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Selbstständig sein mit REWE
„Jeder macht, was er am besten kann“
ArticleId: 1014magazineVom Schüler-Job im Toom-Markt zum REWE-Kaufmann: Sascha Fickeis hat sich den Traum von der Selbstständigkeit erfüllt. In one erzählt er, wie ihn schon als Schüler die Begeisterung für den Handel gepackt hat – und warum er jetzt noch eine Ausbildung zum Sommelier begonnen hat.https://one.rewe-group.com/fileadmin/_processed_/d/2/csm_TT02_Selbststaendigkeit_nlt_standard_5e2bff57bd.jpg„Man weiß, wofür man arbeitet“Von der Aushilfe zum Kaufmann
Kaufmann Sascha Fickeis
Von der Aushilfe zum Kaufmann
„Man weiß, wofür man arbeitet“
von Stefan Weber
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Vermutlich wäre für Sascha Fickeis alles ganz anders gekommen, wenn er damals nicht diesen Schüler-Job im Toom-Markt von Diez gemacht hätte. Eigentlich war das keine große Sache gewesen: Kartons aufreißen, Ware auspacken. Was man als junger Helfer eben so aufgetragen bekommt. Keine Tätigkeit, die große Begeisterung für eine Karriere im Handel weckt. Normalerweise.

Nicht so jedoch bei Fickeis, der damals die Höhere Handelsschule im rheinland-pfälzischen Nachbarort Diez besuchte: „Dieser Kontakt mit Ware – das hat mir gefallen und mich neugierig gemacht für einen Beruf im Handel.“ Nach Abschluss der Schule fragte er im REWE-Markt in Hahnstätten nach einem Ausbildungsplatz, wurde genommen, und dann nahmen die Dinge ihren Lauf….

„Gleich am ersten Tag hatte ich den Wunsch, mich irgendwann einmal selbstständig zu machen. Warum? Anfangs lockte natürlich die Aussicht auf einen guten Verdienst. Aber nach und nach kamen noch andere Motive dazu, zum Beispiel der Wunsch, Dinge selbst entscheiden zu können. Vorbilder in der Familie hatte ich nicht. Da ist niemand selbstständig.“

Heute ist Fickeis 41 Jahre alt. Im Juli 2011 hat er als Kaufmann im Partnerschaftsmodell den REWE-Markt in Oberpleis übernommen. 2.400 Quadratmeter Verkaufsfläche, 93 Mitarbeiter. Zentrale Lage, gegenüber eine große Volksbank-Filiale. Der Parkplatz vor der Tür ist ein wenig verwinkelt, die Verkehrsführung, nun ja, gewöhnungsbedürftig. „Wir sind zugebaut. Größer kann der Markt nicht werden“, sagt Fickeis. Der Weg in sein Büro führt über eine steile Steintreppe in den ersten Stock über dem Markt. Zweckmäßige Einrichtung, Kaffee gibt‘s, natürlich, aus Tassen mit dem großen REWE-Logo.

Fickeis erzählt angenehm unaufgeregt. Er ist keiner derjenigen, die kaum zu bremsen sind, wenn sie erzählen, wie sie wurden, was sie sind. Bei ihm klingt vieles in seiner Laufbahn nach Zufall. Wie der Bezirksmanager ihm nach der Ausbildung empfahl, den nächsten Schritt zu tun, ihn in ein Förderprogramm aufnahm und in einen sehr viel größeren Markt ein paar Kilometer weiter nach Katzenelnbogen versetzte.

Ein Glücksfall für den Anfangzwanziger. Denn der Chef dort hielt viel davon, jungen Leuten Verantwortung zu übertragen, sie machen zu lassen. „Ich durfte die Obst- und Gemüseabteilung leiten. War zuständig für Personal, Ware und Kalkulation“, erzählt Fickeis. Toll sei das gewesen. „Da weiß man, wofür man arbeitet, weil man den Erfolg unmittelbar an den Zahlen sieht.“

Offensichtlich leistete Fickeis gute Arbeit, denn nach gut drei Jahren „holte“ ihn die REWE Zentrale aus Katzenelnbogen „weg“, wie er das nennt. Sein neuer Job: Substitut, in der Funktion eines Springers. Mayen, Koblenz, Sinzig, Montabauer – in den folgenden zwei Jahren lernte Fickeis viele Märkte in der Region kennen. Dann kam 1999 das Angebot, in Oberpleis als Marktleiter anzufangen, mit der Perspektive, irgendwann vielleicht dort Kaufmann im REWE-Partnerschaftsmodell zu werden…

„Ganz wichtig für jeden Selbstständigen ist, nicht gleich in Panik zu verfallen, wenn es nicht wie gewünscht läuft. Durchhaltevermögen zeigen und Ideen entwickeln. Sich profilieren in irgendeiner Warengruppe. Überall der Beste zu sein – das schafft niemand. Man muss sich seine Nische suchen.“

Im Fall von Fickeis hieß die Nische Weine.

Schon sein Vorgänger hatte den Markt auf diesem Feld profiliert. Fickeis setzte das fort, erweiterte die Abteilung auf 600 bis 700 Weine, organisierte Kundenveranstaltungen und Wein-Messen, initiierte einen Newsletter. Und fand dabei selber so viel Spaß an dieser Warengruppe, dass er vor kurzem eine Ausbildung zum Sommelier begonnen hat. „So lerne ich noch einen zweiten Beruf“, meint er.

Trotzdem: Gab es irgendwann Zweifel an der Entscheidung für die Selbstständigkeit? „Nein, nicht wirklich. Ich kannte die Zahlen. Ich kannte den Standort. Ich wusste, auf was ich mich einlasse und dass ich einen guten Markt übernehme."

Wein ist das eine. Aber auch in anderen Warengruppen setzt Fickeis in seinem REWE-Markt eigene Akzente. Etwa 30 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet er mit eigenen Lieferanten. Fleisch und Obst bezieht er überwiegend aus der Region. Quer durchs Sortiment bietet Fickeis besonders hochwertige Artikel an. Seine Klientel ist häufig gut betucht. Oberpleis, ein Ortsteil von Königswinter, besitzt eine hohe Kaufkraft. Und mit dem exklusiven Weinangebot zieht der Markt auch Kunden aus der Region an, die – einmal da – auch andere Sachen in ihren Einkaufswagen packen. „Es läuft alles gut“, sagt Fickeis und lächelt. Nach harter Aufbauarbeit hat er im Markt Strukturen geschaffen, die ihm persönlich mehr Freiraum gewähren. Vor einiger Zeit hat er sogar wieder angefangen, ein wenig Eishockey zu spielen – seine alte Leidenschaft. Der richtige Zeitpunkt also für einen weiteren Markt? „Wenn es ein guter, möglichst größerer Standort hier in der Region ist – warum nicht? Und wenn nicht, ist das auch nicht schlimm“, meint er.

Seit kurzem hat Fickeis noch eine andere Aufgabe. Er engagiert sich in der Ausbildung angehender Kaufleute im REWE-Partnerschaftsmodell. Gerade war der erste Kandidat für vier Monate in seinem Markt.

„Heute ist der Sprung in die Selbstständigkeit in vielerlei Hinsicht leichter als vor 10, 15 Jahren. Die Kandidaten werden sehr viel intensiver vorbereitet. Ich dagegen musste mir vieles in der täglichen Arbeit selbst aneignen. Allerdings ist die REWE auch kritischer geworden in der Auswahl ihrer Partnerkaufleute.“
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