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ArticleId: 307magazinePolitik wird in Brüssel und Berlin gemacht? Nicht nur. Ob Strompreise oder Ladenöffnungszeiten – viele Handelsthemen werden auch lokal und regional diskutiert. Daher macht die REWE Group seit Jahresbeginn Kaufleute zu Unternehmens-Botschaftern.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/b/d/csm_04_Kapillarsystem_mgt_standard_4c5fa74487.jpgPolitik der 1.000 KöpfeRegionale Lobbyarbeit
Public Affairs in den Regionen
Politik der 1.000 Köpfe
von Julia Klotz
Lesedauer: 3 Minuten
15.10.2014
Politik wird in Brüssel und Berlin gemacht? Nicht nur. Ob Strompreise oder Ladenöffnungszeiten – viele Handelsthemen werden auch lokal und regional diskutiert. Daher macht die REWE Group seit Jahresbeginn Kaufleute zu Unternehmens-Botschaftern.
Spricht man über Public Affairs, so geht es fast immer auch um Brüssel und Berlin. Für deutsche Unternehmen sind die beiden Städte die wichtigsten Standorte, wenn es um Kommunikation mit der Politik geht. Doch politische Entscheidungen werden auch auf anderen Ebenen getroffen. Wo darf ein neuer REWE-Markt eröffnen? Sollen Supermärkte länger geöffnet bleiben und wenn ja, wie lange? Fragen, die nicht in den politischen Machtzentren diskutiert werden, sondern überwiegend vor Ort. „Unsere Kaufleute und Marktmanager kommen täglich mit politischen Themen in Berührung, die unmittelbar das Geschäft betreffen – sei es Ladenöffnungszeiten oder Expansion“, betont Emilie Bourgoin, Leiterin Public Affairs Deutschland bei der REWE Group.

Daher hat Bourgoin Anfang des Jahres ein Projekt gestartet: Sie will REWE-Kaufleute und Regionsleiter fit für die Lobbyarbeit machen. Ziel ist es, das Image und die Bedeutung der REWE Group und speziell des selbstständigen Einzelhandels unter dem genossenschaftlichen Dach bei Multiplikatoren wie Bürgermeistern oder Landräten zu stärken. Die Idee läutet bei der REWE Group einen Paradigmenwechsel ein. Denn aus einer Hand voll Unternehmensbotschafter können schnell hunderte werden - und das muss gut geplant und organisiert sein. „Statt wie bisher auf wenige Einzelpersonen im Unternehmen zu setzen, betreiben wir künftig eine Politik der 1000 Gesichter“, sagt Bourgoin.
Kaufleute vermitteln Praxiserfahrung
Das sogenannte Kapillarsystem gleicht einem Netz, das die REWE Group durchzieht: Auf lokaler Ebene fungieren REWE-Kaufleute als Botschafter und Ansprechpartner für REWE Group-Themen. Denn sie können mit ihrer Erfahrung aus der Praxis wichtige Impulse zu Handelsthemen und zur Standortpolitik geben. „Das Leistungsspektrum des Handels und unsere Innovationskraft lassen sich außerdem am besten am Regal zeigen“, ist Bourgoin überzeugt. „Mit unseren 1.000 Kaufleuten verfügen wir über ein riesiges Potenzial – sie können Themen des Mittelstands ehrlich und authentisch erklären. Zu Öffnungszeiten oder steigenden Energiepreisen möchte man nicht immer nur Lobbyisten hören, sondern Menschen aus dem Unternehmen, die direkt betroffen sind.“ Berichtet ein Kaufmann beispielsweise von den Auswirkungen der EEG-Umlage auf seinen Markt, so sei die Zahl für einen Politiker viel greifbarer als die Millionenbeträge, die für das ganze Unternehmen gelten.

Durch neue Maßnahmen sollen Kaufleute nun darin unterstützt werden, den Kontakt zu politischen Entscheidern auszubauen. Dazu gehören Schulungen zu politischen Prozessen und  Wissensvermittlung relevanter Themen: Was ist die Position der REWE Group zu Tierschutz oder Mindestlöhnen? Außerdem stehen Intensivtrainings mit Kommunikationsexperten auf dem Plan. Bereits 80 Kaufleute haben seit Jahresbeginn daran teilgenommen, bis Ende 2015 sollen es rund 200 werden. Hier lernen die Teilnehmer, wie man die eigenen Anliegen zum richtigen Zeitpunkt bei seinem Ansprechpartner platziert.
Aufgabe des Public Affairs-Teams ist es außerdem, den Informationsfluss im Unternehmen zu sichern: Von Berlin über die Regionen bis auf die lokale Ebene – und anders herum. Denn, wie Emilie Bourgoin betont: „Alles ist miteinander verzahnt: Wenn wir in unserem Berliner Büro gut arbeiten, klingelt in den Kommunen und Regionen auch öfter das Telefon. Und Politiker, die wir in den Wahlkreisen beim Store Visit treffen, sehen wir irgendwann in Berlin wieder.“
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