verständnis untereinander. Darum ist es meines Erachtens wichtig, dass Führungskräfte gute Leute auch mal gehen lassen.
Sonja: Wer wechselt, räumt Hindernisse aus dem Weg, vernetzt sich, baut Kontakte auf, entwickelt und vermittelt Verständnis für andere Bereiche. Der Blick auf den Arbeitgeber wird weiter und größer. Man wird Brückenbauer.

- Sucht nicht nach dem „Aber“.
- Denkt lieber: Was kann mir schlimmstenfalls passieren? Dass es nicht klappt. Na und?
- M wie machen und mutig sein. Und wir alle können meist mehr als wir von uns glauben.
- Setzt euch keine Grenzen im Kopf. Zeigt Euch, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Betriebszugehörigkeit.
- Ein Wechsel ist ein Prozess, keine spontane Entscheidung. Irgendwann ist der Zeitpunkt da – und man bleibt oder man geht. Beides ist in Ordnung.
Sabine Kloth | Foto: ©REWE Group, Jörg van Wieren
Sabine Kloth, 58, ist seit 1986 Teil der REWE Group. Ihre beruflichen Stationen umfassen unter anderem Einkäuferin, Projektkoordinatorin Einkauf International, Assistenz Geschäftsleitung und aktuell Referentin Qualitätsmanagement.
Sonja Krüll-Murawski | Foto: ©REWE Group, Jörg van Wieren
Sonja Krüll-Murawski, 47, ist seit Dezember 1998 Teil der REWE Group. Seit über 25 Jahren arbeitet sie als Referentin/Assistentin auf Geschäftsleitungs- und Vorstandsebene in vielen Themenfeldern (unter anderem Einkauf, IT, Rechnungswesen, Logistik). Seit September 2025 ist sie als Assistenz für die Lekkerland-Logistik tätig.
GO! (Group Opportunities) macht interne Jobmöglichkeiten innerhalb der REWE Group transparent und unterstützt Mitarbeitende dabei, sich beruflich weiterzuentwickeln. Ziel von GO! ist es, diesen Mitarbeitenden Orientierung zu geben, Perspektiven aufzuzeigen und den internen Stellenwechsel zu erleichtern. Nach rund zwei Jahren Projektstatus ist GO! seit Juli nun in den Regelbetrieb übergegangen und damit fester Bestandteil der STEP up-Kulturinitiative. Mehr dazu im Step up Portal.
Für alle REWE Group-Mitarbeitenden:
- #jobtasting: Das #jobtasting bietet unverbindliche Einblicke in die Vielfalt der Jobprofile unseres Konzerns in einem Lunchformat.
- #jobcompass: Dieser interne SharePoint gibt Orientierung über die Joblandschaft der REWE Group und für die eigene Karriereplanung.
Ausschließlich für Talent Pool-Mitglieder:
- Talent Pool: Ermöglicht es Mitarbeitenden in ihrem STEPs-Gespräch, ihr Interesse an einer beruflichen Veränderung innerhalb der REWE Group aufzuzeigen.
- Check In Talent Pool: Individuelles Gesprächsangebot für Talent Pool Mitglieder zur beruflichen Orientierung sowie zur Schärfung des persönlichen GO! Profils.
- Internes Sourcing: Talent Sourcer:innen sprechen Mitarbeitende des Talent Pools gezielt für ausgewählte interne Stellen an.