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ArticleId: 199newsWie lange sind Spaghetti haltbar? Sehr lange, argumentieren einige EU-Länder. Doch viele genießbare Lebensmittel werden entsorgt, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht ist. Daher könnte der Aufdruck für langlebige Produkte künftig wegfallen.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/c/b/csm_mhd_NLT_STANDARD_1e92a34cb8.jpgRettet die Nudel!MHD auf dem Prüfstand
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MHD auf dem Prüfstand
Rettet die Nudel!

Wie lange sind Spaghetti haltbar? Sehr lange, argumentieren einige EU-Länder. Doch viele genießbare Lebensmittel landen im Müll, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht ist. Die EU-Agrarminister erwägen nun, den Aufdruck für Alltagsprodukte abzuschaffen – und zwar nicht nur für Nudeln.

Es ist eine erschreckende Zahl: 89 Millionen Tonnen an Lebensmitteln werfen die EU-Bürger jedes Jahr weg. Dabei wäre ein großer Teil noch genießbar. Einige EU-Länder schlagen deshalb vor, mehr Produkte von der Pflicht zur Haltbarkeits-Kennzeichnung zu befreien. Am Montag (19.5.) diskutierten die Agrarminster der EU-Länder in Brüssel über mögliche Kandidaten für die Liste der Produkte, die kein MHD zu tragen brauchen. Damit wollen sie die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen.

Im Gespräch sind vor allem Produkte, die man ohnehin lange aufbewahren kann, beispielsweise Nudeln, Reis, Kaffee, Hartkäse und Tee. Schon heute muss das Datum nicht auf jede Verpackung: Wein, Kaugummi, Salz, Essig und einige weitere Lebensmittel sind von der Vorschrift ausgenommen.

MHD ist kein Verbrauchsdatum

Das Problem mit dem MHD: Noch immer verwechseln viele Verbraucher das Datum mit dem Verbrauchsdatum. Dabei unterscheiden sich beide Angaben wesentlich. Das MHD gibt an, bis wann Lebensmittel in einwandfreiem Zustand sein sollten. Dies bedeutet aber nicht, dass Produkte nach diesem Datum zu vergammeln beginnen. „Das Lebensmittel kann auch noch nach dem Tag der angegebenen Mindesthaltbarkeit unbedenklich verzehrt werden, sofern die Aufbewahrungsvorschriften eingehalten wurden und die Verpackung nicht beschädigt ist“, erklärt die EU-Kommission.

Das Verbrauchsdatum dagegen („Zu verbrauchen bis"), wie etwa auf Hackfleisch, ist für leicht verderbliche Lebensmittel vorgesehen. Es nennt den letzten Tag, an dem das Lebensmittel noch verzehrt werden kann. Nach dem angegebenen Datum darf das Produkt nicht mehr in den Verkauf, denn eine Gesundheitsgefährdung ist dann nicht mehr auszuschließen.

„Verständnis für MHD muss gestärkt werden“

Daher müsse bei den Überlegungen darauf geachtet werden, dass das MHD nur bei Lebensmitteln entfällt, die auch wirklich nahezu unbegrenzt haltbar sind, gibt der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) zu bedenken. Um der Lebensmittelverschwendung nachhaltig entgegenzuwirken, könne eine regulatorische Lösung nicht die Aufklärung rund um die Haltbarkeitsdaten ersetzen. „Das Verständnis der Verbraucher für das Mindesthaltbarkeitsdatum muss gestärkt werden. Jedem sollte klar sein, was der Unterschied zwischen dem Mindesthaltbarkeitsdatum und dem Verbrauchsdatum ist,“ erklärt BLL-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff.

Auch die REWE Group setzt seit langem auf Verbraucheraufklärung. Erst im vergangenen Jahr haben PENNY, das Bundesverbraucherministerium (BMELV) sowie der Deutsche LandFrauenverband e.V. (dlv) eine gemeinsame Kampagne zur Wertschätzung von Lebensmitteln gestartet. Zudem ist die REWE-Group eine Kooperation mit der Initiative „Zu gut für die Tonne!“ eingegangen und hat in verschiedenen Märkten die Verbraucher über Lebensmittelverschwendung informiert.

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