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ArticleId: 3693magazineDas REWE Group-Team Dokumentenmanagement baute im Rahmen eines Teambuilding-Tages gemeinsam mit dem Geschäftsführer von „Little Home e.V.“ ein Holzhaus für einen Obdachlosen. Der Verein ist einer der vier Empfänger des REWE-Mitarbeitenden-Spendenprojektes.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/f/6/csm_ts_standard_little_home_01d95b5cb0.jpg(Ein) DOM für MichaelGutes tun und Chancen schaffen
Das Little Home ist bezugsfertig
Lesedauer: 5 Minuten
Gutes tun und Chancen schaffen
(Ein) DOM für Michael
von Michaela Thömmes

Das REWE Group-Team Dokumentenmanagement baute im Rahmen eines Teambuilding-Tages gemeinsam mit dem Geschäftsführer von „Little Home e.V.“ ein Holzhaus für einen Obdachlosen. Der Verein ist einer der vier Empfänger des REWE-Mitarbeiter:innen-Spendenprojektes.

Es ist ein herrlich warmer Frühlingstag. Die Sonne strahlt, und der Parkplatz des Toom-Baumarktes in Köln-Zollstock füllt sich. Hier wird heute allerdings nicht nur eingekauft, sondern auch gesägt, gehämmert und gestrichen.

Das 20-köpfige REWE Group-Team Dokumentenmanagement, kurz DOM, hat sich schon früh auf die Beine gemacht, um ein ganz besonderes Projekt zu unterstützen: Gemeinsam baut es im Rahmen eines Teambuilding-Tages ein Tiny Haus für den Obdachlosen Michael Gramnich.

Ralf Pahl, Productowner

Sven Lüdecke unterstützt die Mitarbeiter:innen und leitet sie fachmännisch an. Er ist Gründer und Geschäftsführer des Vereins „Little Home“. Lüdecke hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Obdachlosen mithilfe eines Holz-Häuschens den Start in ein neues Leben zu ermöglichen.

„Das Team DOM arbeitet seit 2020 daran, die Dokumentenverwaltung in der gesamten Group zu optimieren. Wir haben uns also seit zwei Jahren nicht gesehen und neue Kolleg:innen teilweise noch nie live getroffen. Deswegen wollten wir endlich mal wieder einen Tag miteinander verbringen“, so der Productowner Ralf Pahl. „Uns war aber wichtig, dass wir uns nicht einfach im Biergarten treffen, sondern etwas Sinnvolles tun.“

„Uns war aber wichtig, dass wir uns nicht einfach im Biergarten treffen, sondern etwas Sinnvolles tun.“
Ralf Pahl

Bereits nach drei Stunden steht das Grundgerüst eines kleinen Holzhauses auf dem Toom-Parkplatz. Während die einen Holzlatten für das Bettgestell auf die richtige Länge sägen, decken die anderen in gut zwei Metern Höhe bereits das Dach. Parallel dazu werden an den Seiten Leisten angebracht, die dem Haus nicht nur Stabilität verleihen, sondern es auch vor Vandalismus schützen.

Die Leisten werden so angebracht, dass das Verletzungsrisiko bei einem Faustschlag oder einem Fußtritt möglichst hoch ist. Somit wird das Little Home vor Vandalismus geschützt

Auch Michael Gramnich packt fleißig mit an. Er wird am nächsten Tag gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin das Little Home beziehen. Dass er am Bau der Unterkunft selbst mitwirken kann, ist für ihn nicht nur selbstverständlich, sondern auch etwas ganz Besonderes: „Ich freue mich so sehr, ab morgen einen sicheren Unterschlupf zu haben, den ich mit diesen tollen Menschen gemeinsam bauen darf“, erzählt der 51-Jährige. Nach der Trennung von seiner damaligen Frau fiel er vor acht Jahren in eine Abwärtsspirale aus Drogen, Kriminalität und Obdachlosigkeit. Mittlerweile nimmt er an einem Methadonprogramm teil. Dort hat er von „Little Home“ erfahren und den Kontakt zu Lüdecke aufgenommen. Für den Bau ist neben der besonderen Farbgebung, die sich auf die Farben der Stadt Köln – rot und weiß – bezieht, auch eine Verzierung mit Dom-Motiv in den REWE Group-Farben, auf dem die Hausnummer später befestigt werden soll, geplant.

Domspitzen und Hausnummer liegen frisch gestrichen zum Trocknen in der Sonne

Michael Gramnich hat, wie viele andere Schicksalsgenossen auch, eine fordernde Zeit hinter sich: „Es gab keinen Ort, an dem ich sicher war oder mich sicher gefühlt habe. Hatte ich einen passablen Platz zum Übernachten gefunden, wurde ich weggeschickt. Ich konnte keine Ruhe finden, ständig hatte ich Angst, überfallen zu werden. Einmal wurde mein Zelt sogar nachts mit Farbbomben beworfen.“  

Michael Gramnich freut sich auf sein neues Zuhause und die damit verbundene Chance

„Ich freue mich so sehr, ab morgen einen sicheren Unterschlupf zu haben, den ich mit diesen tollen Menschen gemeinsam bauen darf.“
Michael Gramnich

Der Verein Little Home setzt daher mit seiner Arbeit am Sicherheitsbedürfnis eines jeden Menschen an: die eigenen vier Wände. „Dank des Rückzugsortes können die Obdachlosen ein wenig Ruhe finden. Der Verein unterstützt auch nach dem Einzug und bietet Hilfe bei der Neuorientierung“, so Lüdecke. „Michaels Haus ist das 211. Little Home, das wir bauen. Für viele ist das eine wichtige Starthilfe in einen neuen Lebensabschnitt. Mittlerweile leben 145 Menschen, die zuvor eines der Häuser bewohnt haben, in einer festen Wohnung. Davon haben 98 Personen sogar einen festen Job.“ 

So erging es auch Martin Kayser. Der 39-Jährige baut gemeinsam mit dem DOM-Team an Gramnichs Haus. „Seit September letzten Jahres bewohne ich ein Little Home. Mittlerweile bin ich kranken- und sozialversichert, beziehe Hartz IV und habe einen Job in Aussicht“, berichtet der gelernte Bauten- und Objektbeschichter. „Ich bin unendlich dankbar für diese riesige Chance und möchte Sven und dem Verein etwas zurückgeben.“ Neben Martin Kayser, der in seiner sechsköpfigen „Little Home-Gemeinschaft“ die Aufgabe hat, auf eine ordentliche Müllentsorgung zu achten und Hausmeistertätigkeiten zu übernehmen, leben auch ein Transgender-Pärchen und ein Rollstuhlfahrer dort. Für ihn ist es das 18. Tiny Haus, an dem er seit seinem Einzug mitwirkt.  

Kayser hat zwei Wochen nach diesem Little Home-Bau die Zusage für eine Festanstellung erhalten und wird ab dem 1. Juli fest als Elektriker-Gehilfe arbeiten. 

Michael Gramnich und Martin Kayser verschrauben das Bettgestell

„Dank des Rückzugsortes können die Obdachlosen ein wenig Ruhe finden. Der Verein unterstützt auch nach dem Einzug und bietet Hilfe bei der Neuorientierung.“
Sven Lüdecke

Der Impuls für das Teambuilding der besonderen Art kam von den Mitarbeiter:innen des DOM-Teams selbst. „Wir wollten gemeinsam etwas Gutes tun und haben geschaut, welche sozialen Projekte die Group unterstützt. So sind wir auf Little Home gestoßen“, berichtet Team-Coach Jan Ernsting. Zwei Kollegen haben für diesen Tag ihren Urlaub umgeplant, eine Mitarbeiterin ist extra mit dem Nachtzug aus Wien angereist, um dabei zu sein. Ein weiteres Teammitglied hat für die Mittagspause den Kugelgrill von zu Hause mitgebracht. Lüdecke ist begeistert von der Zusammenarbeit des DOM-Teams und optimistisch, dass Gramnichs Haus an diesem Tag noch fertig wird. 

„Häuslebauer“ für einen Tag: Das Team Dokumentenmanagement.

Im Inneren des Little Home wird gerade die Dämmung angebracht, die Tür wird eingepasst, und die weißen Leisten auf rotem Grund zur Verstärkung der Außenwände lassen Gramnichs kölsches Herz höherschlagen. Die wichtigste Entscheidung des Tages steht allerdings noch an: In welcher Position soll nun die Hausnummer „211“ auf den DOM montiert werden? 

Hausnummer- und Dom-Position werden beratschlagt

So können Sie an das Mitarbeiter-Spendenprojekt „Little Home“ spenden: 

Der Verein Little Home e.V. ist einer der vier Empfänger des Mitarbeiter-Spendenprojekts der REWE Group. Wer eines der Projekte mit einer monatlichen Gehaltsspende von 1, 5 oder 10 Euro unterstützen möchte, kann dies mit Hilfe des Spendenformulars in die Wege leiten. 

Alle wichtigen Fragen und Antworten rund um das Mitarbeiter-Spendenprojekt finden Sie hier

So können Sie und Ihr Team ein Little Home bauen und ehrenamtlich helfen 

Wenn Sie und Ihr Team im Rahmen einer Teambuilding-Maßnahme ebenfalls ein soziales Projekt wie den Bau eines Little Homes unterstützen möchten, wenden Sie sich an das Eventmanagement unter events@rewe-group.com. 

Falls Sie sich ehrenamtlich als Einzelperson oder im Team engagieren möchten, stöbern Sie im Infonet einfach in der „Börse für soziales und ökologisches Engagement“ und suchen Sie sich ein passendes Projekt. 

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