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ArticleId: 583newsLebensmittelverschwendung ist in ganz Europa ein Problem. Frankreichs Parlament geht dagegen nun per Gesetz vor: Große Supermärkte müssen überschüssige Lebensmittel in Zukunft recyceln oder spenden. Frankreichs Händler kritisieren, das Gesetz treffe die Falschen.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/0/c/csm_Spendepflicht_Supermaerkte_nlt_standard_95cca6505c.jpgSpenden statt wegwerfenNeues Gesetz in Frankreich
Foto: Africa Studio - Fotolia
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Neues Gesetz in Frankreich
Spenden statt wegwerfen

Lebensmittelverschwendung ist in ganz Europa ein Problem. Frankreichs Parlament geht dagegen nun per Gesetz vor: Große Supermärkte müssen überschüssige Lebensmittel in Zukunft recyceln oder spenden. Frankreichs Händler kritisieren, das Gesetz treffe die Falschen.

Mit drastischen Maßnahmen geht Frankreich gegen die Verschwendung von Lebensmitteln vor: Der Großhandel darf unverkaufte Nahrungsmittel künftig nicht mehr wegwerfen - so hat es das Parlament in Paris am 22. Mai beschlossen. Bis 2025 will die Regierung die Verschwendung von Lebensmitteln halbieren.

Das verabschiedete Maßnahmenbündel sieht vor, dass die Händler jegliche Verschwendung vermeiden müssen: Unverkaufte Ware soll gespendet, als Tiernahrung genutzt oder als Kompost für die Landwirtschaft verwendet werden. Supermärkte mit einer Fläche von über 400 Quadratmetern werden verpflichtet, ein Abkommen mit einer karitativen Organisation für Lebensmittelspenden zu schließen. In der Schule soll zudem Unterricht gegen die Verschwendung von Lebensmitteln in den Lehrplan aufgenommen werden.

Großhandel in Frankreich wehrt sich
Jeder Franzose wirft jährlich im Durchschnitt 20 bis 30 Kilogramm Lebensmittel weg, was einem Wert von 12 bis 20 Milliarden Euro pro Jahr entspricht. Der Handel kritisiert jedoch, dass die Maßnahmen ihr Ziel verfehlten - denn der Großhandel sei lediglich für fünf Prozent der verschwendeten Lebensmittel verantwortlich. Zudem sei er bereits jetzt schon der größte Spender und arbeite eng mit Hilfsorganisationen zusammen.

Auch in Deutschland landet Essen in der Tonne
Auch in Deutschland ist das Problem bekannt. Insgesamt sorgt jeder Bürger für über 82 Kilogramm weggeworfenes Essen. Ein verbindliches Gesetz wie in Frankreich ist hierzulande hingegen nicht geplant. Das Bundeslandwirtschaftsministerium lehnt eine Verpflichtung des Einzelhandels in Deutschland ab, unverkaufte Lebensmittel zu spenden. „In Deutschland geben bereits zahlreiche Supermarktketten unverkaufte und noch genießbare Lebensmittel insbesondere an die Tafeln auf freiwilliger Basis ab,“ sagte eine Sprecherin von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) der „Nordsee-Zeitung“. Im Vordergrund stünden stattdessen Aufklärungsaktionen, Beratung sowie die Sensibilisierung der Verbraucher.

REWE Group unterstützt die Tafeln

Die REWE Group engagiert sich bereits seit Jahrzehnten dafür, dass so wenig Lebensmittel wie möglich vernichtet werden müssen. „Mittlerweile verkaufen die Supermärkte und Discountfilialen im Jahresdurchschnitt bis zu 99 Prozent ihrer Lebensmittel“, sagt Pressesprecher Andreas Krämer. Das Gros des verbleibenden Prozents stellt die REWE bereits seit 1996 (PENNY seit 2007) kostenlos den bundesweit rund 900 lokalen Tafel-Initiativen zur Verfügung. Das gilt für Lebensmittel, die nicht mehr verkauft, aber dennoch bedenkenlos verzehrt werden können, zum Beispiel der Joghurt, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum zeitnah abläuft, oder der Apfel mit einer Druckstelle. „Es ist somit seit vielen Jahrzehnten Anspruch und gelebte Praxis der gesamten REWE Group, mit Lebensmitteln nachhaltig und verantwortungsvoll umzugehen - auch ohne eine gesetzliche Verpflichtung“, so Krämer.

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