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ArticleId: 2015magazineFlorian Naegele ist seit Juli Mitglied der Geschäftsführung von PENNY in Ungarn und übernimmt im Oktober die Position des CEO. Zuvor war er Leiter der PENNY-Region Eching. In one verrät er seine Strategien, um sich beruflich und privat möglichst schnell in Ungarn einzuleben.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/1/8/csm_03_TT_Ausland_Nagele_mgt_st_c1694d1cb5.jpg„Meine Strategie: den Menschen zuhören“F. Naegele: Ankommen in Ungarn
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Florian Naegele: Ankommen als PENNY-Geschäftsführer in Ungarn

„Meine Strategie für die berufliche Integration: den Menschen zuhören“

12.09.2018
von Julia Robertz

Florian Naegele ist seit Juli 2018 Mitglied der Geschäftsführung von PENNY in Ungarn und übernimmt zum 1. Oktober die Position des CEO. Zuvor war er Regionsleiter der PENNY-Region Eching. In one verrät er seine Strategien, um sich beruflich und privat möglichst schnell in Ungarn einzuleben.

„Als ich gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könne, die Geschäftsführung von PENNY in Ungarn zu verstärken, habe ich mich zunächst einmal riesig über das mir entgegengebrachte Vertrauen gefreut. Auf der anderen Seite gab es aber auch Bedenken: Was wird meine Familie dazu sagen? Schließlich lag unser letzter Umzug bereits mehr als neun Jahre zurück - meine drei schulpflichtigen Kinder waren in Regensburg sehr gut integriert und meine Ehefrau hatte dort ihr eigenes Geschäft. 

Nachdem meine Familie positiv auf den Vorschlag reagiert hat und wir uns darauf geeinigt haben, diesen Schritt gemeinsam zu gehen, stieg die Vorfreude auf die spannende Herausforderung. Schließlich bedeutet es einen Zuwachs an Verantwortung – es ist etwas anderes, für ein ganzes Land zuständig zu sein, als für eine Region. Man hat dadurch natürlich deutlich mehr Gestaltungsspielräume. 

„Nachdem meine Familie positiv auf den Vorschlag reagiert hat und wir uns darauf geeinigt haben, diesen Schritt gemeinsam zu gehen, stieg die Vorfreude auf die spannende Herausforderung.“

Auch meine Kinder, allen voran meine 12-jährige Tochter, konnten den Umzug kaum erwarten. Dabei war sicherlich auch ein wenig Abenteuerlust im Spiel, denn wir kannten Ungarn nur aus Erzählungen. Das erste Mal, dass ich in Ungarn war, war tatsächlich als wir uns in Budapest nach einer Wohnung umgeschaut haben. Glücklicherweise haben wir eine sehr schöne Wohnung gefunden und was noch viel wichtiger ist - für alle Kinder einen Platz in einer sehr guten deutschen Schule. 

Eine Hürde, die es zu bewältigen gilt, ist natürlich die Sprache. Ich selbst spreche (noch) kein Ungarisch und bin deshalb beispielsweise bei Geschäftsessen darauf angewiesen, dass mir jemand ins Deutsche oder Englische übersetzt, wenn Kollegen sich in Ungarisch unterhalten. Das hat bisher fantastisch funktioniert und vor Allem, ohne dass ich die Übersetzung einfordern musste. Hilfreich ist, dass alle Kollegen in der Geschäftsleitung Deutsch sprechen. Emails werden häufig zweisprachig verfasst – ungarisch und englisch.  

Nachdem ich am 1. Juli offiziell bei PENNY Ungarn angefangen habe, durchlief ich eine Einarbeitungsphase, bei der ich alle relevanten Schnittstellen im Unternehmen kennenlernen konnte. Ich habe nahezu alle Länder besucht, mit denen ich in Zukunft eng zusammen arbeiten werde. Dazu zählen neben Österreich, Italien, Rumänien, Ungarn und Tschechien. Ich bin überzeugt, dass diese professionell organisierte Einarbeitung dazu beitragen wird, mich schneller in meinem neuen Tätigkeitsbereich zurechtzufinden. 

Was mir bei dem Wechsel nach Ungarn zu Gute kommt ist, dass ich in meiner Vergangenheit bereits mehrfach umgezogen bin - auch ins Ausland. So habe ich bereits vier Jahre in der Schweiz gelebt und gearbeitet. Diese Erfahrung hilft, Fehler zu vermeiden. 

Ein klassischer Trugschluss ist zu glauben, dass man sich integrieren könne, wenn sich nur in Kreisen der Expats bewegt. Das fällt im ersten Moment natürlich leicht, weil man die Sprache versteht, birgt aber die Gefahr, nie wirklich im Land anzukommen. 

„Meine Strategie, um mich beruflich in Ungarn zu integrieren, ist in erster Linie den Menschen zuzuhören und ein Gespür dafür zu entwickeln, was sie bewegt.“

Entscheidend ist bei einem Wechsel ins Ausland erstens, offen für Neues zu sein und zweitens, sich bis zu einem gewissen Grad anpassen zu können. Wichtig ist, dass man sich dabei selbst treu bleibt.

Meine Strategie, um mich beruflich in Ungarn zu integrieren, ist in erster Linie den Menschen zuzuhören und ein Gespür dafür zu entwickeln, was sie bewegt. Es ist essenziell, immer ein Ohr an der Basis zu haben.

Um die Kultur eines Landes besser zu verstehen, hilft es ungemein, sich intensiv mit der Geschichte zu beschäftigen. Natürlich haben wir in Budapest einmal das gesamte Touristen-Programm durchlaufen, angefangen vom Parlamentsgebäude bis hin zur berühmten Kettenbrücke über die Donau. 

Entscheidend ist aber, sich abseits der klassischen Touristenpfade zu bewegen, wenn man tiefer in die Kultur einzudringen möchte. Kleine Cafés oder Restaurants, die abseits der Touristenpfade liegen, öffnen die kulturellen Türen in einem Land.“

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