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Lesedauer: 3 Minuten
Mit der Agrar-Akademie Landwirtschaft erleben
Zwischen Hof und Handel 
von Lina von Coburg

Eine starke heimische Landwirtschaft ist eine wichtige Grundlage für die Ernährung von morgen. Um den Wandel hin zu einer zukunftsfähigen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv mitzugestalten, setzt die REWE Group auf einen engen Austausch mit ihren landwirtschaftlichen Partner:innen und macht deren Arbeitsalltag für Mitarbeitende der REWE Group erlebbar. Lest hier viele Infos und O-Töne. 

Ein zentraler Baustein dieser Zusammenarbeit ist die Agrar-Akademie. Das deutschlandweite Programm des Kompetenzzentrums Landwirtschaft ermöglicht seit 2023 Mitarbeitenden von REWE, PENNY und der REWE Group Besuche auf landwirtschaftlichen Betrieben der mehr als 33.000 heimischen Erzeuger:innen, mit denen die REWE Group zusammenarbeitet.   

Was ist das Kompetenzzentrum Landwirtschaft? 

Das Kompetenzzentrum Landwirtschaft bündelt die agrarfachliche Expertise der REWE Group und fungiert als zentraler Ansprechpartner für landwirtschaftliche Themen. Es bringt landwirtschaftliche Expertise in strategische und operative Unternehmensentscheidungen ein   

und stärkt den Dialog mit Erzeuger, Partnern aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft, Politik sowie weiteren Akteuren entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Darüber hinaus beobachtet und bewertet das Kompetenzzentrum agrarpolitische und gesellschaftliche Entwicklungen, fördert den unternehmensweiten Wissenstransfer und entwickelt gemeinsam mit internen und externen Partnern praxisnahe Lösungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft. So trägt es dazu bei, die Zusammenarbeit entlang der Lieferkette nachhaltig weiterzuentwickeln.  
 

Die Besuche schaffen dabei direkte Einblicke in die landwirtschaftliche Praxis und fördern den Dialog zwischen Handel und Landwirtschaft. Gleichzeitig vermitteln sie ein realistisches Bild der aktuellen Herausforderungen und Entwicklungen in der heimischen Land- und Ernährungswirtschaft. Diese reichen von den Auswirkungen des Klimawandels, langwierigen Genehmigungsverfahren für den tierwohlgerechten Umbau von Ställen über den Erhalt familiengeführter Betriebe bis hin zu den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung und des Einsatzes Künstlicher Intelligenz.   

Das Programm unterteilt sich in sechs verschiedene Module, die sich an verschiedene Zielgruppen richten: REWE-Auszubildende, Jungkaufleute und Fachkräfte in den Märkten, PENNY Mitarbeitende, Kolleg:innen an den Zentralstandorten sowie den Managementkreis des Kompetenzzentrums Landwirtschaft. Entsprechend der Zielgruppen werden die Formate passgenau auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten und reichen von regionalen Angeboten bis hin zu regionsübergreifenden Exkursionen.  

So können Auszubildende Erzeuger:innen im Rahmen eines Seminarmoduls besuchen, während Jungkaufleute zweimal jährlich die Gelegenheit erhalten, landwirtschaftliche Betriebe überregional kennenzulernen. Ein besonderes Highlight ist zudem die Aktion „Landwirt:in für einen Tag": Hier arbeiten Mitarbeitende der Zentralstandorte einen Tag lang auf einem Betrieb mit und erleben so den landwirtschaftlichen Alltag unmittelbar.   

Unabhängig vom jeweiligen Format stehen bei den Betriebsbesuchen die praktischen Erfahrungen stets im Mittelpunkt. So verbringen die Teilnehmenden mindestens einen Tag auf einem landwirtschaftlichen Betrieb und erleben dort die Vielfalt moderner Landwirtschaft. Dabei gewinnen sie Einblicke in Tierhaltung, Gemüseproduktion, Obstanbau, Ackerbau und Betriebsmanagement und arbeiten aktiv im Betriebsalltag mit. Gleichzeitig erleben sie, wie moderne Technologien – von digitalen Fütterungssystemen über Kameratechnik bis hin zu KI-Anwendungen – die Arbeit auf vielen Betrieben bereits heute unterstützen.   

Andreas Kronschnabel, angehender Kaufmann, REWE Süd Ich war schon immer ein Fan davon, mit Erzeuger:innen aus der Region zusammenzuarbeiten. Durch die Agrar-Akademie bin ich noch motivierter geworden, einfach auf die Menschen zuzugehen. Ich habe Verhaltenssicherheit im Umgang mit Landwirt:innen gewonnen und traue mich heute sie direkt anzusprechen. Zusätzlich vermittelt die Agrar-Akademie ein besseres Grundverständnis für die Herausforderungen und Veränderungen in der Landwirtschaft.

Die Besuche vor Ort ermöglichen einen wertvollen Perspektivwechsel. Sie zeigen nicht nur, wie Lebensmittel erzeugt werden, sondern auch, welche Leistungen und Herausforderungen mit der täglichen Arbeit landwirtschaftlicher Betriebe verbunden sind.  

Die dabei gewonnenen Eindrücke wirken weit über den eigentlichen Besuch hinaus. Ob in der Kundenberatung, im Markt, in der Verwaltung oder in Führungsfunktionen: Die Erfahrungen aus der Praxis fließen in die tägliche Arbeit ein, werden in die jeweiligen Teams getragen und stärken so ein noch besseres Verständnis für die Zusammenhänge entlang der Wertschöpfungskette. So wird das Bewusstsein weiter dafür gestärkt, wie entscheidend eine partnerschaftliche und wertschätzende Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Handel ist.  

Benjamin Wölk, Einkaufsleiter PENNY Deutschland Für mich sind solche Einblicke besonders wertvoll, weil sie helfen, ein echtes Bild zu bekommen und die Begeisterung dahinter zu verstehen. Erst dann wird deutlich, wie wichtig es ist, Familienbetriebe zu erhalten, die menschliche Arbeit dahinter wertzuschätzen und für das Wohl der Tiere zu sorgen. Dieses Gesamtbild macht für mich greifbar, warum die Zusammenarbeit mit Landwirten eine so große Bedeutung hat.

Tiia Biller: Duale Studentin Logistik, Region Nord Durch die Agrar-Akademie konnte ich spannende Einblicke in die Landwirtschaft gewinnen, da die Landwirt:innen offen von sich und ihrem Alltag auf dem Hof erzählt haben. Besonders interessant war es, die Geflügelhaltung aus nächster Nähe zu erleben und dabei mehr über Themen wie Eiergrößen oder die Unterschiede zwischen Bio- und Freilandhaltung zu erfahren. Durch die Begegnungen habe ich ein besseres Verständnis für ihre Arbeit entwickelt und kann Lebensmittel noch mehr wertschätzen.

Dass die Agrar-Akademie auf großes Interesse stößt, zeigt die positive Resonanz der vergangenen Jahre: Bereits rund 15.000 Kolleg:innen haben im Rahmen der Agrar-Akademie landwirtschaftliche Betriebe besucht.   

Dr. Carolin Weyers, Leitung Kompetenzzentrum Landwirtschaft Als jemand mit landwirtschaftlichem Hintergrund beschäftigt mich schon seit einigen Jahren, wie groß die Distanz vieler Menschen zur Landwirtschaft geworden ist. Als ich Kolleginnen und Kollegen gefragt habe, ob sie schon einmal einen landwirtschaftlichen Betrieb besucht haben, lautete die Antwort viel zu oft: ‚Nein.‘ Genau aus diesem Grund haben wir die Agrar-Akademie ins Leben gerufen.  

Umso mehr freut es uns, dass die Teilnehmenden mit größter Begeisterung von ihren Erfahrungen berichten und auch andere dazu motivieren, ebenfalls teilzunehmen. Genau das ist unser Ziel: Brücken zwischen Landwirtschaft und Handel zu bauen und den Dialog nachhaltig zu stärken.

Diese positive Entwicklung bestärkt das Kompetenzzentrum Landwirtschaft sowie die REWE Group darin, das Programm kontinuierlich weiterzuentwickeln. So sollen Besuche auf landwirtschaftlichen künftig zu einem festen Bestandteil des Ausbildungsprogramms werden.    

Schließlich zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre deutlich: Wer Landwirtschaft unmittelbar vor Ort erlebt, gewinnt nicht nur wertvolles Wissen über die Herkunft unserer Lebensmittel, sondern entwickelt auch ein tieferes Verständnis für die Menschen, die mit ihrer täglichen Arbeit die Grundlage für unsere Versorgung schaffen.  

Ümit Metiner: Kaufmann, REWE Süd und Ausrichter der Agrar-Akademie in der Region Süd Der Blick hinter die Kulissen hat mir gezeigt, wie viel Engagement, Herzblut und Investitionen hinter regionalen Erzeugnissen stecken. Das schafft ein besseres Verständnis und einen sensibleren Umgang mit Preisen. Außerdem achte ich bewusster darauf, wie regionale Produkte im Markt positioniert werden. Regionale Erzeuger:innen und Bauern machen REWE aus. Kund:innen kaufen regionale Produkte trotz höherer Preise, weil Herkunft und Erzeugung transparent sind.

Rubriken:
BrancheREWE Group
Schlagwörter:
Agrarindustrie
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