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Operation Heinzelmännchen
ArticleId: 1425magazineArbeiten von neun bis fünf? Das war einmal. Für immer mehr Menschen wird die Nacht zum Alltag – ob als Schichtarbeiter oder als Kunde bis Mitternacht im REWE-Markt. Die one_Redaktion hat sich auf Spurensuche gemacht: Was passiert bei der REWE Group nachts?https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/8/1/csm_TT_Nacht_01_nlt_standard_f43e87384c.jpgWarum die Nacht immer mehr zum Alltag wirdNachtökonomie
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Die Nacht zum Tag machen: Noch vor ein paar Jahren war klar, was damit gemeint ist: Eine Feier bis in die Morgenstunden. Heute kann man die Redewendung im besten Wortsinne auch nüchterner interpretieren. Denn für immer mehr Menschen wird die Nacht zum Alltag. Klassische Arbeitszeitmodelle lösen sich auf, Supermärkte haben bis Mitternacht geöffnet und manche Kommunen verfolgen gar eine Politik der Attraktivierung der Nacht.

Für dieses Top-Thema hat sich die one_Redaktion auf Spurensuche gemacht: Was passiert bei der REWE Group nachts?  

In der Logistik herrscht rund um die Uhr Betrieb – schließlich müssen rund 15.000 Märkte der REWE Group ständig mit frischer Ware versorgt werden. Tagsüber ist sogar mehr Betrieb, als so manchem Lkw-Fahrer lieb wäre: Gesperrte Brücken, verstopfte Straßen, feinstaubbelastete Luft – gerade die Innenstädte entwickeln sich immer mehr zu Nadelöhren. Ob die Nachtbelieferung mit geräuscharmen Elektro-Lkw eine Option ist, untersucht das Forschungsprojekt GeNaLog, an dem die REWE Group und andere namhafte Partner beteiligt sind.

Nachts statt tagsüber zu arbeiten ist für viele Kollegen aus der REWE Group Normalität. In one erzählen sie von ihren Jobs – vom Eventmanager über die Touristik-Kollegin am Flughafen bis zum Techniker in der IT.  

Doch auch wer tagsüber arbeitet, hat nicht immer pünktlich Feierabend – und schafft es vor 20 Uhr zum Einkaufen in den Supermarkt. Seit die meisten Bundesländer die Regelungen zum Ladenschluss gelockert haben, sind viele Geschäfte auch am Abend für ihre Kunden da. Märkte von REWE und PENNY haben an vielen Standorten bis 20 oder 22 Uhr geöffnet, mancherorts sogar bis Mitternacht. Die Kunden müssen sich so beim Einkaufen weniger hetzen. Und auch mancher Mitarbeiter stellt fest, dass Spätarbeit durchaus Vorzüge hat.  

Spätestens um Mitternacht schließen jedoch auch fast alle REWE-Märkte die Türen. Nicht so der REWE Online-Shop: Rund um die Uhr können sich Kunden dort ihren Einkauf zusammenstellen. Doch wer nutzt das Angebot nachts – und was landet dann im Warenkorb? one hat nachgefragt.

Hintergrund
Warum die Nacht immer mehr zum Alltag wird

Arbeiten von neun bis fünf? Das war einmal. Mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland arbeiten ständig oder regelmäßig nachts, das heißt nach der Definition des Arbeitszeitgesetzes zwischen 23 und 6 Uhr. Weitere 2,4 Millionen verzichten laut Statistischem Bundesamt zumindest gelegentlich auf ihre Nachtruhe, um einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Und die Zahl der Spät- und Nachtarbeiter wird immer größer. Sie bedienen Maschinen, die rund um die Uhr laufen müssen, betreuen Menschen in der Pflege und im Notfallbereich, transportieren Waren, backen Brötchen oder sorgen dafür, dass sich andere in Restaurants, Clubs und Bars amüsieren.

In Zeiten guter Konjunktur fahren vor allem Industrieunternehmen Spät- und Nachtschichten hoch, um Auftragsspitzen abzuarbeiten – auch wenn dies für sie vergleichsweise teuer ist, weil sie den Beschäftigen Zuschläge zahlen müssen. Sind die Auftragsbücher weniger gut gefüllt, reduzieren sie häufig zunächst die Nachtarbeit. 

„Nachtökonomie“ als Standortfaktor für Städte

Die „Nachtökonomie“ hat aber auch eine andere, für viele Menschen eher angenehme Seite: Es geht um das Feiern! Denn die Qualität des städtischen Nachtlebens ist schon lange nicht mehr nur ein Thema für Reiseführer.

Es ist für Städte zu einem Standortfaktor geworden. Viele Kommunen verfolgen „eine Politik der Attraktivierung der Nacht“, beobachtet der Stadtökonom Prof. Henckel von der TU Berlin. So erhofften sie sich einen größeren Zuspruch von jungen, auch gut ausgebildeten Menschen sowie von Touristen. Fachleute haben den Begriff der „Nachtökonomie“ geprägt, die in vielen Städten immer größere Ausmaße erlangt – und damit auch Konflikte hervorruft.

Nachtbürgermeister regiert in Amsterdam

„Ausgedehntes Nachtleben erfordert auch Leistungen der Kommune in der Planung, Regulierung und Bereitstellung von Infrastruktur, etwa im öffentlichen Nahverkehr. Zudem müssen Folgedienstleistungen wie Müllentsorgung und Reinigung organisiert sein“, betont Henckel. In Amsterdam ist für solche Dinge bereits seit mehr als zwei Jahren ein eigens bestellter „Nachtbürgermeister“ zuständig. Er wacht über die öffentliche Partyordnung und sorgt dafür, dass Anwohner möglichst wenig gestört werden. So weit ist es anderswo noch nicht. Aber die Entwicklung in der niederländischen Hauptstadt  zeigt, wie sich die Gewichte verschieben. Damit ändert sich auch der Arbeitsrhythmus vieler Menschen. Für sie wird die Nacht zum Tag. (stw)

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