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ArticleId: 3505magazineStefan Matzelle trägt seit rund einem Jahr die IT-Verantwortung unter anderem für den stationären Einzelhandel, Logistik und Governance. Wir haben mit ihm über die Herausforderungen im stationären Einzelhandel, die Zusammenarbeit von REWE Systems und Fachbereichen und seine Pläne für 2022 gesprochen.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/a/b/csm_ts_standard_int_mazelle_5d1d645f7e.jpg„Eine offene, wertschätzende Unternehmenskultur“Stefan Matzelle im Interview
Lesedauer: 5 Minuten
CGO und CCO Stefan Matzelle im one_Interview
„Eine offene, wertschätzende Unternehmenskultur“
von Judith Morgenschweis

Stefan Matzelle trägt seit rund einem Jahr die IT-Verantwortung unter anderem für den stationären Einzelhandel, die Logistik und Governance. Wir haben mit ihm über die Herausforderungen für die IT im stationären Einzelhandel, die Zusammenarbeit von REWE Systems und Fachbereichen und seine Pläne für 2022 gesprochen. 

Herr Matzelle, Sie haben vor zwölf Monaten die Position als CGO und CCO der REWE Systems angetreten. Zum Einstieg erstmal die Frage: Welche Aufgaben verbergen sich hinter den Abkürzungen? 

Stefan Matzelle: Als CGO - also Chief Governance Officer - trage ich die Verantwortung dafür, dass die IT-Services und -Produkte die rechtlichen und regulatorischen Anforderungen erfüllen. Die Abkürzung CCO steht für Chief Commercial Officer. Dahinter verbirgt sich die IT-Verantwortung für den stationären Einzelhandel, die Logistik inklusive des Supply Chain Managements und die Lieferkette. Die REWE Systems stellt für diese Bereiche der REWE Group in Deutschland alle notwendigen Applikationen und die nötige Infrastruktur für den Einzelhandel und die Läger zur Verfügung.

Sie waren zuvor in einer anderen Branche und in einem DAX-Unternehmen tätig. Gibt es aus Ihrer Perspektive große Unterschiede in der Unternehmenskultur? 

Stefan Matzelle: Die Unterschiede zur Bundeswehr und zur Airline sind nicht besonders groß. Auch bei der REWE Group empfinde ich die Unternehmenskultur als ausgesprochen wertschätzend und offen. Besonders positiv aufgefallen ist mir, wie nahbar alle Kolleg:innen bis hin zum Vorstand sind. Außerdem nehme ich ein starkes Bekenntnis des Vorstands zu einer internen IT wahr. Sie soll Teil des Ganzen sein und ihren Beitrag zum Gesamterfolg leisten. Diese Sichtweise auf eine konstruktive Zusammenarbeit ist für mich ein wichtiger Teil der Unternehmenskultur. Und da ich ein tolles Team mit sehr viel Expertise, gegenseitigem Vertrauen und Offenheit für Neues habe, bin ich sehr zuversichtlich, was die Zusammenarbeit anbetrifft.

„Die Lieferketten müssen immer wieder optimiert werden, denn die Mengen steigen stetig und in den Sortimenten haben wir eine größer werdende Differenzierung.“
Stefan Matzelle

Sie verantworten den stationären Einzelhandel, die Logistik inklusive des Supply Chain Managements und die IT-Governance. Fangen wir mit dem Einzelhandel an: Was sind die künftigen Herausforderungen aus IT-Sicht, wenn es um die Unterstützung der Märkte geht?

Stefan Matzelle: Beim stationären Einzelhandel sehe ich die drei Fokusthemen: Mitarbeitende, Markt und Kund:innen. Für unsere Mitarbeitenden gilt es, Prozesse digitaler, mobiler und schneller zu machen. Ein Beispiel hierfür ist das Projekt Smarter Work im Markt, das sich unter anderem mit einer App für die Mitarbeitenden und E-Learning-Applikationen beschäftigt. Wenn wir die Märkte betrachten, so bekommen wir von unseren Stakeholdern – beispielsweise den Kaufleuten – immer mehr Anforderungen. Daher ist es unsere erste Aufgabe, eine skalierbare, sichere, zukunftsfähige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, die diesen Anforderungen gerecht wird.

Gleichermaßen gilt es, auf die Wünsche der Kundinnen und Kunden einzugehen. Dazu gehören neben der Omnichannel-Strategie auch Themen wie Self-Check-Out oder individualisierte Angebote, die die Kund:innen im Markt erhalten. Auch mit der Frage, wie IT dabei unterstützen kann, Kund:innenwünsche wie mehr Nachhaltigkeit und Lokalität zu bedienen, müssen wir uns beschäftigen.

„Wenn es die Pandemie erlaubt, möchte ich in die Regionen reisen, um die Mitarbeitenden vor Ort besser kennenzulernen. Ich bin überzeugt, dass es dort sehr viel Wissen zu heben gibt, das wir beispielsweise für die Produktentwicklung nutzen sollten.“
Stefan Matzelle

Die REWE Systems wird bis dato vor allem als Dienstleister wahrgenommen. Ein Ziel der Transformation war die Entwicklung der Systems hin zum Technologiepartner. Was genau bedeutet das?

Stefan Matzelle: Wir arbeiten eng mit den Geschäftseinheiten und Fachbereichen zusammen, um für die gesamte REWE Group optimale Lösungen zu erarbeiten. Aber unser Bild der Kund:innen hat sich erweitert: Die Kundinnen und Kunden, das sind die Menschen, die zu uns in die Märkte kommen und ihren Einkauf an der Kasse zahlen. Sie sitzen bildlich gesprochen mit am Tisch, wenn es darum geht, das Geschäft der REWE Group weiterzuentwickeln. Auf diese Bedürfnisse schauen wir nun gemeinsam. So haben wir auch mit den Fachbereichen und SGEn eine abgestimmte Roadmap erarbeitet, die wir in kurzen Abständen regelmäßig auf den Prüfstand stellen. Das bedeutet, dass die REWE Systems für die REWE Group nun ein agil arbeitender Partner auf Augenhöhe ist.

Ein weiterer wichtiger Schritt hin zum Technologiepartner ist, dass wir uns gemeinsam mit der REWE digital dazu entschieden haben, in Zukunft enger zusammenzuarbeiten und das Beste aus beiden Welten – stationärem und Online-Handel – zusammenzubringen. Es wurde ja bereits angekündigt, dass dies unter dem neuen IT-Bereichsvorstand Christoph Eltze geschehen wird. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit den Kolleg:innen der REWE digital. 

Zum Abschluss: Das neue Jahr ist noch recht jung: Was haben Sie sich für 2022 vorgenommen? 

Stefan Matzelle: Die Regionen wurden als letzte im Rahmen des Projekts Symphony auf die agile Arbeitsweise ausgerichtet. Wenn es die Pandemie erlaubt, möchte ich in die Regionen reisen, um die Mitarbeitenden vor Ort besser kennenzulernen. Ich bin überzeugt, dass es dort sehr viel Wissen zu heben gibt, das wir beispielsweise für die Produktentwicklung nutzen sollten. Die regionalen Kollegen und Kolleginnen sind sehr nah an den Märkten und den Abläufen vor Ort. Sie sind die Ansprechpartner:innen und Umsetzenden, wenn wir neue Anwendungen ausrollen. Sie sind einfach das Gesicht der REWE Systems in den Regionen und Märkten. 

Herr Matzelle, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Zur Person:

Seit knapp einem Jahr verantwortet Stefan Matzelle als Chief Commercial Officer (CCO) und Chief Governance Officer (CGO) in der Geschäftsführung der REWE Systems die Fachdomänen Stationärer Einzelhandel und Logistik, SCM und Produktion. Zudem ist er für die Governance-Themen der REWE Systems verantwortlich.

Nach seinem Studium der Volkswirtschaftslehre verbrachte er ein gutes Jahrzehnt in Fallschirmjägerbatallionen der Bundeswehr, bevor er sich 2002 der Lufthansa Systems AG anschloss.

Dort wurde er 2011 zum CTO & Senior Director Professional Services ernannt. 2014 wechselte Matzelle als Senior Director IT Architecture & Innovation Management zur Deutschen Lufthansa AG, wo er unter anderem ein konzernweites IT-Architektur Management aufsetze und die bestehenden IT-Landschaften standardisierte. Ab 2016 war er Chief Information Officer der Austrian Airlines AG in Wien, wo er eine Transformation des IT-Bereiches vornahm und diesen enger mit den Geschäftseinheiten verknüpfte. 

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