
Die (Arbeits-)Welt verändert sich – und wir verändern uns mit ihr. Ob KI, Krisen oder Vakanzen: Die REWE Group versteht die Herausforderungen von heute als Chancen für morgen und reagiert darauf, indem sie mit der Unternehmenskultur-Initiative Step up Zusammenarbeit und Führung kontinuierlich weiterentwickelt. Vier Meinungen anlässlich drei Jahre Step up.
Daniela Büchel, Personalvorständin
Personalvorständin Daniela Büchel erläutert, warum Unternehmenskultur für sie ein Wettbewerbsfaktor ist und weshalb Step up als gemeinsamer, langfristiger Weg gedacht ist.
one: Daniela, drei Jahre nach dem Start von Step up die Frage: War der Zeitpunkt gut gewählt, um in der gesamten REWE Group eine Kulturinitiative anzustoßen?
Daniela Büchel: Der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können. Wir haben Step up gestartet, um die REWE Group zukunftsfit zu halten – mitten in einer Zeit tiefgreifenden Wandels, in dem die Fähigkeit zur Veränderung und Innovation für ein Unternehmen zum Wettbewerbsfaktor wird. Genau deshalb war es so wichtig, einen Rahmen zu schaffen, der Orientierung gibt. Besonders motivierend waren für mich die vielen Rückmeldungen aus der Organisation. Wenn Step up den Menschen in unserem Unternehmen die Sicherheit gibt, offener miteinander zu sprechen, mutiger zu werden und Verantwortung selbstverständlicher zu übernehmen - dann spüre ich, dass wir nicht über Konzepte reden, sondern echte Veränderung anstoßen. Die Fokussierung auf Stärken, Eigenverantwortung und den konstruktiven Umgang mit Fehlern - das sind wichtige kulturelle Bausteine für unsere Zukunftsfähigkeit. Und es bestätigt mich immer wieder: Unser Miteinander trägt die REWE Group durch herausfordernde Zeiten.
one: Was motiviert dich persönlich, die Unternehmenskultur der REWE Group zu verändern?
Daniela Büchel: Ich glaube an die Kraft von Unternehmenskultur. Ich bin der tiefen Überzeugung, dass Kultur ein wichtiger Wert und ein echter Wettbewerbsvorteil ist. Deshalb freue ich mich über jedes Beispiel aus dem Alltag, in dem Step up sichtbar wird – sei es in einem Teammeeting, in einem Dialog mit Führungskräften oder in Momenten, in denen Menschen mutig etwas Neues ausprobieren. Das motiviert mich. Gleichzeitig habe ich den Anspruch an mich selbst, Step up nicht nur zu vertreten, sondern es zu leben – als Vorständin Vorbild zu sein und unsere Kultur gemeinsam weiterzuentwickeln.
one: Was wünschst du dir für und von Step up?
Daniela Büchel: Auch wenn Step up schon viel bewegt: Ich sehe noch Ansatzpunkte, wo wir die Wirkung verstärken können. Dazu gehört, dass Step up noch selbstverständlicher im Alltag ankommt – in Entscheidungen, in unserer Meetingkultur, in der Art, wie wir zusammenarbeiten. Ich wünsche mir zudem, dass wir Gestaltungsspielräume noch mutiger nutzen und Feedback noch konsequenter geben, auch wenn es mal unangenehm ist. Ein weiterer Punkt, der mir wichtig ist: Wir brauchen mehr Bewegung im Unternehmen – im Sinne von Entwicklung, interner Mobilität und echter Veränderungsbereitschaft. Auch hier wird Mut gefordert. Das wird in den kommenden Jahren eine Kernkompetenz werden.
Denn Step up ist für mich kein Projekt, das irgendwann abgeschlossen ist, sondern ein langfristiger Weg, den wir in diesem Unternehmen alle gemeinsam gehen.
Philipp Kullmann | Foto ©privat
Philipp Kullmann begann seinen Weg im Unternehmen 2016 mit der Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann in der Kölner Zentrale. Nach verschiedenen Stationen, unter anderem beim Eigenmarkeneinkauf und bei PENNY, ist der gebürtige Thüringer bei REWE als Category Buyer für Wein, Sekt, Spirituosen zuständig. 2018 durchlief er das Young Professional Programm, derzeit nimmt er am Senior Excellence Programm teil. Neben dem Job absolvierte Kullmann in Eigeninitiative drei berufsbegleitende Studien, unter anderem in Wirtschaftsrecht.
Philipp Kullmann: „Seit meiner Ausbildung vor knapp zehn Jahren, habe ich bei der REWE Group verschiedene Stationen durchlaufen. Derzeit bereite ich mich mit dem Senior-Excellence-Programm auf die Leitungsebene 2 vor. Die Teilnahme an dem Programm hat sich direkt aus meinem Steps-Gespräch ergeben.
Im Vergleich zum früheren KNP-Gespräch empfinde ich Steps als deutlich zielführender. Statt anzukreuzen, ob jemand den „Anforderungen entspricht“, ist nun Raum für Freitext und Austausch. Ich selbst setze mich dadurch intensiver mit meinen eigenen Stärken und Schwächen auseinander, und auch meine Führungskraft beschäftigt sich sicherlich bewusster damit. Dadurch werden Entwicklungsfelder klarer sichtbar, und man kann gezielt Maßnahmen ableiten – etwa über den Schulungskatalog, wenn man merkt, dass man sich beispielsweise in Rhetorik verbessern möchte. Das Verfahren wirkt zielführender, konkreter und praxisorientierter als früher. Ich empfinde das als viel wertschätzender.
Verbesserungspotenzial sehe ich beim GO!- Talentpool und dem Newsletter, der mir alle zwei Wochen auf mich zugeschnittene Vakanzen nennen soll. Viele der vorgeschlagenen Stellen passen fachlich nicht zu meinen vorab angegebenen Qualifikationen oder Bereichen. Geschmunzelt habe ich schon, als mir neulich der Job „Food Stylist“ angeboten wurde. Für eine Vorauswahl wirkt das aber häufig zu breit. Manchmal wäre eine Info, dass es aktuell keine passenden Angebote gibt, hilfreicher als diese weitläufige Vorauswahl.
Positiv ist für mich jedoch, dass die Initiative zur Weiterentwicklung heute stärker von beiden Seiten kommen kann. Während früher im KNP vieles von der Führungskraft ausging, kann ich jetzt viel aktiver meinen beruflichen Weg mitgestalten.
Und ich nehme ich im Unternehmen insgesamt eine offenere und konstruktivere Feedbackkultur wahr. Tools wie 360GradFeedback, gemeinsame Roadmaps oder Feedback Me helfen, um ins Gespräch zu kommen. Man merkt, der Mensch hat bei uns im Unternehmen nochmal an Stellenwert gewonnen. Man nimmt sich mehr Zeit.“
Step up wurde vor drei Jahren ins Leben gerufen, um die Zusammenarbeit und Führung in der REWE Group angesichts von Digitalisierung, Fachkräftemangel und stetigem Wandel zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Die Initiative richtet sich an alle Mitarbeitenden und Führungskräfte und versteht Unternehmenskultur bewusst als Wettbewerbsfaktor. Im Mittelpunkt stehen drei Verhaltensweisen: der Fokus auf individuelle Stärken, Offenheit für Feedback und der Mut, Neues auszuprobieren und aus Erfahrungen zu lernen. Verankert wird Step up durch verschiedene Programme und Formate wie die STEPs-Gespräche, Lead-up-Formate für Führungskräfte, GO! zur internen Entwicklung und Mobilität sowie Feedback- und Impulssessions für den Arbeitsalltag.
Alles zu Step up findet Ihr hier:
https://risnet.sharepoint.com/sites/REWEGroupStepupPortal/SitePages/Homepage.aspx
Nijole Kvietkauskaite, seit 2020 CEO von IKI Litauen
Auch international prägt Step up heute die Unternehmenskultur von Ländergesellschaften, wie das Beispiel IKI Litauen zeigt. CEO Nijole Kvietkauskaite schildert, wie Step up bei IKI den Arbeitsalltag verändert: Teams arbeiten stärkenorientiert, Feedback wird aktiv gelebt – und Erfolge werden sichtbar.
one: Nijole, wie ist Step up bei IKI in Litauen angekommen?
Nijole Kvietkauskaite: Von Anfang an haben wir darauf geachtet, die Stärken jedes Einzelnen zu erkennen und zu nutzen. Das hat verändert, wie wir über Leistung, Weiterentwicklung und Zusammenarbeit sprechen. Step up ist kein zeitlich begrenztes Projekt, sondern ein fester Teil unserer Unternehmenskultur. Das Thema Stärken ist im Onboarding neuer Mitarbeitender, in Einzelgesprächen, in STEPs Gesprächen und in Talentprogrammen fest verankert. Über 400 Mitarbeitende in den Zentralen und mehr als 95 Prozent der Marktverantwortlichen machen bereits mit. Kurze Befragungen zeigen, dass dieser Ansatz im Arbeitsalltag wirklich genutzt wird.
one: Sind die Veränderungen spür- und messbar?
Nijole Kvietkauskaite: Als ersten Schritt haben wir gezielt internes Know-how aufgebaut. Mehr als 15 interne Trainerinnen und Trainer machten es möglich, das Vorhaben schnell, kostengünstig und einheitlich im gesamten Unternehmen umzusetzen. Dadurch konnten wir unsere Glaubwürdigkeit deutlich erhöhen.
Zweitens ist das Engagement hoch. Das Feedback zu den Workshops liegt im Durchschnitt bei 4,5 von 5 Punkten, und über 20.000 stärkenbasierte Anerkennungen wurden über das Tool MELP, eine Plattform für positives Feedback und Austausch unter Mitarbeitenden, geteilt. Das zeigt, dass die Kolleginnen und Kollegen die Kultur aktiv leben
Drittens messen wir echte Wirkung. 84 Prozent der Mitarbeitenden kennen ihre Stärken und 78 Prozent wenden sie im Arbeitsalltag an. Gleichzeitig haben nur sechs von zehn das Gefühl, dass ihre Stärken vollständig wertgeschätzt werden – das gibt uns einen klaren Fokus für die nächste Phase.
one: Wo seht Ihr bei IKI darüber hinaus noch Verbesserungspotenzial?
Nijole Kvietkauskaite: Wir wollen noch tiefer in das Thema Feedback einsteigen. Zuerst haben wir uns mit Hilfe des Kulturmodells von Erin Meyer („Culture Map“) angeschaut, wie die Art, Kritik zu üben mit der jeweiligen Kultur zusammenhängt. Der nächste Schritt ist – mit Hilfe verschiedener Module - die praktische Befähigung, Feedback klar, respektvoll und konstruktiv zu geben und anzunehmen.
Wir verankern Feedback-Rituale über den IKI Feedback Compass, integrieren Feedback in Führungskompetenzen und. Mit Blick nach vorn sehe ich außerdem großes Potenzial darin, Resilienz gezielt zu entwickeln – um Menschen zu helfen, auch in herausfordernden Zeiten fokussiert zu bleiben, zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Wir führen feste Feedback-Formate über den IKI Feedback Compass ein, nutzen Feedback als festen Teil von Führung und binden Top-Führungskräfte in externe Feedbackprogramme ein. Für die Zukunft ist uns wichtig, die Resilienz der Mitarbeitenden zu stärken – damit sie auch in herausfordernden Zeiten konzentriert bleiben, dazulernen und sich weiterentwickeln können.
one: Hat Step up auch Auswirkungen auf die internationale Zusammenarbeit innerhalb der REWE Group?
Nijole Kvietkauskaite: Internationale Zusammenarbeit hängt meiner Erfahrung nach weniger von Strukturen als von Haltung ab. Step up schafft eine gemeinsame Sprache rund um Stärken, Feedback und Lernen, die die Zusammenarbeit über Länder hinweg offener und wirkungsvoller macht. Ich erlebe ehrlichere Gespräche, besseres Zuhören und eine größere Bereitschaft, voneinander zu lernen. Das schafft Vertrauen. Für mich ist das eines der wertvollsten Ergebnisse von Step up: Es hilft uns, uns als eine Gruppe zu fühlen, die durch gemeinsame Werte verbunden ist – auch über unterschiedliche Länder und Kulturen hinweg.
Nijole Kvietkauskaite, seit 2020 CEO von IKI Litauen
Stephan Koof, Geschäftsführer Immobilien der REWE Group
Entlang konkreter Beispiele skizziert Stephan Koof, welche Impulse Step up ihm und den Führungskräften seines Bereichs gegeben hat.
Stephan Koof: “Unsere Führungskräfte, die an Lead up teilgenommen haben, waren insbesondere vom interdisziplinären Austausch begeistert. Dieser bot wertvolle Anregungen, Unterstützung sowie einen intensiven Austausch zum Umgang mit Führung und miteinander, und somit auch zu Prozessen und Kommunikation, die sich gewinnbringend auf die eigene Arbeit und die der jeweiligen Abteilung übertragen und umsetzen ließen. Anschließend haben meine Führungskräfte in einem Workshopformat („Transferwerkstatt“) offen, kreativ und konstruktiv an verschiedenen Optimierungsthemen gearbeitet, die nun wieder in die einzelnen Teams zurückgespielt werden.
Mit den Impulsen und Ergebnissen, die aus der Teilnahme an den Step up-Formaten entstanden sind, werden wir uns auch künftig regelmäßig auseinandersetzen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Arbeitserleichterungen und Kosteneinsparungen.
Sicherlich kann man sich fragen, was dies konkret mit Step up zu tun hat. Denn ja, wir haben das vorher auch schon gemacht. Aber offensichtlich wurden im Step up-Programm Denkprozesse angestoßen, die vorher nicht da waren oder nochmals in ganz andere Richtungen gingen.
Stephan Koof, Geschäftsführer Immobilien