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v.l.n.r. Bruno Wenn, Vorsitzender Kölner Kulturrat e.V., Lionel Souque, Vorstandsvorsitzender der REWE Group, Dr. Juana von Stein, Kulturamtsleiterin der Stadt Köln, Torsten Burmester Oberbürgermeister der Stadt Köln, Stefan Charles, Beigeordneter für Kunst und Kultur
Lesedauer: 3 Minuten
Kölner Kulturfonds
Kultur braucht nicht nur Applaus. Kultur braucht Möglichkeiten.
von Pierre de la Motte und Johanna Freimuth

Mit dem neu ins Leben gerufenen Kölner Kulturfonds unterstützen wir die Freie Kulturszene in Köln dabei, neue Fördermittel zu erschließen, kreative Ideen zu verwirklichen und kulturelle Vielfalt langfristig zu sichern.

Kultur macht unsere Stadt lebendig. Sie schafft Räume für Begegnung, fördert den Dialog und trägt dazu bei, gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Gleichzeitig stehen viele Kulturtätige vor großen Herausforderungen: Steigende Kosten und begrenzte finanzielle Ressourcen erschweren oftmals die Umsetzung wichtiger Projekte.  

Als Unternehmen mit einer fast 100-jährigen Geschichte in Köln fühlen wir uns unserer Heimatstadt eng verbunden. Für die REWE Group ist Köln nicht nur Unternehmensstandort, sondern Lebensmittelpunkt vieler Mitarbeitender und ein zentraler Teil unserer Identität.  

Die kulturelle Vielfalt Kölns ist ein wesentlicher Bestandteil dessen, was die Stadt auszeichnet. Sie lebt von Kreativität, Offenheit und dem Engagement zahlreicher Künstler:innen und Kulturakteur:innen. Werte wie Vielfalt, Respekt und gegenseitiges Verständnis sind auch für die REWE Group von großer Bedeutung. Aus dieser Überzeugung heraus haben wir gemeinsam mit der Stadt Köln und dem Kölner Kulturrat e.V. den Kölner Kulturfonds ins Leben gerufen.  

„Kultur schafft Begegnung und macht Köln lebendig und vielfältig. Als in Köln verwurzeltes Unternehmen möchten wir einen Beitrag dazu leisten, diese Stärke unserer Stadt langfristig zu sichern. Mit dem Kölner Kulturfonds schließen wir eine wichtige Finanzierungslücke und schaffen die Grundlage dafür, dass zusätzliche Fördermittel nach Köln fließen können. So wollen wir mehr kulturelle Projekte ermöglichen. Gleichzeitig ist das eine Einladung an weitere Unternehmen, sich gemeinsam mit uns für den Kulturstandort Köln zu engagieren. Denn je mehr Partner Verantwortung übernehmen, desto mehr können wir für die kulturelle Vielfalt und Zukunft unserer Stadt erreichen.“
Lionel Souque, CEO REWE Group

Der Fonds soll dort unterstützen, wo Fördervorhaben häufig ins Stocken geraten: Viele überzeugende Projekte erfüllen die fachlichen Voraussetzungen für Förderprogramme von Bund oder Europäischer Union, können aber den erforderlichen Eigenanteil nicht aufbringen. Mit dem Kulturfonds möchten wir genau diesen fehlenden Baustein bereitstellen und so den Zugang zu weiteren Fördermitteln ermöglichen.   

Zum Start wird der Fonds mit 100.000 Euro ausgestattet. Dabei geht es nicht nur um eine direkte finanzielle Unterstützung. Unser Anspruch ist es, zusätzliche Fördergelder für die Kulturszene nach Köln zu holen und dadurch die Umsetzung weiterer Projekte zu ermöglichen. So soll aus jedem eingesetzten Euro ein möglichst großer Mehrwert für den Kulturstandort Köln entstehen.  

Die Freie Szene leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur kulturellen Entwicklung der Stadt. Sie setzt Impulse, schafft neue Perspektiven und bereichert das kulturelle Angebot. Mit dem Kölner Kulturfonds möchten wir dazu beitragen, dieses Engagement langfristig zu stärken.  

Gleichzeitig verstehen wir den Fonds als Anstoß für gemeinsames Handeln. Wir würden uns freuen, wenn sich gemäß unseres genossenschaftlichen Leitsatzes “Was einer nicht schafft, das schaffen viele gemeinsam” weitere Unternehmen diesem Engagement anschließen. Denn die Förderung von Kultur ist eine Aufgabe, die am besten ZUSAMMEN funktioniert, wenn verschiedene Partner ihre Kräfte bündeln.  

Für die REWE Group steht dabei nicht die eigene Präsenz im Vordergrund, sondern der konkrete Nutzen für die Kulturszene und die Menschen in Köln. Unser Ziel ist es, nachhaltige Wirkung zu erzielen und die kulturelle Vielfalt der Stadt aktiv mit zu unterstützen. 

„Kultur ist ein wichtiger Standortfaktor für Köln. Sie macht unsere Stadt lebenswert, bringt Menschen und Ideen zusammen und trägt wesentlich zur Attraktivität Kölns bei. Dass sich die REWE Group als Kölner Unternehmen für die Kultur in unserer Stadt engagiert und damit zusätzliche Fördermöglichkeiten eröffnet, ist ein starkes Zeichen für unternehmerische Verantwortung.“ Torsten Burmester, OB der Stadt Köln
Interview mit Dr. Juana von Stein (Leiterin des Kölner Kulturamts) zum Start des Kölner Kulturfonds 

one: Frau von Stein, warum ist der Kölner Kulturfonds aus Ihrer Sicht ein wichtiger Impuls für Köln?  

Juana von Stein: Mich überzeugt an dem Kulturfonds vor allem seine Hebelwirkung. In der Freien Szene gibt es viele hervorragende Ideen. Aber manchmal fehlt ausgerechnet der Eigenanteil, der notwendig ist, um Fördermittel von Bund oder EU überhaupt beantragen zu können. Genau da setzt der Fonds an. Mit vergleichsweise überschaubaren Mitteln können wir ermöglichen, dass deutlich größere Fördersummen nach Köln kommen. Aus einem Euro für den Fonds können so im besten Fall mehrere Euro für die Kultur in Köln werden. Das ist ein sehr konkreter und wirkungsvoller Impuls.  

one: Welche Rolle spielt die Freie Kulturszene für unsere Stadt?  

Juana von Stein: Die Freie Szene gehört zur kulturellen DNA Kölns. Sie ist experimentierfreudig, vielfältig, manchmal unbequem – und genau das braucht eine lebendige Kulturstadt. Hier entstehen neue Ideen, neue Formate und oft auch internationale Verbindungen. Vieles von dem, was Köln kulturell spannend und unverwechselbar macht, beginnt in der Freien Szene. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass gute Ideen nicht an fehlenden finanziellen Spielräumen scheitern.  

one: Wie erleben Sie die Zusammenarbeit zwischen Stadt Köln, Kölner Kulturrat und REWE Group bei diesem Projekt?  

Juana von Stein: Was mir an dieser Zusammenarbeit besonders gefällt, ist, dass jeder Partner etwas anderes einbringt. Die Stadt kennt die Kultur- und Förderlandschaft und bringt ihre fachliche Expertise ein. Der Kölner Kulturrat agiert an der Schnittstelle und kennt die Bedarfe auf beiden Seiten sehr genau. Und die REWE Group hat mit ihrem Engagement von 100.000 Euro den entscheidenden Anstoß gegeben, aus einer guten Idee ein konkretes Instrument zu machen. Das zeigt, was möglich ist, wenn ganz verschiedene Akteure gemeinsam Verantwortung für Köln übernehmen.  

one: Welche Entwicklungsmöglichkeiten sehen Sie für den Kulturstandort Köln durch den Kölner Kulturfonds?  

Juana von Stein: Ich wünsche mir, dass der Fonds Türen öffnet. Zu Förderprogrammen, zu größeren Projekten, aber auch zu neuen Kooperationen und internationalen Partnerschaften. Wenn es uns gelingt, zusätzliche Bundes- und EU-Mittel nach Köln zu holen, stärken wir damit nicht nur die Freie Szene. Der Mehrwert kommt unmittelbar den Kölnerinnen und Kölnern zugute. Denn am Ende entstehen daraus neue Produktionen, Veranstaltungen und kulturelle Angebote, die das Publikum erleben kann und die die kulturelle Vielfalt unserer Stadt bereichern. Der Fonds schafft also Möglichkeiten für Künstler*innen und zugleich neue kulturelle Erlebnisse für die Menschen in Köln. Und natürlich wäre es großartig, wenn das Engagement der REWE Group weitere Unternehmen und Stiftungen motiviert, sich ebenfalls zu beteiligen und diese Wirkung gemeinsam zu vergrößern.  

one: Wenn Sie einige Jahre in die Zukunft blicken: Was würden Sie sich wünschen, dass der Kölner Kulturfonds für Köln bewirkt hat?  

Juana von Stein: Mein Wunsch wäre, dass wir irgendwann sagen können: Aus diesem Fonds sind Projekte entstanden, die es sonst nicht gegeben hätte. Dass wir ein Vielfaches der eingesetzten Mittel nach Köln holen konnten und Künstler*innen Chancen bekommen haben, die ihnen vorher verschlossen waren. Und ich würde mir wünschen, dass aus dem heutigen Start ein dauerhaftes Bündnis für die Kultur in Köln geworden ist – mit vielen Partnern, die gemeinsam dafür sorgen, dass gute Ideen in dieser Stadt nicht am fehlenden Eigenanteil scheitern.  

Über Juana von Stein

Juana von Stein leitet seit 2025 das Kulturamt der Stadt Köln. Nach der Promotion in Romanistik war sie für das Goethe-Institut tätig: zunächst mit einem 

Schwerpunkt auf Kulturprojekten weltweit, dann als Direktorin des Goethe-Instituts Bonn. Juana von Stein ist 41 Jahre alt und lebt mit ihrer Familie mitten in Köln.  

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