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ArticleId: 477newsFachbesucher aus aller Welt informierten sich auf der internationalen Branchenmesse BioFach 2015 in Nürnberg über Trends und Themen der Bio-Welt. Einer davon war Dirk Heim, Bio-Einkäufer bei REWE.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/c/0/csm_4_Nachbericht_Biofach_nlt_standard_ad79ea6b40.jpgVon Hanf bis BaobabBioFach 2015
Foto: NürnbergMesse
Branche
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BioFach 2015
Von Hanf bis Baobab

Fachbesucher aus aller Welt informierten sich auf der internationalen Branchenmesse BioFach 2015 in Nürnberg über Trends und Themen der Bio-Welt. Einer davon war Dirk Heim, Bio-Einkäufer bei REWE.

Über 44.000 Fachbesucher aus 136 Ländern reisten dieses Mal zum jährlichen Bio-Branchentreff nach Nürnberg. Damit konnten die Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel BioFach und die Internationale Fachmesse für Naturkosmetik Vivaness ein Besucherplus von über fünf Prozent verbuchen. Wie die aktuelle Lage im Biobereich aussieht und welche Themen die Branche angehen muss, fragten wir Dirk Heim, Bereichsleiter CM/Einkauf Bio/Trend bei der REWE Markt GmbH.

Herr Heim, Sie haben die BioFach 2015 besucht. Wie war Ihr Eindruck? Wie geht es der Branche?
Dirk Heim: Die BioFach 2015 wurde von den Besuchern sehr gut angenommen. Die Messe ist sehr professionell und hat nichts mehr gemein mit einer „alternativen Öko-Messe“ früher Jahre.

Die Branche zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des vergangenen Jahres und schaut grundsätzlich optimistisch in die Zukunft. Viel diskutiert wurde die geplante Revision der EU-Öko-Verordnung, die in Deutschland, aber auch in vielen weiteren Mitgliedstaaten Unsicherheiten hervorruft und auf massive Ablehnung stößt. Obwohl die Ablehnung auch seitens der Politik groß ist, wird zurzeit in Brüssel an dem Entwurf noch festgehalten. Insofern ist dies natürlich ein sehr aktuelle und wichtiges Gesprächsthema vor, während und nach der BioFach.

Welche Trends haben Sie ausmachen können?
Dirk Heim: Drei Themen sind mir besonders ausgefallen: Am Thema vegan kommt niemand mehr vorbei. Viele Hersteller positionieren sich diesbezüglich. Neue Produkte kommen kaum mehr ohne einen entsprechenden Hinweis aus.

Das zweite Thema sind die sogenannten Superfoods. Unter Superfoods versteht man vor allem verschiedene Beeren- und Getreidesorten, wie Maca, Chia, Acai, Baobab und Moringa, denen eine „gesundheitliche“ Wirkung“ zugesprochen wird. Sie sollen unter anderem reich an Vitaminen sein und entzündungshemmend wirken - und sind vergleichsweise teuer.

Der dritte Trend: Hanf ist das neue „In-Getreide“. Schon länger konnte man im Markt beobachten, dass die Anzahl und Vielfalt von Hanfprodukten zunimmt. Ich denke, dass wir davon im nächsten Jahr noch mehr sehen werden.

Wohin geht die Reise für „Bio“ in den nächsten Jahren? Welche Herausforderungen sehen Sie auf die Branche zukommen?
Dirk Heim: Unter der Überschrift „Bio 3.0“ versucht sich die Szene, neu zu orientieren. Die Herausforderungen sind aus unterschiedlichen Gründen groß und zahlreich. So übersteigt beispielsweise die Nachfrage nach Bio aus Deutschland bei weitem die Verfügbarkeit. Immer mehr Ware kommt aus dem Ausland. Damit steigt auch die Gefahr von Betrug.

Zudem müssen in absehbarer Zeit die politischen Rahmenbedingungen gestaltet werden, damit mehr landwirtschaftliche Fläche der ökologischen Bewirtschaftung zugeführt werden können. Ich sehe die Notwendigkeit, dass sich auch die Ökobranche vermehrt technischen Innovationen öffnet, um die Effizienz zu steigern (Stichwort precision farming/Präzisionsackerbau). Konventionelle Produkte werden immer nachhaltiger. Hier sehe ich die Herausforderung darin, dass Bio sich auch in kommunikativer Hinsicht weiterentwickeln muss. Spannend bleibt auch die Balance der entgegengesetzten Pole der Biowelt, hier das„Nischenprodukt“, dort die „Massenware“.

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