>
 
ArticleId: 580newsTop-Ökonomen fordern: Das Bargeld soll abgeschafft werden. In Deutschland ist man davon noch weit entfernt. Andere Länder planen hingegen bereits, schon bald keine neuen Scheine mehr zu drucken. Auch in Deutschland zeichnet sich ein leichter Trend zum Plastikgeld ab.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/2/f/csm_Bargeld_nlt_standard_2af68af2f9.jpgSoll Bargeld abgeschafft werden?Wichtigstes Zahlungsmittel
Foto: Gina Sanders -Fotolia
Branche
Branche
Wichtigstes Zahlungsmittel
Soll Bargeld abgeschafft werden?

Top-Ökonomen fordern: Das Bargeld soll abgeschafft werden. In Deutschland ist man davon noch weit entfernt. Andere Länder planen hingegen bereits, schon bald keine neuen Scheine mehr zu drucken. Auch in Deutschland zeichnet sich ein leichter Trend zum Plastikgeld ab.

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger brachte den Stein ins Rollen: Im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" machte sich der Ökonom für die Abschaffung des Bargelds stark – und fachte damit eine lebhafte mediale Debatte an.

Bofinger forderte die Bundesregierung in dem Artikel auf, international für eine Abschaffung des Bargeldes zu werben. Sein Argument: Bargeld erschwere den Zahlungsverkehr. Als Beispiel nannte Bofinger die verlorene Zeit, „wenn Leute vor Ihnen an der Ladenkasse nach Kleingeld suchen und die Kassiererin nach Wechselgeld“.

Außerdem würden Märkte für Schwarzarbeit und Drogen ausgetrocknet werden, wenn das Bargeld wegfiele, so der Wirtschaftsweise gegenüber dem „Spiegel“. Auch der ehemalige IWF-Chefvolkswirt Kenneth S. Rogoff plädierte im Handelsblatt dafür, das Bargeld mittelfristig abzuschaffen. 

Bezahlen bald nur noch per Smartphone?
Wenn es nach den beiden Top-Ökonomen ginge, würden wir alle bald nur noch mit Karte oder sogar dem Smartphone bezahlen. Doch sind die Forderungen realistisch?

Paul Monzel, Funktionsbereichsleiter Payment Services bei der REWE Group ist da skeptisch. „Die Deutschen sind Barzahler“, so Monzel. Daran werde sich in absehbarer Zeit auch nichts Grundlegendes ändern. 

Insbesondere in den skandinavischen Ländern ist elektronisches Bezahlen weitaus beliebter als in Deutschland. In Dänemark, das ab Ende 2016 keine neuen Banknoten mehr drucken möchte, wurden 2014 wurde nur noch rund ein Viertel aller Zahlungen im Einzelhandel mit Bargeld oder Scheck vorgenommen.

Vier von fünf Einkäufen werden an der Supermarktkasse bar bezahlt
„Von solchen Verhältnissen sind wir in Deutschland noch weit entfernt“, so Monzel. Etwas mehr als die Hälfte des Umsatzes, nämlich 53 Prozent, wird im Handel bar bezahlt. Bargeldlose Verfahren machen insgesamt 47 Prozent aller Umsätze aus. Häufigstes Zahlungsmittel hier ist die ec-Karte mit rund 29 Prozent. Schaut man sich die Bezahlvorgänge an, so ist die Situation noch eindeutiger: „80 Prozent der Transaktionen erfolgen bar“, so Monzel.

„Die REWE Group lässt ihren Kunden die Wahl, wie sie ihre Einkäufe bezahlen. REWE war Vorreiter im deutschen Lebensmittelhandel, als sie ihren Kunden 2006 die Kreditkarte als zusätzliches Zahlungsmittel anbot“, so Monzel. "Heute bieten wir vom klassischen barzahlen über das Zahlen mit ec-oder Kreditkarte bis hin zum Bezahlen mit dem Smartphone alles an, was der Kunde wünscht."
Die gewünschte Zahlungsweise hängt stark vom Vertriebsformat ab. Während bei toom Baumarkt häufig die Plastikkarte gezückt wird, geht bei PENNY wesentlich häufiger Bargeld über den Tisch.

Trend zum Plastikgeld
Dennoch nehmen alternative Zahlungsformen wie die ec- oder Kreditkarte an Bedeutung zu. „Es ist definitiv ein Trend zum Plastikgeld zu verzeichnen“, sagt Monzel. Hatten im Jahr 2008 nur 27 Prozent der Bundesbürger eine Kreditkarte, so waren es 2014 bereits 32 Prozent. Auch die Zahl derjenigen, die eine ec-Karte besitzen, geht weiter nach oben.

Auch das Zahlen mittels Smartphone werde, laut Monzel, zukünftig eine immer größere Rolle spielen. Jedoch werde es noch einige Zeit brauchen, bis sich diese Bezahlform als massentauglich erwiesen habe.

Mein Kommentar

Newsletter
Unser kostenloser Newsletter informiert Sie regelmäßig per E-Mail über neue Artikel in one und Themen in der Presse. Ihre hier eingegebenen Daten werden lediglich zur Personalisierung des Newsletters verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können sich jederzeit aus dem Newsletter heraus abmelden. Ihre Daten werden nach Beendigung des Newsletter-Empfangs innerhalb von 1 Woche gelöscht, sofern der Löschung keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten entgegenstehen. Durch Absenden der von Ihnen eingegebenen Daten willigen Sie in die Datenverarbeitung ein und bestätigen unsere Datenschutzerklärung.

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen?
Dann empfehlen Sie ihn doch Ihren Kollegen weiter.