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ArticleId: 789newsMargarine, Schokolade und Pizza haben eins gemeinsam: Sie enthalten Palmöl. Doch der Rohstoff steht wegen seiner Produktionsbedingungen in der Kritik. Abhilfe will das „Forum Nachhaltiges Palmöl schaffen“ zu dem auch die REWE Group gehört. REWE Group-Expertin Christine Denstedt erklärt die Hintergründe.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/c/8/csm_Palmoel_nlt_standard_c1e4dd85cc.jpgGemeinsam Urwaldzerstörung stoppenNachhaltiges Palmöl
Foto: Ellen Ebenau - Fotolia
Verantwortung
REWE Group
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REWE Group
Verein „Forum Nachhaltiges Palmöl“ gegründet
Gemeinsam Urwaldzerstörung stoppen

Margarine, Schokolade und Pizza haben eins gemeinsam: Sie enthalten Palmöl. Doch der Rohstoff steht wegen seiner Produktionsbedingungen in der Kritik. Abhilfe will das Forum Nachhaltiges Palmöl schaffen, das sich am 11.11. in Berlin als Verein konstituiert hat und zu dem auch die REWE Group gehört. Wie das funktionieren soll, erklärt Christine Denstedt, Funktionsbereichsverantwortliche Grüne Produkte.

Margarine, Schokolade, Chips und Fertiggerichte – all diese Lebensmittel sind mehr oder weniger Teil unseres alltäglichen Lebens und haben dabei eines gemeinsam: Palmöl. Nicht nur für Nahrungsmittel, sondern auch für industrielle Zwecke, bei Kosmetika und Kerzen, sowie bei der Energiegewinnung wird das Fett aus der Palme eingesetzt. Dabei steht der Rohstoff immer wieder in der Kritik: Um Anbauflächen für die Palmen zu schaffen, wird Regenwald abgeholzt – zum Beispiel in Indonesien und Malaysia. Dadurch werden natürliche Lebensräume und damit wichtige CO2-Speicher zerstört.

Einigen Unternehmen und Organisationen ist das nicht egal. Sie wollen verantwortungsvoll handeln und entsprechende Richtlinien schaffen. Ein Beispiel ist das „Forum Nachhaltiges Palmöl e.V.“ (FONAP), zu dessen Mitgliedern die REWE Group zählt. Am Mittwoch, 11. November, wurde der Verein in Berlin gegründet. 38 Vertreter aus Industrie, NGOs, Verbänden und dem Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung setzen sich damit für eine nachhaltige Palmölwirtschaft ein.
 
Lob gab es aus der Politik von Bundesminister Christian Schmidt: „Ich erwarte, dass die Wirtschaft die Einfuhr von nicht zertifiziertem Palmöl stoppt. Mit einer FONAP-Mitgliedschaft kann jedes Unternehmen seiner Verantwortung für Umwelt und Menschenrechte im Zusammenhang mit Palmöl nachkommen. Genauso wie das Forum Nachhaltiger Kakao ist das Forum Nachhaltiges Palmöl Leuchtturmprojekt für die verantwortungsvolle Rohstoffgewinnung. Sie stehen in Zukunft Pate für weitere Agrarrohstoffe.“ 


one hat mit Christine Denstedt, Funktionsbereichsverantwortliche Grüne Produkte, darüber gesprochen welche Ziele das Forum verfolgt.

one: Frau Denstedt, die REWE Group zählt zu den Gründungsmitgliedern des FONAP. Was ist das Ziel des Forums?
Christine Denstedt: Die negativen Folgen der Palmölgewinnung kann man momentan leider gut beobachten: Von Sumatra in Indonesien bis Singapur, von Malaysia bis zur thailändischem Ferieninsel Phuket – eine ganze Region ist von verheerenden Wald- und Torfbränden betroffen. Das möchten wir verhindern. Gemeinsam mit den anderen Vertretern des FONAP setzen wir uns dafür ein, dass keinerlei Palmöl aus Brandrodungen in unsere Lieferketten gelangt. Ziel ist es, den deutschen, österreichischen und schweizer Markt möglichst schnell mit 100 Prozent zertifiziertem Palmöl zu versorgen. Außerdem setzen wir uns für schärfere Kriterien bei den  bestehenden Zertifizierungssystemen ein, zum Beispiel dem „Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl“ (RSPO).

one: Warum ist die Umstellung auf zertifiziertes Palmöl für viele Unternehmen überhaupt so schwierig? Wie funktioniert das bei der REWE Group?
Christine Denstedt: Die REWE Group verwendet seit 2013 ausschließlich 100 Prozent zertifiziertes Palm(kern)öl. Aber der Weg dahin war tatsächlich gar nicht so leicht: Unser Bedarf von 10.000 Tonnen Palm(kern)öl verteilt sich auf mehrere hundert Eigenmarkenprodukte, die wiederum von circa 100 Eigenmarkenlieferanten hergestellt werden. Dazu gehören nicht nur Lebensmittel, sondern auch Produkte aus dem Non-Food-Bereich. Durch die Vielzahl der von Palmöl betroffenen Warengruppen und den dahinterstehenden Verarbeitungs- und Veredelungsschritten müssen wir an vielen Stellen entlang der Lieferketten ansetzen.

one: Das FONAP wurde bereits 2013 gegründet. Was ändert sich durch die Überführung in einen Verein?
Christine Denstedt: Der Verein schafft einen verbindlichen rechtlichen Rahmen – das ist neu. Unter anderem können wir gemeinsam zukünftig noch besser Druck auf die Zertifizierungssysteme ausüben und so dafür sorgen, dass sich diese weiter verbessern. Dafür brauchen wir die Beteiligung von möglichst vielen Unternehmen.

one: Gibt es bereits Erfolge?
Christine Denstedt: Die gibt es. Gemeinsam haben wir eine Selbstverpflichtung entwickelt: Bis Ende 2014 sollten zum Beispiel alle Mitglieder ausschließlich zertifiziertes Palmöl nutzen. Dieses Ziel haben wir erreicht. Für die kommenden Jahre haben wir weitere Ziele entwickelt, die jedes Mitglied innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens erreichen muss - sonst droht der Ausschluss aus dem Verein. Ein Vorteil ist auch, dass wir von anderen Organisationen als anerkannte Institution wahrgenommen werden - zum Beispiel dem RSPO, mit dem wir in engem Austausch stehen. Einzelne Unternehmen können wenig bewegen, aber durch die Stärke des Forums haben wir es geschafft, sichtbar zu werden und Veränderungen im Palmölsektor anzustoßen.

one: Was sind die nächsten Schritte des Vereins?
Christine Denstedt: Wir möchten daran mitwirken, die existierenden Zertifizierungssysteme weiterzuentwickeln und zu verbessern, die heute nur als Mindeststandards anerkannt sind. Im RSPO sind beispielsweise zwei zentrale Herausforderungen nicht verankert: die Klimabilanzierung und der Schutz von Torfwäldern. Das muss sich ändern. Außerdem möchten wir noch mehr Mitglieder gewinnen, damit der Verein langfristig auf eigenen Beinen stehen kann und nicht mehr bezuschusst werden muss.

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